Elektromobilität

68 neue Ladesäulen in Arnsberg und Sundern werden konkret

Foto: Michael Kleinrensing

Arnsberg/Sundern.   E-Mobilitäts-Offensive von „innogy“: Versorgungsunternehmen findet erfolgreich Partner in Arnsberg und Sundern für Doppel-Ladesäulen.

Eine vor einigen Monaten eingeleitete Elektromobilitätsoffensive des Versorgungsunternehmens „innogy“ mit einer geplanten Errichtung von 68 Doppel-Ladesäulen in Arnsberg und Sundern trifft offenbar auf große Resonanz bei den potenziellen Partnern. „Für fast die Hälfte der geplanten Standorte konnten jetzt mit dem Fördergeber die Verträge geregelt werden“, sagt Frank Eikel. Der Chef der „innogy“-Regionalstelle sieht das ambitionierte Vorhaben damit als umsetzbar an.

Es war ein großer Wurf. Von bundesweit geförderten 1245 Doppelsäulen sicherte sich „innogy“ für Arnsberg mindestens 42 und für Sundern über 20 Standortzusagen. Finanziert werden durch die Förderung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur 40 Prozent der Investitionskosten. Für „innogy“ blieben so bei einem kalkulierten Errichtungskomplettpreis von 10 000 Euro pro Doppelsäule immer noch rund 372 000 Euro Investitionskosten hängen. Hinzu kommen jährlich 1000 Euro Betriebskosten, für die sich das Unternehmen jetzt Partner gesucht hat und weiter sucht.

Flächendeckende Verteilung

Die Grundidee: Die öffentlichen Ladesäulen sollen im Rahmen des beim Fördergeber eingereichten Standortskonzepts, das auf flächendeckende Verteilung der „E-Tankstellen“ setzt, gezielt vor sich als Partner beteiligenden Geschäften, Gastronomiebetrieben oder Institutionen errichtet werden.

„Dabei geht es vor allem Geschäften und Einzelhändlern insbesondere um das Image, ein moderner Betrieb zu sein, und darum zu zeigen, dass sie an der Energiewende teilnehmen“, erzählt Frank Eikel aus den Vertragsgesprächen mit Partnern. Aus dem Gastronomie- und Hotelbereich werde hingegen auch eine ganz gezielte und direkte Nachfrage der Gäste nach E-Ladesäulen widergespiegelt. Für rund 90 Euro monatlich plus Mehrwertsteuer könnten sich Partner „einkaufen“ und würden dafür eine komplett auf ihr Geschäft gebrandetes Ladesäule erhalten. Bedingung: Die Tankstelle für E-Mobilität muss dann acht Jahre lang in Betrieb und muss 365 Tage im Jahr 24 Stunden lang öffentlich zugänglich sein. „Das verlangen die Vorgaben des Fördergebers“, so Frank Eikel. Bis Mitte 2019 müssen die beantragten Doppelladesäulen tatsächlich aufgestellt werden.

Ein Standortkonzept musste eingereicht werden (das geschah übrigens für die gesamte südwestfälische „innogy“-Region Arnsberg), wobei Verschiebungen in Grenzen möglich sind. „Schwierig wird es aber tatsächlich, Partner für die abgelegeneren ländlichen Bereiche und auch für reine Wohngebiete zu finden“, weiß Eikel. Denkbar wäre aus seiner Sicht, dass hier auch die Kommunen als Partner auftreten könnten, um eine flächendeckende Versorgung mit Strom für die E-Mobilität zu sorgen.

Parallele Entwicklung

Inzwischen aber gibt es auch schon Paralellentwicklungen: „Der Trend wird mehr zum Laden am eigenen Haus gehen“, sagt der Regionalstellenleiter aus Arnsberg. Die „innogy“-Tochter Westnetz fördert seit Beginn des Jahres im Regionalbezirk Hausbesitzer bei der Installation von Säulenanschlüssen - selbst dann, wenn der Eigentümer derzeit noch gar kein akuten Bedarf an E-Mobilität hat.

Im Vorfeld hatte Frank Eikel immer wieder betont, dass der Aufbau der Ladesäulen - ob mit oder ohne Partner - eine wichtige Investition in die Zukunft sei. In den Anfangsjahren werde sich damit kein Geld verdienen lassen. „innogy“ müsse beim Ausbau des Ladesäulennetzes aber jetzt bereits den Markt bearbeiten. Frank Eickel weiß aber auch, dass es neben „innogy“ vieler anderer Anbieter bedarf, um ein flächendeckendes und funktionierendes System E-Mobilität zu schaffen.

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