Polizei

Motorradfahrer unterschätzen das Sauerland und seine Straßen

Ein Motorradfahrer fährt über die L685 zwischen Arnsberg und Sundern (Sauerland) über den sogenannten Ochsenkopf an einem Kreuz vorbei, welches an den Unfalltod eines 34-jährigen im Jahr 2003 erinnert.

Ein Motorradfahrer fährt über die L685 zwischen Arnsberg und Sundern (Sauerland) über den sogenannten Ochsenkopf an einem Kreuz vorbei, welches an den Unfalltod eines 34-jährigen im Jahr 2003 erinnert.

Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Brunskappel/Hochsauerland.   Motorradfahrer unterschätzen oft die Gefahren, die die Straßen des Sauerlandes mit sich bringen. 157 Motorradunfälle gab es allein 2018 im HSK.

Nach dem folgenschweren Zusammenstoß zwischen einem Motorradfahrer und einem Radfahrer, bei dem am Sonntag zwei Männer ums Leben kamen, bittet die Polizei alle Verkehrsteilnehmer noch einmal um mehr Rücksichtnahme.

Klassisch hat im April bereits die Motorradsaison begonnen. Doch schon mit den ersten warmen Frühlingstagen sind die ersten Biker auf den Straßen unterwegs. Schon jetzt sind mehr als zehn Motorradfahrer verletzt und drei Biker bei Verkehrsunfällen im HSK gestorben.

157 Motorradunfälle

Im vergangenen Jahr gab es 157 Motorradunfälle im HSK. Hierbei wurden 146 Menschen verletzt und zwei getötet. Bei zwei von drei Unfällen sind die Motorradfahrer die Unfallverursacher. „Viele Menschen kommen auch aus den umliegenden Kreisen, dem Ruhrgebiet oder den Benelux-Staaten um auf den beliebten Motorradstrecken zu fahren. Das spiegelt sich auch bei den Unfällen wider“, so die Polizei.

Dreiviertel der verunglückten Motorradfahrer kommen nicht aus dem HSK. Viele unterschätzen die lange Anreise oder die anspruchsvollen Strecken. Für Motorradfahrer sei es überlebenswichtig, die eigene Geschwindigkeit und die Maschine richtig einschätzen zu können. Deswegen sind Pausen enorm wichtig. Gerade nach dem Winter und der längeren Fahrpause muss man die Maschine wieder kennenlernen.

Fahr- und Sicherheitstraining

Ein Fahr- und Sicherheitstraining kann hier sinnvoll sein. Doch auch Autofahrer müssen sich wieder an Motorräder im Straßenverkehr gewöhnen und aufmerksamer sein. Die Geschwindigkeit ist häufig schwieriger einzuschätzen und die Motorräder sind auf ländlichen Straßen häufig schlechter Sichtbar. Auch in diesem Jahr wird die Polizei wieder an vielen Strecken im Sauerland Motorräder kontrollieren, um die Verkehrsunfälle zu reduzieren. Jeder Tote und jeder Verletzte ist einer zu viel.

Fast 60 km/h zu schnell

Am Montag kontrollierte der Verkehrsdienst der Polizei die Geschwindigkeit auf der Hellefelder Höhe. 50 Stundenkilometer lautet die zulässige Höchstgeschwindigkeit für Motorradfahrer. Vier Fahrer waren so schnell, dass sie ihren Führerschein abgeben müssen. Ein 42-jähriger Warsteiner wurde mit 109 km/h gemessen. „108, 103 und 95 km/h zeugen von der Ignoranz weiterer Motorradfahrer. Sie scheinen nicht zu verstehen, dass zu schnelles Fahren der Killer Nr. 1. auf unseren Straßen ist“, schreibt die Polizei.

„Unabhängig von der Frage, wer den Unfall verursacht, entscheidet die Geschwindigkeit über die Unfallfolgen, sie entscheidet über Leben oder Tod. Die Menschen sollen gerne ins Sauerland kommen, um die Strecken und die Landschaften zu genießen. Hier ist kein Platz für Raser und Drängler. Fahren Sie vorsichtig!“

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