Kriminalität

Große Razzia und Festnahmen im Gewerbegebiet Medebach

Auf dem Betriebsgelände der ehemaligen Aufzugfirma Schmidt im Gewerbegebiet Hengsbecke in Medebach läuft seit dem frühen Morgen eine große Razzia

Auf dem Betriebsgelände der ehemaligen Aufzugfirma Schmidt im Gewerbegebiet Hengsbecke in Medebach läuft seit dem frühen Morgen eine große Razzia

Foto: Sonja Funke

Medebach/Korbach..   Gemeinsame Ladendiebstähle soll eine in Medebach wohnhafte rumänische Personengruppe begangen haben. Details zur Hausdurchsuchung heute Morgen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Fünf Stunden lang hat die Polizei heute Morgen von sechs bis 11 Uhr in einer umfangreiche Aktion ein Wohnhaus im Gewerbegebiet Hengsbecke in Medebach durchsucht. Unter Federführung der Kripo Korbach stellten- der Masse der Einsatzfahrzeuge vor Ort nach zu schließen - mehrere Dutzend Bereitschaftskräfte einer Hundertschaft aus Bochum sowie der Kripo aus Brilon und Korbach Beweismaterial im ehemaligen Bürogebäude der Aufzugfirma Schmidt sicher.

Die Ermittlungsgruppe der Polizeistation Korbach hatte seit September 2018 eine Tätergruppe im Visier, die im Verdacht steht, zahlreiche gemeinschaftliche Ladendiebstähle begangen zu haben. Intensive Ermittlungen der Polizei Korbach und der Kreispolizeibehörde Hochsauerlandkreis ergaben einen Tatverdacht gegen eine in Medebach wohnhafte rumänische Personengruppe.

Diebstahl in Lebensmittelmärkten im HSK

Dabei gingen die Täter oftmals in ähnlicher Art und Weise vor, schreibt die Polizei. Mehrere Personen betraten Lebensmittelmärkte und andere Geschäfte im Landkreis Waldeck-Frankenberg und im östlichen Hochsauerlandkreis, u.a. mehrmals im Herbst in Medebach und in Hallenberg. Sechs Taten insgesamt werden hier zugeordnet. Die Masche: „Einer der Täter lenkte Angestellte ab, indem er sie in Gespräche verwickelte. Die anderen Täter stahlen in dieser Zeit Waren aus den Märkten“, schildert die Polizei in einer gemeinsamen Stellungnahme der beiden Kripo-Dienststellen aus Meschede und Korbach. Das Diebesgut legten die Täter in Einkaufswagen und schoben diese durch die Eingangstüren nach draußen. Teilweise löste einer der Täter vorher den Öffnungsmechanismus der Türen von außen aus, so dass die Diebe entgegen der üblichen Richtung die Geschäfte verlassen konnten.

Anwohner: Immer wechselnd fremde Pkw vorm Haus

Zufall oder ein Hinweis? Auch hinter dem Haus in Medebach „parkt“ heute Morgen ein Einkaufswagen neben einem Gasgrill. 20 Personen hätten bestimmt in dem Haus gewohnt, schätzen Mitarbeiter einer benachbarten Firma, die schon seit dem Herbst das Treiben in dem Haus beobachteten. „Morgens um fünf war da schon richtig Aktion, viele Zimmer hell erleuchtet.“ Seit dem Sommer, seitdem die Familie, die sonst dort wohnte, ausgezogen sei, sei es losgegangen, dass immer wieder andere Fahrzeuge aus ganz Deutschland vor dem Gebäude geparkt hätten. „Wir haben uns schon gefragt, von wo wohl am nächsten Morgen die nächsten Pkw her kommen, die hier parken werden.“ Schließlich sei auch öfter mal die Polizei -Streife hier vorbeigefahren. „Da haben wir uns schon gedacht, dass da was ist.“ Heute Morgen seien sicher 50 bis 60 Personen von Polizei, Stadt und Kreis vor Ort gewesen, schätzen die Mitarbeiter.

„Gewerbsmäßiger Bandendiebstahl“ lautet der Vorwurf. Mehrere Kisten tragen heute Morgen die Ermittler aus dem Haus. Intensiv und sehr professionell sei durchsucht worden, u.a. auch fotografiert worden, so Einsatzleiter Kriminalhauptkommissar Stefan Bremehr von der Kripo Brilon. Im Feuerwehrhaus Medebach hatte die Polizei eine Verpflegungsstation eingerichtet. Aufgrund der Objektgröße wurden auch Kräfte der nordrheinwestfälischen Bereitschaftspolizei hinzugezogen. Viele Spaziergänger sehen an diesem Morgen das große Aufgebot, denn das Haus am Rande des Gewerbegebietes grenzt direkt an einen beliebten Spazierweg in Richtung Aventura-Kletterberg und Campingplatz. Auch Schaulustige fotografieren schon am frühen Morgen mit ihren Handys.

Amtsgericht Kassel erlässt Durchsuchungsbeschluss

Durch die Staatsanwaltschaft Kassel war das Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Bandendiebstahls eingeleitet worden. Mit dem Ziel, Teile des Diebesgutes aufzufinden erließ das Amtsgericht Kassel einen Durchsuchungsbeschluss für die Wohnung der Tatverdächtigen in Medebach. Bereits morgens um fünf Uhr begann die Untersuchung.

Es gab mehrere Festnahmen. „Wir haben mehrere Personen festgenommen, darunter Tatverdächtige. Einige Personen werden wir im Laufe des Tages aber sicher wieder entlassen“, sagt Kriminalhauptkommissar Dirk Richter, Pressesprecher der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg.

Gerüchte wegen zeitlicher Nähe zum Tötungsdelikt

Zunächst hatten am Morgen Gerüchte die Runde gemacht, dass dem Einsatz erneut einem Tötungsdelikt zugrunde gelegen habe. Am 10. Januar war in Medebach ein 67 Jahre alter Mann ermordet in seiner Wohnung aufgefunden worden. In der vergangenen Woche waren zwei Tatverdächtige, ein 21 Jahre alter Mann und eine gleichaltrige Frau, in Siebenbürgen festgenommen worden. Beide hatten bis zur Tat in Medebach gelebt und sich dann in ihr Herkunftsland abgesetzt. „Es gibt keinerlei Tatzusammenhang zwischen dem Tötungsdelikt und diesem Einsatz“, entkräftet Holger Glaremin, Pressesprecher der HSK-Polizei.

Hier finden Sie noch mehr Nachrichten, Fotos und Videos aus dem Altkreis Brilon.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben