Polizei

Olsberg: Zeugen retten 17-Jähriger wahrscheinlich das Leben

Die Polizei suchte in den Morgenstunden eine junge Frau, die aus einem Krankenhaus geflüchtet war.

Die Polizei suchte in den Morgenstunden eine junge Frau, die aus einem Krankenhaus geflüchtet war.

Foto: Andreas Buck / FUNKE Foto Services

Olsberg/Meschede.  Die vermisste Meschederin wurde in Olsberg schnell gefunden. Wie aber kam sie unbemerkt aus dem Krankenhaus, obwohl sie suizidgefährdet schien?

Nach etwa eineinhalb Stunden Suche war das Mädchen (17) in Olsberg gefunden, die Polizei gab Entwarnung. In Meschede war sie um 9 Uhr aus dem Krankenhaus verschwunden und gegen zehn Uhr erstmals in Olsberg gesichtet worden. Zuvor hatte sie - noch in Meschede - Suizidabsichten geäußert.

In der Kreisstadt verloren sich Spuren des Mädchens, obwohl sich die Polizei mit einem Großaufgebot an Beamten in Zivil und in Uniform auf die Suche machten, vor allem auch am Bahnhof war ein verstärktes Polizeiaufgebot zu beobachten.

Zweimal in Olsberg gesichtet: Erst am Bahnhof und dann am Stausee

Dann wurde sie allerdings in Olsberg gesichtet. Zeugen hatten in der Nähe des Olsbergers Stausees eine Frau durch das Gleisbett der Bahnstrecke nach Winterberg laufen sehen und die Polizei verständigt. Ein umgehend hingeschickter Streifenwagen konnte die junge Frau antreffen und identifizieren. Held: „Diese Zeugen gingen nicht einfach weiter. Sie holten das Mädchen aus den Gleisen, hielten es fest und alarmierten die Polizei.“ Held lobte das Verhalten: „Das ist doch toll, dass im Sauerland den Menschen das auffällt und sie sich Gedanken machen.“

Aufmerksame Bürger hatten das Mädchen schon zuvor barfuß und in zu dünner Kleidung an anderer Stelle in Olsberg herumlaufen sehen. Eine Frau meldete sich bei der Polizei. „Offensichtlich“, so vermutet Polizeipressesprecher Sebastian Held, „ohne dass sie zuvor von der Vermisstenmeldung gehört hatte. Einfach nur, weil ihr das Mädchen aufgefallen war.“ Gegen 10 Uhr hatte die Polizei via Twitter die Vermisstenmeldung herausgegeben. Bereits gegen 9.50 Uhr war die junge Frau am Bahnhof Olsberg gesehen worden, wie sie barfuß in Richtung Bigge/Schwimmbad lief.


Aus dem Krankenhause Meschede verschwunden

Zu dem Zeitpunkt - etwa gegen 9.40 Uhr - hatte die Bundespolizei bereits in Absprache mit der Polizei den Bahnverkehr eingestellt. Und die Polizei war kurz davor einen Hubschrauber für die weitere Suche anzufordern. Das Alter der Vermissten sowie ihre Suizid-Absichten machten das dringend nötig. „Grundsätzlich darf ja jeder hingehen, wohin er will“, erklärt Held. „Deshalb gehen wir mit Vermisstenmeldungen oft auch erstmal nicht in die Öffentlichkeit.“ Doch hier stellte sich der Fall anders dar, Zeugen wurden aufgefordert, sich unter 110 zu melden.

Wie die Polizei mitteilt, ist sie nun wieder in Obhut des Klinikums Hochsauerland. Mit der Polizei habe sie noch nicht gesprochen. Wie sie den Weg von Meschede nach Olsberg in rund 60 Minuten schaffen konnte, sei derzeit noch Gegenstand der Ermittlungen.

Außerdem stellt sich aber die Frage, wieso eine junge Frau mit Suizidabsichten einfach barfuß aus dem Krankenhaus Meschede verschwinden kann, ohne, dass sie jemand aufhält?

Hilfsangebote für Menschen mit Depressionen

Ein wichtiger Hinweis: Normalerweise berichten wir nicht über Suizide oder geplante Suizide, es sei denn, sie erfahren durch ihre Umstände besondere Aufmerksamkeit. Wenn Sie selbst depressiv sind und Selbstmord-Gedanken haben, kontaktieren Sie bitte die Telefonseelsorge über die kostenlose Hotline 0800/111 01 11 oder 0800/111 02 22. Hilfe für Menschen, die unter Depressionen leiden, gibt es außerdem auch beim Bündnis gegen Depression unter: 0291/941469.

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