Wintersport

Skigebiete im Sauerland sind bereit für ersten Kunstschnee

Blick auf den Ettelsberg mit dem 52.000 Kubikmeter fassenden Speicherbecken für Kunstschnee. Zurzeit sieht es dort oben etwas anders aus, weil für zehn Millionen Euro Deutschlands modernster Sessellift gebaut wird. Foto:www.blossey.e

Blick auf den Ettelsberg mit dem 52.000 Kubikmeter fassenden Speicherbecken für Kunstschnee. Zurzeit sieht es dort oben etwas anders aus, weil für zehn Millionen Euro Deutschlands modernster Sessellift gebaut wird. Foto:www.blossey.e

Winterberg/Willingen.   Die Liftbetreiber hoffen auf Regen und Kälte. Nach der Trockenheit sind die Speicherbecken soweit gefüllt, dass es für ersten Kunstschnee reicht.

Und die weiteren Aussichten? Wenn es nach den Liftbetreibern ginge, stünden in den nächsten Tagen Nachttemperaturen von mindestens minus zwei Grad ganz oben auf der Wunschliste. Und Regen. Denn dann könnten die 680 Kanonen und Lanzen der Wintersportarena Sauerland zur Schnee-Erzeugung aus dem Vollen spucken. „Gut und gerne 80 bis 90 Prozent unserer Flächen könnten dann beschneit werden“, sagt Julian Pape, Sprecher der Arena. Das ist erstaunlich, denn aufgrund der anhaltenden Trockenheit dürfte den Kanonen doch eigentlich die Munition, sprich: das Wasser, ausgegangen sein, oder?

Erstbeschneiung ist gesichert

„Für die ersten zwei, drei Tage und damit für die Erstbeschneiung würde es reichen“, ist Julian Pape sicher. Aber das Wasser sei generell schon knapper als sonst und der Füllstand der Sammelbecken von Skigebiet zu Skigebiet unterschiedlich hoch. „Für die Postwiese in Neuastenberg zum Beispiel gibt es einen Speicher-Teich mit rund 9000 Kubik Fassungsvermögen. Der ist voll und das wäre für den Start genug. Es fließt allerdings aktuell nichts nach“, sagt Pape. Andererseits gibt es aber auch Becken, die bis zu 50.000 Kubik fassen, aber noch Wasser vertragen könnten.

Wasser nicht nach Lust und Laune

Dass die Beschneiung an der nötigen Kälte mangeln könnte, ist nicht ungewöhnlich. Dass es hier und da beim Wasser knapp wird, hingegen schon. „1976 waren die Talsperren zuletzt so leer wie jetzt“, sagt Julian Pape. Die letzten 15 bis 20 Jahre habe es eine solche Trockenheit nicht gegeben; und beschneit wird immerhin auch schon seit Mitte der 90er-Jahre – wenn auch damals in weitaus geringerem Umfang.

Selbst, wenn es nach der Erstbeschneiung wieder milder werden würde, hofft Julian Pape, dass ein Wetterumschwung dann nicht mit strahlendem Sonnenschein, sondern eher mit Regen einhergehen würde. „Andererseits wäre das Wasser auf den Hängen ja nicht einfach weg. Wenn der Schnee schmilzt, landet die Flüssigkeit wie in einem geschlossenen System ja auch zum Großteil wieder in den Speicherbecken.“

Mit jedem Kubikmeter rechnen

Die dürfen übrigens nicht nach Lust und Laune mit Fluss-Wasser befüllt werden. Für die Schnee-Erzeugung in Willingen zum Beispiel darf zwar Wasser aus der Hoppecke entnommen werden, um den Speicherteich oben auf dem Ettelsberg zu füllen. Das aber auch nur dreimal pro Saison. „Zurzeit ist das Becken mit 52.000 Kubik voll. Damit haben wir ein Drittel unseres Kontingents für diese Saison schon ausgeschöpft. Für die Erstbeschneiung reicht das, aber man muss mit jedem Kubikmeter Wasser gut planen“, sagt Jörg Wilke, Geschäftsführer der Ettelsberg Seilbahn GmbH. Ihm kommt das Wetter momentan noch sehr gelegen. „Wir haben an unserem neuen Lift gerade die Sessel aufgehängt und machen die ersten Probefahrten. Es sind auch noch einige Erdarbeiten nötig. Aber dann könnte es von uns aus Winter werden.“

Euphorie sieht anders aus

Einige Schneekanonen in Winterberg werden mit Leitungswasser betrieben – aber nur nach Verfügbarkeit und nach Absprache mit dem städtischen Wasserwerk. Auch die Untere Wasserbehörde beim Kreis hat nach der langen Trockenheit ein Auge darauf, was mit dem wertvollen Nass passiert. Laut HSK-Sprecher Jürgen Uhl hat die Versorgung mit Trinkwasser immer oberste Priorität.

Euphorie sehe anders aus, sagt Tourismusdirektor Michael Beckmann in Anbetracht der Trockenheit. Wichtig für den Fremdenverkehr sind seiner Erfahrung nach verbindliche Wintersportbedingungen nach den Weihnachtsferien. „Wer dann bei uns bucht, der will auch Ski fahren.“

Für die Weihnachtsgäste seien präparierte Pisten hingegen willkommenes Beiwerk. „Zu der Zeit wollen die Leute einfach raus. Diesen Schub spüren auch andere Destinationen, z.B. an der Nord- oder Ostsee immer mehr.“

In Anbetracht des Umstandes, dass viele Touristen ihre Winterberg-Eindrücke über „Social Media-Kanäle“ teilen, wünscht sich Beckmann jede Menge „natural media“ - also einfach Schnee. Bilder von verschneiter Landschaft in und rund um Winterberg sind nun mal die beste Werbung.

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