Dorfleben

In Berge weht der Richtkranz am Feuerwehr-Gerätehaus

Richtfest am Feuerwehr-Gerätehaus in Berge.

Richtfest am Feuerwehr-Gerätehaus in Berge.

Foto: Rita Maurer

Berge.  Die Dorfgemeinschaft wird es nutzen, die Feuerwehr braucht es und die Schützen „wohnen“ gleich neben dem neuen Multifunktionsgebäude.

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Im ersten Moment ist der Anblick noch ungewohnt - an der Stelle der knapp 120 Jahre alten und maroden Schule neben der Berger Schützenhalle steht nun ein modernes und funktionales Gebäude. Auch wenn es sich noch im Rohbau befindet, ist seine künftige Nutzung schon gut zu erkennen: Berge bekommt eine neue Feuerwehrgarage, die gleichzeitig als Dorfgemeinschaftshaus mitgenutzt wird. Im Juni wurde der ersten Spatenstich gesetzt, jetzt konnte schon Richtfest gefeiert werden - dank der engagierten Baufirmen, die bei Wind und Wetter sowie auch samstags gearbeitet haben.

Dieser Gebäudekomplex ist jedoch mehr als ein paar Mauern mit einem Dach - er ist sichtbares Zeichen für den Zusammenhalt der Berger Bürger und Vereine. Vor einigen Jahren hatte ein Gutachten der Unfallkasse NRW dem bisherigen Feuerwehrhaus sicherheitstechnische Risiken attestiert. Zudem war Bausubstanz der 1902 eingeweihten und 1967 geschlossenen Volksschule, die als Dorfgemeinschaftsraum genutzt wurde, so in die Jahre gekommen, dass trotz aller emotionalen Verbundenheit eine Sanierung nicht realistisch gewesen wäre.

Ebenso wenig realistisch waren aufgrund der Kosten gleich zwei Neubauten in dem 130-Seelen-Dorf.

Schützen und Feuerwehr kooperieren

Deshalb taten sich die Berger zusammen und entwickelten die Idee eines gemeinsamen Gebäudes: Eine Fahrzeughalle für die Feuerwehr mit einem darüber liegenden Dorfgemeinschaftsraum, den die Feuerwehr zu Schulungen nutzen kann. Das Gebäude wird zudem an die unmittelbar benachbarte Schützenhalle angebunden, in der wiederum die sanitären Anlagen so saniert und baulich angepasst werden, dass sie von der Dorfgemeinschaft und die Feuerwehr mitgenutzt werden können. Durch diese Kooperation können die Unterhaltskosten im überschaubaren Rahmen gehalten werden.

Die gesamten Baukosten sind im Haushaltsplan der Stadt mit 479.000 Euro veranschlagt worden, von denen knapp 200.000 Euro aus Landesfördermitteln kommen.

Und da die Berger nicht nur theoretische Ideen entwickeln, sondern auch praktisch kräftig mit anpacken, bleibt ein Eigenanteil für die Stadt von 238.000 Euro.

Neues Feuerwehrfahrzeug

Im kommenden Jahr hat die Löschgruppe Berge gleich doppelten Grund zur Freude: In die neue Fahrzeughalle wird ein Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF-W) mit einem 800- Liter-Wassertank einziehen und das 30 Jahre alte TSF ohne Tank ersetzen, das die Berger 2003 aus Oberschledorn bekommen hatten. In Brandfällen wäre somit künftig direkt ein Wasservorrat vor Ort.

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