Kultur

Harfe und Flöte entführen auf Gut Glindfeld in andere Welt

Konzert

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Foto: M. Becker

Medebach.  Das Jahres-Abschlusskonzert des Kulturrings Medebach war ein Highlight: Die Musik für Harfe und Flöte verzauberte im „Kuhstall“ auf Gut Glindfeld.

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Man muss schon dabei gewesen sein, um mit manch gängiger Voreinstellung aufzuräumen, was Musik mit Blockflöte und Harfe angeht. Und das geschah mit diesem Abend im neu formierten „Kuhstall“ auf Gut Glindfeld mit aller Gründlichkeit. Das mit „Lieder ohne Worte“ betitelte Konzertprogramm des Duos Margret Köll, Harfe, und Stefan Kemmingh, Blockflöte, hatte es in sich, wie die zahlreich angereisten Gäste begeistert feststellten. Mit Harfen und Flöten hatten zwei der ältesten bekannten Instrumente der Menschheit ihren Auftritt – natürlich „unplugged“ nach neudeutscher Sprechweise, also ohne Elektronik und Verstärker.

Das Herz der Zuhörer berührt

Mit dem zweigeteilten Programm führte das Duo die Gäste mit Musik von Claudio Monteverdi und anderen bis Händel über ca. 150 Jahre Musikgeschichte von der Zeit des Früh- bis Spätbarock in die Klassik und Romantik. Trotz aller Vielfalt der unterschiedlichen Komponisten war eins dabei den beiden Programmteilen gemeinsam: liedhafte, „cantable“ Musik, die das Herz der Menschen berührt und sie in eine an-dere, schönere Welt führt.

Beitrag zur Entschleunigung

Mit spürbarem Wohlwollen und Genuss ließen sich die Gäste auf eine Musik ein, die sich vorwiegend akustisch zurückhaltend darstellte. Eine Musik, die in ihrem Charakter besonders in den ganz leisen Passagen einen Beitrag zur Entschleunigung leistete und so dem Gemüt und der vielfach gestressten Seele einfach guttat. Dabei waren die Lieder und deren Interpretation keineswegs etwas zum Einschlafen. Dafür sorgten Margret Köll mit ihren zwei Harfen (Barock- und Pedalharfe) wie auch Stefan Temmingh mit seinen sieben verschiedenen Blockflöten. Die in einigen Stücken notwendige Dynamik besonders in Teil zwei war zum Teil nur mit Ganzkörpereinsatz – besonders bei Stefan Temmingh – zu bewältigen.

Würdiger Jahresabschluss

Margret Köll glänzte vor allem durch ein sehr filigranes und einfühlsames Spiel. Besonders für den satten Bass- und Harmoniepart der Musik nutzte sie auf der Harfe alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und spielte mit ihrer Ausdrucks- und Kommunikationsfähigkeit. Beeindruckend dabei auch die teilweise atemberaubende Rasanz in der Tonerzeugung. Dem stand Stefan Temmingh auf der jeweiligen Flöte um nichts. Um einen Halbton zu erzeugen, stützte er das Instrument z.B. während seines virtuosen Spiels für eine Tonlänge auf dem Knie ab, um damit das untere Loch der Flöte zu verschließen und eine andere Tonhöhe zu erreichen.

Festzustellen bleibt: Die Konzertgäste werden das Jahresabschlusskonzert 2019 des Kulturrings Medebach mit besonderen Eindrücken und innerer Gelöstheit in guter Erinnerung haben.

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