Verkehr Winterberg

Niedersfeld will weniger Lärm und Raser

Viele Autofahrer halten sich nicht an Tempo 50 im Ort, bemängelt die Dorfgemeinschaft Niedersfeld

Viele Autofahrer halten sich nicht an Tempo 50 im Ort, bemängelt die Dorfgemeinschaft Niedersfeld

Foto: Julian Stratenschulte

Niedersfeld.  An allen drei Ortseingängen von Niedersfeld stehen seit einiger Zeit Displays zur Tempo-Kontrolle. Wofür die Daten als Argumente dienen sollen.

Durch Niedersfeld fahren zu viele Autos und Lkw und das auch noch oft zu schnell. Das zumindest ist eine verbreitete Ansicht im Dorf. Um dagegen erste Schritte einzuleiten, hat der Dorfgemeinschafts-Verein vor einigen Monaten zwei Displays zur Geschwindigkeitsmessung angeschafft. Ihr Wert beträgt zusammen 6000 Euro, bei deren Beschaffung heimische Geldinstitute den Verein unterstützt haben.

Zusammen mit einem dritten Gerät, das der Stadt gehört, werden damit die drei Ortseinfahrten aus Richtung Olsberg, Winterberg und Hildfeld überwacht. Die Displays zeigen Kraftfahrern an, ob sie sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten – an allen drei Messpunkten gilt Tempo 50. Die Maßnahme habe schon zu ersten Verbesserungen geführt, meint Ortsvorsteher Heinz Schmidt. „Man merkt schon, dass die Leute beim Anblick der Anzeige auf die Bremse gehen.“

Langfristig aber möchte der Verein mehr erreichen als das. „Das Thema liegt uns sehr am Herzen“, sagt Schmidt. Immer wieder sei er als Ortsvorsteher auf die Verkehrssituation angesprochen worden. Deshalb sollen die Geräte aus seiner Sicht vor allem dazu dienen, Zahlen zusammenzutragen. Zahlen, die dann als Argumente genutzt werden können, um Veränderungen anzustoßen.

Große Datenmenge

Die Displays messen nicht nur die Geschwindigkeit der durchfahrenden Fahrzeuge, sondern zählen diese auch und speichern die Werte zusammen mit Datum und Uhrzeit. So kann bei der Auswertung unter anderem festgestellt werden, zu welchen Zeiten besonders viel Verkehr herrscht, wie die Durchschnitts- und Spitzenwerte bei der Geschwindigkeit waren, wie viele der Fahrzeuge insgesamt schneller als die erlaubten 50 km/h unterwegs waren und mehr. Differenzieren zwischen Pkws und Lkws können die Geräte jedoch nicht.

Die Daten der beiden vereinseigenen Displays bekommen die dafür zuständigen Mitglieder mittels einer Handyapp direkt aufs Mobiltelefon. Die ersten Daten liegen schon vor, erklärt Jörg Harbecke. Ausgewertet habe er die erhebliche Datenmenge allerdings noch nicht, doch das ist das Ziel.

Denn wie erwähnt wollen die Niedersfelder nicht nur den Status quo feststellen, sondern die Zahlen auch als Argumente nutzen. Dabei seien je nach Ergebnis der Auswertung verschiedene Ziele denkbar, so Heinz Schmidt. „Wir wünschen uns zum Beispiel ein nächtliches Fahrverbot für Lkw oder eine Tempo-30-Regelung in der Nacht.“Inwieweit solche Wünsche in die Realität umzusetzen sind, müsste sich jedoch erst während eines längeren Prozesses erweisen.

Denn die Datensammlungen können nur Grundlage für Gespräche sein, die später zwischen der Stadt und weiteren Beteiligten und Entscheidungsträgern anstünden. Die ersten Auswertungen des städtischen Gerätes lägen schon vor, teilte gestern Rabea Kappen, Pressesprecherin der Stadt, mit. Noch sei der untersuchte Zeitraum aber zu kurz, um daraus Schlüsse zu ziehen.

Deshalb werde weiter gemessen und ausgewertet. „Insbesondere die Daten zur Geschwindigkeit sind interessant, wenn sie sich über einen längeren Zeitraum verfestigen, so dass man dann verkehrsrechtliche Maßnahmen mit der Straßenverkehrsbehörde und der Kreispolizeibehörde als zuständige Stellen erörtern kann.“

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