Kleiner Waffenschein

2439 „Kleine Waffenscheine“ im HSK

Stand Mitte August 2019 waren 2439 HSK-Bewohner im Besitz eines „Kleinen Waffenscheins“.

Stand Mitte August 2019 waren 2439 HSK-Bewohner im Besitz eines „Kleinen Waffenscheins“.

Foto: Oliver Killig / dpa

Arnsberg/Hochsauerlandkreis.  Mitte August 2019 waren 2439 HSK-Bewohner im Besitz eines „Kleinen Waffenscheins“; doch macht es eigentlich Sinn, sich zu bewaffnen?

„Die Deutschen rüsten auf“ rauschte es in der vergangenen Woche mal wieder durch den „Blätterwald“ – auch im Hochsauerland? Stand Mitte August 2019 waren 2439 HSK-Bewohner im Besitz eines „Kleinen Waffenscheins“; eine Zahl, die zunächst aufhorchen lässt:

Immerhin ist – grob gerechnet, jeder Hundertste Hochsauerländer berechtigt, Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen (verdeckt) zu führen, wie es auf Juristendeutsch so schön heißt.

Entwicklung der Antragszahlen

Mehr Aufschluss über den Willen der heimischen Bevölkerung, sich zu bewaffnen, gibt aber ein Blick auf die Entwicklung der Antragszahlen: „Mit Stichtag 31. Juli 2019 wurden im Hochsauerlandkreis dieses Jahr 46 kleine Waffenscheine beantragt, gibt Holger Glaremin auf Nachfrage Auskunft. Damit bewege man sich wieder auf einem durchschnittlichen Niveau, so der Sprecher der HSK-Kreispolizeibehörde, deren Mitarbeiter auch für die Antragsbearbeitung zuständig sind.

Einen regelrechten „Boom“ (683 Anträge, siehe auch Tabelle) habe es im Jahr 2016 gegeben, so Glaremin weiter, was sicher auf die Ereignisse in der Silvesternacht 2015 in Köln zurückzuführen sei. Wobei das Wort „Boom“ in diesem Bereich fehl am Platze ist, denn die Polizeibehörden beobachten den Anstieg der Bewerber für Waffenscheine aller Art mit großer Sorge – nicht nur im HSK, sondern bundesweit. „Waffen schaffen keine Sicherheit“ stellt Holger Glaremin fest. Schlimmstenfalls führe der Besitz einer sogenannten „PTB-Waffe“ (siehe Infobox) sogar zur Eskalation von Gewalt.

Erhebliche Gefahren

„Vor der Beantragung eines Kleinen Waffenscheins oder dem Erwerb einer Gas-, Schreckschuss- oder Signalwaffe sollten Sie sich fragen, ob Sie eine solche Waffe wirklich benötigen oder auch in der Öffentlichkeit tragen wollen“, heißt es darum – nicht zu Unrecht – auf der Homepage der NRW-Polizei. Das Mitführen bringe erhebliche Gefahren mit sich, Träger seien sich dessen oft nicht bewusst… Ganz wichtig:

Das Mitführen von PTB-Waffen bei öffentlichen Veranstaltungen (z. B. Demonstrationen, Versammlungen, Sportereignissen, Theater-, Kino-, oder Konzertbesuchen) ist grundsätzlich verboten.

Entgegen weitläufiger Meinung ist es ebenso verboten, damit an Silvester/Neujahr zu schießen – schon gar nicht mit pyrotechnischer Munition (oft im Lieferumfang enthaltene Leuchtkugeln).

Wer trotzdem einen Kleinen Waffenschein beantragen möchte, muss sich an die örtlich zuständige Waffenbehörde wenden – vor Ort die Kreispolizei in Meschede – und eine Verwaltungsgebühr von 55 Euro zahlen.

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