Vermisst

Wandererin aus Winterberg weiter im Allgäu verschollen

Bergrettung in den Allgäuer Alpen

Bergrettung in den Allgäuer Alpen

Foto: WP

Winterberg/Oberstdorf.   Im Allgäu werden Jahr für Jahr Menschen vermisst. Auch von der Wandererin aus Winterberg fehlt nach neun Wochen rund um das Fellhorn jede Spur.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die 65-jährige Wandererin aus Winterberg bleibt in den Allgäuer Alpen vermisst. Am Freitag (12. August) ist es auf den Tag genau neun Wochen her, dass Gisela Reiß ihr Auto am Parkplatz der Fellhornbahn bei Oberstdorf abstellte, einen Parkschein löste, sich zu Fuß auf den Weg in die Alpen machte und nicht in ihr Urlaubsquartier zurückkehrte. Die Polizei hat die aktive Suche eingestellt, die Akte aber noch nicht geschlossen.

Unfälle in den Bergen sind keine Seltenheit: „Die Einsatzkräfte haben erst vor zwei Monaten eine Person gerettet, die abgestürzt war. Gar nicht weit davon entfernt wurde das Skelett eines Langzeitvermissten entdeckt“, sagt Polizeioberkommissar Sebastian Adam von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West. Auch am Tegelberg im Ostallgäuer Königswinkel wurde vor einigen Wochen ein 47 Jahre alter Urlauber aus dem Landkreis Oder-Spree gefunden, der im November 2014 zu einer Bergtour aufgebrochen und nicht zurückgekommen war. Erst ein DNA-Abgleich konnte Klarheit schaffen. „Jüngstes Beispiel sind zwei chinesische Touristen, die bis heute im Bereich Neuschwanstein vermisst werden“, sagt Adam.

Die Suche im alpinen Gelände sei nun mal sehr schwierig. Auch im Fall der Winterbergerin habe man mit alpiner Einsatztruppe, Hubschrauber, Hundestaffel und Tauchern gesucht. Ergebnislos. „Die Ungewissheit ist für die Angehörigen schlimm, aber auch für uns ist das Ganze sehr unbefriedigend.“

Erfahrungsgemäß gebe es bei Vermissten in den Bergen immer drei mögliche Erklärungen. Adam: „In den meisten Fällen ist wirklich ein Unglück passiert. Oder es liegt ein Verbrechen vor oder jemand will ganz bewusst alle Brücken hinter sich abbrechen und einfach nur abtauchen.“ Es habe in der Tat erst kürzlich einen Fall gegeben, wo ein vermisster Mann nach drei Wochen wieder aufgetaucht sei. „Zufällig war er in eine Polizeikontrolle geraten. Wir sollten auch die Angehörigen nicht informieren.“ Die Kosten für die Suchaktion gehen selbst in so einem Fall nicht zulasten des Vermissten. Adam: „Es sei denn, er hat die Suchmannschaften absichtlich in die Irre geführt.“

Neben Gisela Reiß gelten zurzeit mehrere Personen in den Allgäuer Alpen als vermisst. Eine 54-jährige Frau aus Bietigheim-Bissingen war zum Beispiel Ende September 2015 nach Oberstdorf gereist um zu wandern. Einen Tag nach ihrem Verschwinden fiel auch schon erster Schnee und erschwerte die Suche. Seit Juni 2013 wird ein 49-Jähriger aus Dessau im Kleinwalsertal vermisst und seit drei Wochen ein 72-Jähriger aus dem Landkreis Bergstraße und ein 25-Jähriger aus Mainz.

Was in allen Fällen bleibt, ist die quälende Ungewissheit.

Folgen Sie uns auch auf Facebook.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben