Vermisstensuche

Suche nach Winterbergerin (65) in den Alpen geht weiter

Mit einem Rettungshubschrauber wird nach der Winterbergerin gesucht.

Mit einem Rettungshubschrauber wird nach der Winterbergerin gesucht.

Foto: WP

Winterberg/Oberstdorf.   Eine Bergwanderin (65) aus Winterberg wird schon länger in den Allgäuer Alpen vermisst. So funktioniert die Suche in dieser unwegsamen Bergregion.

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Die 65-jährige Bergwanderin aus Winterberg wird nach wie vor in den Allgäuer Alpen vermisst. Ihr Fahrzeug war am Freitag auf dem Parkplatz der Fellhornbahn bei Oberstdorf ordnungsgemäß mit einem Parkticket versehen worden. Als Gisela Reiß am Freitagabend nicht in ihr Hotel zurückkehrte und auch telefonisch nicht erreicht werden konnte, meldete sie eine Bekannte am Abend bei der Polizei als vermisst.

Auch am Dienstag hat die Polizei die Suche fortgesetzt. „Hubschrauber und ein Mantrailer-Hund suchen das Gebiet rund um das Fellhorn ab“, sagte Polizeisprecher Jürgen Krautwald. Bis zum Dienstag Nachmittag aber noch ohne Ergebnis. Auch hier im Sauerland werden alle Daumen gedrückt, dass die Frau noch wohlbehalten gefunden wird.

Was passiert, wenn die Bergrettung ausrücken muss?

Wenn ein Mensch in den Bergen und alpinen Regionen in Not gerät, ist oft die Rettung mit dem Hubschrauber die einzige Möglichkeit für den Verunfallten. Zu unwegsam ist das Gelände in der zerklüfteten Bergwelt. Viel zu lange würde manchmal ein Abtransport auf herkömmlichem Weg dauern.

Überall in Deutschland – nicht nur in den Alpenregionen, auch bei uns im Sauerland – gibt es Bergwachten, die vom Roten Kreuz unterhalten werden. Speziell ausgebildete Bergwachtler kommen insbesondere in unwegsamem Gelände oder auch in extremen Höhen und Tiefen zum Einsatz.

Mit geländegängigen Fahrzeugen können sie viel weiter zum Patienten gelangen, als es mit normalen Fahrzeugen des Rettungsdienstes möglich wäre. Meist arbeiten die Frauen und Männer der Bergwachten ehrenamtlich, sind aber keineswegs weniger gut ausgebildet, als der hauptamtliche Rettungsdienst.

Wie wird in dem konkreten Fall gesucht?

Die Region rund um das Fellhorn ist weitläufig. Die Fellhornbahn fährt Wanderer bis auf die Gipfelstation auf knapp 2000 Meter Höhe. Vom Gipfel aus kann man in viele Richtungen seine Wanderungen starten. Um überhaupt einen Anhaltspunkt zu bekommen, wo genau die Frau in dem hochalpinen Gelände unterwegs sein könnte, werden die Bergwachtler aus der Luft unterstützt. Aus München wurde ein Hubschrauber der bayerischen Polizeifliegerstaffel „Edelweiß“ geschickt, der die Suche nach Gisela Reiß aus der Luft unterstützt.

Die Hubschrauber der bayerischen Polizei sind für den Einsatz im Gebirge mit einer Wärmebildkamera ausgestattet, die kleinste Temperaturunterschiede feststellen und einen Menschen so auch in mehreren hundert Metern Entfernung ausfindig machen kann. Schwieriger wird es, wenn ein Mensch tot ist und keine Körperwärme mehr abgibt.

Kann ein Hubschrauber auch nachts suchen?

Während die meisten zivilen Hubschrauber, die mit einer Winde ausgestattet sind, nur tagsüber zum Einsatz kommen, können die bayerische Polizei oder der Bundeswehrhubschrauber „SAR 56“ aus Landsberg am Lech auch nachts in den Bergen aktiv werden. Bereits am Freitag war bis 3 Uhr nachts gesucht worden.

Wie geht so eine Rettung bzw. Bergung vor sich?

Für die Bergung aus der Wand sind die Edelweiß-Maschinen mit einer Rettungswinde ausgestattet. Ein Operator bedient die Winde, während an der Schiebetür des Hubschraubers ein Stahlseil herab gefahren wird. Dabei muss der Pilot die Maschine ruhig auf einer Stelle halten, denn am unteren Ende des Seiles hängt ein Helfer, der zur Unglücksstelle abgelassen wird.

Die Hubschrauber der Polizei kommen mit ihrer Winde meist nur dann zum Einsatz, wenn die in Bergnot geratenen Menschen unverletzt sind, also keine medizinische Hilfe benötigen, sondern nur aus ihrer hilflosen Lage befreit werden müssen. Aber auch hier hängt in der Regel ein ehrenamtlicher Bergwachtler mit am Seil, um dies endgültig beurteilen zu können. Festes medizinisches Personal gibt es in den Hubschraubern der Landespolizei in der Regel nicht.

Welcher Helikopter ist am Fellhorn zuständig?

Werden Menschen verletzt und müssen mit dem Hubschrauber gerettet werden, kommen die Rettungshubschrauber der Region – besetzt mit Rettungsassistent und Notarzt und medizinisch ausgerüstet – zum Einsatz. In dem Gebiet, wo Gisela Reiß vermisst wird, wäre der in Durach stationierte Rettungshubschrauber „Christoph 17“ zuständig. Außerdem können Hubschrauber aus Murnau, oder dem benachbarten Österreich zum Einsatz kommen. Hier werden – je nach Besatzung des Hubschraubers – Mediziner der Bergwacht und der Hubschrauberarzt zum Verletzten abgeseilt, um ihn zunächst zu versorgen.

Drücken wir die Daumen, dass die Vermisste bald und unversehrt gefunden wird!

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