Kündigungen

Krankenhaus Brilon akzeptiert Vorschlag des Arbeitsgerichts

Das Maria Hilf-Krankenhaus Brilon

Das Maria Hilf-Krankenhaus Brilon

Foto: Krankenhaus

Brilon.   Die drei Arbeitsgerichtsverfahren um das Intermezzo auf der „Gyn“ des Briloner Krankenhauses sind abgeschlossen. Es wird teuer für das Maria Hilf

Die Arbeitsgerichtsverfahren rund um die geplante und bereits im Ansatz gescheiterte Neuausrichtung der Gynäkologischen Abteilung des Maria Hilf-Krankenhauses sind vom Tisch. Das Krankenhaus hat den am 16. November im Kammertermin gemachten Vorschlag, dem noch in der Probezeit wieder entlassenen zusätzlichen Chefarzt Dr. S. bis Ende September das Gehalt sowie eine Abfindung in Höhe von 20.000 Euro zu zahlen, akzeptiert.

Am Freitag, 7. Dezember, war die dreiwöchige Erklärungsfrist abgelaufen. Maria Hilf--Geschäftsführerin Sonja Drumm hatte in der Verhandlung vor dem Arbeitsgericht den von Richter Dr. Teipel gemachten Vorschlag unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Aufsichtsrates bereits akzeptiert.

Dr. Bartsch: Kostenrisiko zu hoch

Wie dessen Vorsitzender, Bürgermeister Dr. Bartsch, auf Anfrage der WP sagte, habe man das Verfahren nicht weiter verfolgt, weil „das Kostenrisiko zu hoch“ gewesen sei. Nach wie vor sei es jedoch unverständlich, warum sich das Gericht nicht auf die in einer Probezeit übliche zweiwöchige Kündigungsfrist eingelassen habe.

Wie berichtet, haben Dr. S. ebenso wie der mit ihm nach Brilon geholte und mit ihm auch wieder entlassene Oberarzt Dr. B. neue Stellen in einem Krankenhaus in Sachsen--Anhalt angetreten. In dem Kündigungsschutzverfahren gegen Dr. B. hatte sich das Krankenhaus bereits im Gütetermin Ende Juli auf einen Vergleich eingelassen.

Dr. B.’s Gattin steht allerdings nach wie vor auf der Gehaltsliste des Krankenhauses. Ihre Kündigung hatte die Maria Hilf-Geschäftsführerin überraschend im Kammertermin zurückgezogen. Zur Arbeit erschien die Assistenzärztin bisher allerdings nicht. Zunächst hatte sie wegen des seit Juli nicht gezahlten Gehalts von ihrem Zurückbehaltungsrecht Gebrauch gemacht. Die Nachzahlung, so ihr Anwalt Eckhard Schulze zur WP, sei nach ein paar Tagen eingegangen. Allerdings könne seine Mandatin nicht zum Dienst erscheinen. Sie sei arbeitsunfähig.

Jede Menge Geld verbrannt

Resumee: Der Ex--Chefarzt erhält für drei Monate Gehalt plus 20.000 Euro Abfindung, wobei das Gericht die Abfindung mit etwa einem Monatsgrundgehalt ansetzte.

Mit dem Oberarzt schloss das Maria Hilf den Vergleich, von Juli bis Jahresende das Gehalt weiterzuzahlen und für den Fall einer - wie eingetreten - neuen Stelle das eingesparte Gehalt zu 75 Prozent als Abfindung zu gewähren.

Die bereits vor ihrer Einstellung wieder entlassene Assistenzärztin erhält ohne einen einzigen Diensttag seit Juli Gehalt und für maximal sechs Wochen Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

Hinzu kommen Gerichts- und Anwaltskosten.

Hier finden Sie noch mehr Nachrichten, Fotos und Videos aus dem Altkreis Brilon.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben