Ausstellung

Malerin erfüllt sich den Traum einer Ausstellung in Brilon

Dr. Christof Bartsch (rechts) bekam von der französischen Malerin Marie Hélène Vaucher (zweite von rechts) vom Lions-Club Noyon ein Bild über Freundschaft zwischen den beiden Städten Noyon und Brilon geschenkt. Zahlreiche Kunstinteressierte kamen zur Vernissage..

Dr. Christof Bartsch (rechts) bekam von der französischen Malerin Marie Hélène Vaucher (zweite von rechts) vom Lions-Club Noyon ein Bild über Freundschaft zwischen den beiden Städten Noyon und Brilon geschenkt. Zahlreiche Kunstinteressierte kamen zur Vernissage..

Foto: Monika Wiegelmann

Brilon.  Die französische Malerin Marie Hélène Vaucher war 2018 mit dem Lions-Club Noyon zu Besuch in Brilon. Sie erklärt, was Besucher erwarten können.

In den nächsten Wochen lohnt es sich, einmal eine kleine „Kultour“-Pause im Foyer des Rathauses zu machen. Dort sind bis zum 4. Oktober rund 60 Werke der französischen Künstlerin Marie Hélène Vaucher vom Lions-Club Noyon ausgestellt.

Die Besucher können sich auf rund 60 ausdrucksstarke Bilder der abstrakten Kunst in großer stilistischer Vielfalt und ansprechenden Farben freuen. Darunter sind Werke, die gegenständlich sind und deutlich in geometrischen Formen münden, aber auch Kunstwerke mit denen der Betrachter sich auseinandersetzen muss, um herauszufinden, was die Künstlerin damit sagen will...oder es selbst interpretieren. Manche Bilder bedrücken, wie das Soldatenbild „Heilige Nacht“. Die facettenreichen Werke der Künstlerin sprechen eine eigene Bildsprache durch ihre meist fröhlich-warmen Farben, magisch wirkenden Bildzeichen, die Formenrhythmik oder ihre Geschichte.

Der Traum einer Ausstellung in Brilon

Im Rahmen des „Friedensprojekte Europa“ kam der LC Noyon 2018 zum 50. Treffen mit dem Lions-Club Brilon-Marsberg, darunter auch die Malerin. Sie meinte damals, dass sie 2018 in Frankreich 15 Ausstellungen machte, aber davon träume, auch einmal in Brilon auszustellen. Auf Einladung des LC Brilon-Marsberg kam die Künstlerin jetzt aus dem 600 km entfernten Noyon nach Brilon, um ihre Werke vorzustellen. Da sie kein Deutsch spricht, hatte Reinhard Sommer (Jumelage-Beauftragter LC Brilon-Marsberg) bei der Vernissage mit vielen Kunstinteressierten viel zu tun.

Er freue sich immer über fremde Gäste, hieß Bürgermeister Dr. Christof Bartsch bei der Vernissage am Freitag die französischen Gäste willkommen. „Diese Woche war für mich sehr international“. Sie mache deutlich, dass auch die kleine Stadt Brilon im Sauerland zum internationalen Weltnetzwerk gehöre: „Ein Telefonat mit Schottland, Besucher aus Osaka, eine Sitzung über die Internationalen Hansetage und mit der Künstlerin aus Frankreich schließt sich der Kreis“, erklärte Dr. Bartsch. „Den Kreativen der Kunst geben wir im Rathaus immer wieder Raum. Das Haus soll ein Rathaus sein, das lebt.“

Malerin seit zehn Jahren

Als neuer Präsident des LC Brilon-Marsberg stellte Tobias Borys die Malerin vor und begrüßte auch den ehemaligen Präsidenten des LC Noyon, Pierre Boulnois (74), der von Frankreich eine beschwerliche Zugfahrt mit mehrmaligem Umsteigen auf sich genommen hatte. Die Künstlerin habe 2009 mit dem Zeichnen und Malen begonnen.

Aber erst das Werk „Régates á Argenteuil“ von Claude Monet brachte sie zur Improvisation. Ihre Werkzeuge und Materialien wurden vielfältiger und der Austausch mit anderen Künstlern brachte mehr Modernität, große bildnerische Freiheit und Offenheit für die Welt in ihre Bilder. Beeindruckt habe ihn, mit welcher Freude die sozial engagierte Künstlerin ihre Kenntnisse in der Malereitechnik bei humanitären Reisen der NGO-Niaga (Hilfsorganisation) in den Senegal an die Schüler weitergab und sie in plastischer Kunst unterrichtete, so Tobias Borys. Ein Teil ihrer Bilder sei auch dem wieder aufflammenden Chauvinismus der Nationalsozialisten gewidmet.

Besondere Gastfreundschaft beeindruckt

Sie sei dankbar für den warmherzigen Empfang in Brilon, freute sich Marie Hélène Vaucher und dankte auch ihren Gastgebern Marion und Joachim Richter (LC Activity-Beauftragter). „Wir wissen, dass Eure Gastfreundschaft etwas Besonderes ist.“ Den entscheidenden künstlerischen Impuls für ihre abstrakte Malerei habe ihr das Werk „Regatta“ von Claude Monet gegeben, aber auch der Austausch mit dem afrikanischen Maler Elhadj 2013 im Senegal. „Er zeigte mir seine afrikanische Technik mit Sand. Ich gab ihm meine Acrylfarben und er holte für mich Sand aus den Dörfern. Jedes hat Sand in verschiedenen Farben“, erzählte sie. „Es erforderte Mut und Mühe, mit dem Fahrrad in die Dörfer zu fahren und mir ein Dutzend Sandsäcke zu bringen. Das Gemälde Nr. 56 „Terre du Sénégal“ habe ich mit gelbem und orange gefärbtem Sand gestaltet.“, sagt die Künstlerin.

„Inspiriert durch die Geschichte meines Dorfes, habe ich drei Jahre Bilder zum Krieg (1914 bis 1918) gemalt. Unser von Franzosen bombardiertes Haus diente als Schutz für französische Zivilisten. Das Dorf wurde von den Deutschen besetzt, die den Schutz suchenden Franzosen sagten: „Geht hier weg, die Franzosen werden euch beschießen“. Im Dorf gibt es deutsch-französischen Friedhof, auf dem sich ein Brunnen befindet. Um diesen versammelten sich Ende 1914 deutsche und französische Truppen. „Deshalb habe ich das Bild Nr. 64 „Der Waffenstillstand von Weihnachten“ genannt.“

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