Natur

Hoher Besuch bei den Bruchhauser Steinen bei Olsberg

Überzeugen sich vor Ort von den Bruchhauser Steinen: Stellv. Bürgermeister Ludger Böddeker, NRW-Umweltstaatssekretär Dr. Heinrich Bottermann, Hubertus Freiherr von Fürstenberg, Präsident der Bruchhauser Steine, und Landrat Dr. Karl Schneider.

Überzeugen sich vor Ort von den Bruchhauser Steinen: Stellv. Bürgermeister Ludger Böddeker, NRW-Umweltstaatssekretär Dr. Heinrich Bottermann, Hubertus Freiherr von Fürstenberg, Präsident der Bruchhauser Steine, und Landrat Dr. Karl Schneider.

Foto: Joachim Aue

Olsberg.  NRW-Umweltstaatssekretär Dr. Heinrich Bottermann besuchte das Nationale Naturmonument und machte sich ein Bild von der Wichtigkeit der Steine.

„Das Land NRW sieht es für seine Pflicht an, das Naturmonument Bruchhauser Steine zu unterstützen, Es dient der Identitätsbildung der gesamten Region. Das Land NRW wird sich da nicht wegducken“, erklärt NRW-Umweltsekretär Dr. Heinrich Bottermann. Er ist auf Einladung von Hubertus Freiherr von Fürstenberg, Präsident der Stiftung Bruchhauser Steine, zu Gast bei Olsberg gewesen und freute sich über seinen Besuch in einem Gebiet, das seiner Meinung nach nationale Bedeutung hat.

„Vor zwei Jahren wurde es aus naturgeschichtlichen und kulturhistorischen Gründen sowie wegen der Seltenheit der vorkommenden Pflanzen als erstes Nationales Naturmonument in Nordrhein-Westfalen ausgewiesen. Die Ernennung zum Nationalen Naturmonument ist auch eine verdiente Anerkennung für die Arbeit der Stiftung Bruchhauser Steine“, sagt Dr. Bottermann weiter.

Juwel der Region

Die lobenden Worte gingen an Freiherr von Fürstenberg nicht spurlos vorbei. Er bedankte sich über die Anerkennung und betonte, dass die Bruchhauser Steine „ein Juwel unserer Region“ sind. Die Ausweisung als Nationales Naturmonument helfe der Stiftung dabei, diesen „Schatz noch besser zu bewahren und sichtbar zu machen“, erklärt der Freiherr die Wichtigkeit.

Der Besuch des Staatssekretär startete im Info-Zentrum Bruchhauser Steine. Die dortige Ausstellung über die Bruchhauser Steine wurde im vergangenen Jahr im Auftrag der Stiftung mit zusätzlichen Fördermitteln des Landes aktualisiert. Sie vermittelt auf anschauliche Weise die Besonderheiten des Gebietes. Die anschließende Wanderung führte vom Panoramaparkplatz zum Feldstein, wo zwei Bronzeplaketten an die Gründung der Stiftung und an die Ausweisung der Bruchhauser Steine als Nationales Naturmonument erinnern.

Austausch über Besonderheiten

Staatssekretär Dr. Bottermann und der Freiherr tauschten sich vor Ort gemeinsam mit zahlreichen Partnern der Stiftung über Besonderheiten und aktuelle Maßnahmen zu Entwicklung des seit 2017 bestehenden Nationalen Naturmonument Bruchhauser Steine aus. Im Jahr 2018 wurden die Bruchhauser Steine auch zu einem „Juwel“ des Naturparks Sauerland Rothaargebirge gewählt.

Das Nationale Naturmonument liegt östlich von Olsberg-Bruchhausen, das vor wenigen Tage ihre Gründung vor 875 Jahren feiern konnte. Es hat eine Größe von rund 24 Hektar. Schon von weitem sind Bornstein, Goldstein, Ravenstein und Feldstein sichtbar, die den Istenberg bis über 90 Meter überragen. Die Felsen beherbergen arktisch-alpine Vegetationsrelikte mit bundesweitem Seltenheitswert.

Funde aus der Steinzeit

Archäologische Funde belegen menschliche Aktivitäten an den Bruchhauser Steinen von der Jungsteinzeit bis hin zum frühen Mittelalter. Deutlich erkennbar sind alte Wall- und Grabenanlagen einer ehemaligen Befestigung. Die Nutzung der Felsformation als Peilmarken für kalendarische Beobachtungen im 17. Jahrhundert dokumentieren ihre Bedeutung für wissenschaftliche Arbeiten.

Als Nationale Naturmonumente ausgewiesen werden können Gebiete, die aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, kulturhistorischen oder landeskundlichen Gründen von Bedeutung sind. Ein weiteres Kriterium ist auch deren Seltenheit, Eigenart oder Schönheit. Eines dieser beiden Kriterien muss erfüllt sein. Im Vergleich zu Naturdenkmälern haben die Naturmonumente einen höheren quantitativen Flächenanspruch. Bei Naturdenkmalen ist er auf etwa 5 ha begrenzt, während Nationale Naturmonumente großflächiger sind, es sich aber trotzdem noch um „kleinere Flächen“ handeln soll.

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