Wirtschaft

Winterberger Hotel Oversum an Schwelmer Hotelgruppe Dr. Lohbeck verkauft

Das Winterberger Ei hat einen neuen Besitzer. Die Dr.-Lohbeck-Gruppe hat die Oversum Hotel GmbH übernommen. Der im Eigentum der Stadt stehende Trakt mit Schwimmbad, Touristik und MVZ (links) ist davon nicht berührt.

Das Winterberger Ei hat einen neuen Besitzer. Die Dr.-Lohbeck-Gruppe hat die Oversum Hotel GmbH übernommen. Der im Eigentum der Stadt stehende Trakt mit Schwimmbad, Touristik und MVZ (links) ist davon nicht berührt.

Foto: Blossey

Winterberg/Schwelm.   Die Oversum Hotel GmbH hat einen neuen Besitzer. Die Schwelmer Hotelgruppe Dr. Lohbeck hat das Vier-Sterne-Haus in Winterberg übernommen.

Das Oversum hat einen neuen Besitzer. Zum 1. März hat die Dr. Lohbeck-Gruppe aus Schwelm das Winterberger Ei als Nr. 17 in ihr Hotel-Portfolio übernommen. „Wir suchten schon lange eine weitere Winterdestination“, so Geschäftsführer Stefan Lohbeck zur WP. Mit seiner Auslastungsquote von über 80 Prozent sei das Ski- und Vital-Resort ganzjährig „sehr gut aufgestellt“.

Winterbergs Tourismus--Direktor Michael Beckmann hält das Engagement der international tätigen Hotel-Gruppe für ein gutes Zeichen: „Das Mittelgebirge ist für einen derartigen Investor attraktiv. Das macht Mut.“

An der Nutzung der 2012 in Betrieb genommenen Anlage ändert sich nichts. „Wir pachten weiterhin den Wellnessbereich an und stellen die Stadthalle zur Verfügung, auch für das Schützenfest“, so Stefan Lohbeck weiter.

Pläne für eine Erweiterung

Die Stadt Winterberg ist Eigentümerin des Schwimmbades sowie des Traktes, in dem die Winterberg Touristik und das Medizinische Versorgungszentrum des Franziskus-Hospitals untergebracht sind.

Im Wege eines sogenannten Share-Deals hat die Dr. Lohbeck-Corvey-Fromme-Familienstiftung 94 Prozent der Oversum Hotel GmbH von Gerhard Huber und dessen Oberstaufener Concordia-Hotelgruppe erworben, die restlichen sechs Prozent gingen unmittelbar an ein Familienmitglied. Huber war seit der Insolvenz Eigentümer und Betreiber des Vier-Sterne-Superior-Hauses mit seinen 77 Betten.

Die wollen die neuen Eigentümer künftig erweitern. Eine entsprechende Vorplanung liege bereits vor. Es handelt sich um einen Anbau mit 24 Zimmern. Eilig haben es die neuen Betreiber damit aber nicht. Stefan Lohbeck: „Wir sehen in Winterberg das Potential, die Kapazität des Hotels zu erhöhen. Wir wollen jetzt erst einmal ein Jahr lang Erfahrungen sammeln.“

In ihrer Pressemitteilung zum Erwerb des Oversums bezeichnet die Lohbeck-Gruppe Winterberg als das „St. Moritz des Nordens“. Die Destination verfüge über ein breites Angebotspektrum und sei attraktiv für Wintersportler, Wanderer und Biker bis hin zu Tagungsgästen.

Das Oversum wird das zweithöchst gelegene Urlaubsdomizil der Gruppe sein. Im vergangenen Herbst erst hat die Familie das Panorama-Hotel Turracher Höhe auf der Grenze von der Steiermark und Kärnten in Österreich erworben. Lage: rund 1800 m NN.

Hotels auf Rügen, am Starnberger See und in Florida

Auf Seehöhe dagegen befinden sich gleich mehrere Objekte, etwa auf Rügen/Ostsee das „Cliff-Hotel“ mit seinen 246 Betten oder das „Ambassador“ in St. Peter Ording an der Nordsee. Zur Gruppe gehören mehrere Burgen wie - gar nicht mal weit entfernt - das Burghotel Trendelburg an der Dt. Märchenstraße in Nordhessen und das Burghotel Staufenberg an der Lahn bei Marburg, es gibt ein nobles Resort am Starnberger See und zwei in Fort Myers in Florida/USA.

Über eine auf Hotels spezialisierte Beratungsfirma - tophotel consultants in Baden-Baden - war die Lohbeck-Gruppe auf das Winterberger Ei aufmerksam gemacht worden, und die war - so Stefan Lohbeck - von der „herausragenden Architektur“ der Immobilie sofort begeistert. Lohbeck: „Die Verhandlungen haben sechs Wochen gedauert. Dann war die Tinte unter den Verträgen trocken.“

„Verantwortung für die Immobilie“

„Wir sind ein traditionell aufgestelltes Unternehmen“, so Stefan Lohbeck im WP-Gespräch. Deshalb begnüge man sich nicht nur mit dem Betreiben eines Hotels, sondern „wir übernehmen auch die Verantwortung für die Immobilie“.

Über die Insolvenz sei man im Zuge der Verkaufsverhandlungen aufgeklärt worden und auch mit der Stadt habe es natürlich Gespräche gegeben.

Das Oversum war als sogenannten Public--Private-Partnership-Projekt von der Stadt Winterberg und der s.a.b.-Gruppe (Friedrichshafen) entwickelt und gebaut worden. Gesamtinvestition damals: rund 35 Millionen Euro.

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