Dorfentwicklung

Was statt der Montessori-Schule in Wiemeringhausen entsteht

In einem Teil der ehemaligen Grundschule in Wiemeringhausen entsteht etwas Neues. Jahrelang war dort das Projekt „Montessori-Schule“ erfolglos verfolgt worden.    

In einem Teil der ehemaligen Grundschule in Wiemeringhausen entsteht etwas Neues. Jahrelang war dort das Projekt „Montessori-Schule“ erfolglos verfolgt worden.    

Foto: Joachim Aue

Wiemeringhausen.  Nachdem Pläne für eine Montessori in Wiemeringhausen ad acta gelegt wurden, plant die Christophorus GbR in der alten Grundschule etwas Neues.

Jahrelang hatten in Wiemeringhausen ein Projektteam dafür gekämpft in einer ehemaligen Schule eine Montessori-Grundschule einzurichten. Die Bezirksregierung stellte sich quer – letztlich scheiterte das Vorhaben. Ein Investor kaufte einen Teil des Gebäudes. Sein Projekt steht vor dem Abschluss.

Erste barrierefreie Wohnanlage in Wiemeringhausen

Wo viele Wiemeringhäuser Bürger in jungen Jahren zur Schule gingen, können sie bald vielleicht auf Dauer ihren Altersitz einrichten. Ein Teilbereich der ehemaligen Christophorus Grundschule, erbaut 1959, wird zur ersten barrierefreien Wohnanlage in Wiemeringhausen umgebaut. Die Wohnanlage am Rande des Stauweihers ist ein gutes Beispiel dafür, wie eine ehemalige Schule nach der Schließung 2013 anderweitig genutzt werde kann und nicht ein tristes Dasein fristet.

Nicht immer in der heutigen Zeit gelingt es den Kommunen, ehemalige Schulen oder auch andere leer stehende Gebäude weiter zu veräußern oder einer anderen Nutzung zu zuführen.

Wohnflächen liegen bei 70 und 130 Quadratmetern

Am Karsamstag wollte sich an einem „Tag der offenen Tür“ jetzt fast das halbe Dorf davon überzeugen, wie weit die Baumaßnahme an der Schule fortgeschritten ist, die von Grund auf saniert wird. Bauherr ist die Christophorus GbR, die den vorderen Bereich und die Pausenhalle im Dezember 2017 von der Stadt Olsberg kaufte.

Die Turnhalle, die von dem Verein RW Wiemeringhausen und anderen sportbegeisterten Dorfbewohnern gut angenommen wird, bleibt im Besitz der Stadt Olsberg.

Gesellschaft ist ein richtiges Familienunternehmen

Schon am Bau der Turnhalle vor rund zwei Jahrzehnten war Maurermeister Dirk Roloff (Mitinhaber des Baugeschäfts Niggemann in Bruchhausen) federführend beteiligt, der längst erkannt hatte: „In Wiemeringhausen gibt es in ein paar Jahren keine Möglichkeit barrierefrei zu wohnen“. Daher gründete er mit seiner Frau Ute sowie den Töchtern Antonie und Ann-Kathrin, die Christophorus GbR um die Teilimmobilie von der Stadt erwerben. Nach dem gescheiterten Montessori-Projekt war man im Olsberger Rathaus froh, dieses Stück Wiemeringhausen in guten Händen zu wissen.

Familie Roloff wird vermutlich die Investition auch nicht bereuen, denn alle sieben Wohnungen mit Balkon in einer Größenordnung zwischen 70 und 130 Quadratmetern, sind bereits vermietet. Bis jedoch die ersten Mieter in Kürze einziehen können, bleibt noch einiges zu tun. Auch wenn inzwischen das Dach komplett erneuert, die Fassade verputzt und die Klassenzimmer in Wohnraum umfunktioniert wurde.

Neue Pelletheizung wird gerade installiert

Weiterhin wird eine neue Pelletheizung installiert, die auch den geplanten Dorfgemeinschaftraum in der einstigen Pausenhalle sowie die Turnhalle mit Wärme versorgt.

„Die ganze Familie Roloff ist in das Projekt ,Barriere freies Wohnen’ in Wiemeringhausen“ eingebunden“, erzählt Ute Roloff und fügt hinzu, sie könne jetzt sogar Radlader fahren und den Baukran betätigen.

Allerdings konnte dieser Teil der Schule erst in den Besitz der GbR übergehen, nachdem das Projekt, in Wiemeringhausen eine Montessori Schule einzurichten, endgültig zu den Akten gelegt wurde. Das Projekt beschäftigte mehrere Jahre die Pläne des örtlichen Montessori Vereins, der auch im Dorf den Kindergarten betreibt, die Stadt Olsberg und die Schulbehörde. Wie am Tag der offenen Tür zu hören war können sich nicht wenige Dorfbewohner damit anfreunden, dass jetzt ihre alte Dorfschule eine vernünftige Nutzungsänderung erfährt.

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