Integration

Stadt Brilon zeigt ihre kulturelle Vielfalt

Zum Tag der Kulturen in Brilon gehörte auch internationale Folklore.

Zum Tag der Kulturen in Brilon gehörte auch internationale Folklore.

Foto: Monika Wiegelmann

Brilon.  Zahlreiche Besucher zog der Tag der Kulturen auf dem Briloner Marktplatz und rund ums Rathaus an.

Das Traumwetter war ein Himmelsgeschenk. Hunderte von Besuchern kamen zum „Tag der Kulturen“ mit seinem bunten Angebot auf dem Marktplatz und rund um das Rathaus. Moderiert von Eva Keiter (Leiterin Kommunales Integrationszentrum HSK) und Klaus Götte (Scharfenberg) begann das Bühnenprogramm mit Auszügen aus dem Musical „König der Löwen“ (Grundschule Ratmerstein), gefolgt von der BläserKlasse und dem Bläserkreis des Gymnasiums Petrinum.

Viel Applaus gab es für die Tänze aus Albanien, aus Portugal und von den Philippinen sowie und den Tanzdarbietungen der Kleinen des Kindergartens St. Andreas. Es war für jeden etwas dabei: Mitmachzirkus (ADH), „Quilt der vielen Hände (Kunterbunt), Kinderschminken (DRK-Kita Brilon) und Bemalen und Bepflanzen von Tontöpfen (FZ Leuchtturm).

Großartig an kam das Vorlesen von Kinderbüchern in verschiedenen Sprachen und Bastelaktionen (Stadtbibliothek Brilon). Viel Aufmerksamkeit erhielt die Jugendkunstschule Bleiwäsche für eine Fotomappe „Europa (er)leben“.

30 Meter langes Buffet - und alles kostenlos

Projektleiter Alfons Steffens betonte, dass auch der Nachwuchs sich mit dem Thema auseinandersetzte: „Die jungen Leute haben Infos gesammelt und versucht, das Thema fotografisch umzusetzen.“ Sieben heimische und geflüchtete junge Leute waren an dem vom Land geförderten Fotoprojekt beteiligt.“

Highlight war das von ausländischen und deutschen Familien zusammengetragene, fast 30 Meter lange internationale, kostenlose Spezialitätenbuffet. Familien aus über 20 Nationen hatten köstliche Speisen mitgebracht. Für das Buffet hatten 30 Familien Vor-, Haupt- und Nachspeisen zubereitet und die „Köchinnen“ teilten das Essen auch aus. „Sehr lecker“, gab es viel Lob. „Von allem ein bisschen, dann wird man auch satt“, meinte jemand.

Nicht nur ausländische Mitbürger waren gekommen, sondern auch unerwartet viele Deutsche. Hubertus Weber (SPD-Fraktionsvorsitzender) freute sich, „dass auch so viele Briloner gekommen sind und sich so viele in diesem Bereich engagieren. Es sind doch unsere Mitbürger. Eine schöne bunte Veranstaltung.“

Führungen in Kirchen und Moschee

Zahlreiche Besucher nutzten das Angebot von Führungen durch Briloner Kirchen und die Moschee. Maria Hucker (Stadtführergilde) führte durch die Propsteikirche, einem der eindrucksvollsten Gotteshäuser Westfalens. Pfarrer Rainer Müller empfing die Besucher „zu einer kleinen Wahrnehmung“ in der Ev. Stadtkirche. „Ich erlebe immer, dass die Menschen die Schlichtheit hier genießen.“ Die Kirche wurde 1856 außerhalb der Stadtmauern auf einem alten Sportplatz gebaut, den die Stadt der evangelische Gemeinde „mit wenig Geld, aber viel Hoffnung“ schenkte. 1922 wurde der Turm angebaut. „Er wird nach den Hansetagen abgerissen. An der Bausubstanz ist nichts mehr zu renovieren, da ist schon Alarmstufe Rot“, so der Pfarrer.

Eindrucksvoll war auch der Besuch in der Moschee der Türkisch-Islamischen Gemeinde. Natürlich mussten alle den Gebetsraum schuhlos betreten. Gülcan Koldere (Dolmetscherin) erklärte die sakrale Einrichtung und religiöse Symbolik mit handgemalten Suren an den Wänden, den Namen der vier Kalifen und des Propheten Mohammed. „Egal, wo wir auf der Welt sind, wir beten immer in Richtung Mekka. Wir beten fünf Mal am Tag und orientieren uns dabei an der Sonne, deshalb sind die Zeiten zu jeder Jahreszeit anders.“

Mit Auszügen aus dem Theaterstück „Lebenswege“ der Interkulturellen Theatergruppe, dessen Thematik alle Zuhörer auf dem Marktplatz betroffen machte, endete ein buntes Programm. „Sehr zufrieden“, war Sabine Volmer (Stadt Brilon) mit dem erfolgreichen Tag. „Der Vorteil war, dass wir schon um 10 Uhr begonnen haben. Dadurch haben wir ganz viele Leute erreicht. Die Menschen waren einkaufen, sind hier stehen geblieben und haben etwas gegessen. Aus 20 Ländern Essen, das war richtig schön“.

Drei Fragen an

Jenny Chandra-Sekaram, in Brilon geborene Tamilin

1. Als Petrinum-Gymnasiastin engagieren Sie sich seit März 2019 bei der „Youngcaritas“, der Plattform der deutschen Caritasverbände für soziales Engagement junger Menschen, und halfen beim Tag der Kulturen beim Buffet. Wie war die Resonanz?

Es waren unglaublich viele Leute da. Wir hatten das nicht erwartet und Menschen aller Nationalitäten saßen einträchtig zusammen und haben gegessen. Man macht sich vorher so viel Arbeit. Etwa 50 Helferinnen aller Nationen haben das Essen ausgeteilt.

2. Wo engagiert sich die Youngcaritas Brilon?

Wir helfen bei Aktionen wie dieser und stellen neue Projekte über Nachhaltigkeit vor. Wie die Aktion „Kronkorken mit Herz“, mit der wir den Verein „Deckel drauf“ unterstützen. Jetzt haben wir angefangen Insektenhotels zu bauen. Wir versuchen, durch kleine Sachen das Thema Nachhaltigkeit aufrecht zu erhalten.

3. Wie viele junge Leute machen bei Ihnen mit?

Wir sind 13 Mädchen von 17 bis 23 Jahren, würden uns aber über weitere Mädchen und Jungen ab etwa 13 Jahren und junge Erwachsene freuen. Wir treffen uns im St. Engelbert Seniorenzentrum mit Nadine Gebauer, der Youngcaritas-Koordinatorin, und verabreden uns in unregelmäßigen Abständen über die App „Signal“.

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