Natur

„GrenzWelten“ bewirbt sich um „Nationaler Geopark“-Siegel

Der Geopark GrenzWelten darf sich seit 2009 mit dem Prädikat „Nationaler Geopark“ schmücken. Alle fünf Jahre muss das Siegel erneuert werden.

Der Geopark GrenzWelten darf sich seit 2009 mit dem Prädikat „Nationaler Geopark“ schmücken. Alle fünf Jahre muss das Siegel erneuert werden.

Foto: Privat

Altkreis/Korbach.  Der Geopark „GrenzWelten“, der Kommunen im Hochsauerlandkreis umfasst, will weiterhin ein Nationaler Park bleiben. Kritik wird in Korbach laut.

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Seit 2009 darf sich der 2006 gegründete Geopark „GrenzWelten“, der auch sechs Kommunen des Hochsauerlandkreises umfasst, mit dem anerkannten Prädikat „Nationaler Geopark“ schmücken. Doch das Zertifikat ist vergänglich.

Es bringt die große bundesweite Bedeutung des Geoparks zum Ausdruck. Um dieses Qualitätssiegel behalten zu dürfen, muss sich das Geopark-Projektbüro in Korbach alle fünf Jahre neu darum bewerben. In diesem Jahr ist es wieder soweit. Laut Norbert Panek, Leiter des Projektbüros in Korbach, wurde der neue Bewerbungsantrag in Form eines 35-seitigen Fortschrittsberichtes bereits Mitte Mai bei der GeoUnion Alfred-Wegener-Stiftung in Potsdam eingereicht. Mit dem Ergebnis wird im Herbst gerechnet.

Von Marsberg bis Wetter

Der Geopark GrenzWelten umfasst eine Fläche von 3730 Quadratkilometer im Übergangsbereich vom Rheinischen Schiefergebirge (Hochsauerland) zur Niederhessischen Senke. In seiner Nord-Süd-Ausdehnung reicht der Geopark von Marsberg (im Norden) bis nach Wetter (Kreis Marburg-Biedenkopf). Er beherbergt rund zwölf national und international bedeutende Erdaufschlüsse und Fossilienfundstätten, mindestens fünf davon haben Welt-Bedeutung, darunter das Naturmonument „Bruchhauser Steine“, die Saurier-Fundstelle bei Brilon-Nehden und die „Korbacher Spalte“.

In den letzten Jahren wurde die Infrastruktur des Geoparks kontinuierlich weiter ausgebaut. Mit der Eröffnung des „Geo-Foyers Kalkturm Korbach“ 2015 bestehen nunmehr drei Einrichtungen dieser Art, zwei weitere sind in den Geopark-Regionen „Hochsauerland“ und „Wolfhager Land“ unmittelbar geplant. Fernerhin gibt es 22 Geo-Wanderpfade und 45 Geo-Infostationen. Seit 2017 werden die Einrichtungen in einer „Geotouristischen Übersichtskarte“ beworben. Ein Team von rund 20 ausgebildeten Geoparkführerinnen und -führern bietet regelmäßig Wanderungen an.

Aushängeschild und Lernort

Insgesamt hat das Projektbüro in den letzten fünf Jahren rund 139.000 Euro aus Kreiszuwendungen investiert. Der Hauptteil floss in die Öffentlichkeitsarbeit und wurde für den Anschub von örtlichen Infrastruktur-Projekten verwendet. Der Geopark habe sich, so Panek, zu einem Aushängeschild der Region entwickelt. Die Arbeit des Projektbüros konzentriere sich auf den Umweltbildungsbereich und auf die Etablierung des Geoparks als „außerschulischen Lernort“.

Die erfolgreiche Arbeit im Geopark werde vor allem von einem Netzwerk ehrenamtlicher Helfer getragen. Ohne dieses Netzwerk sei der Geopark auf Dauer nicht existenzfähig, sagt Panek. Diese Netzwerkarbeit koste jedoch viel Zeit und Kraft. Das Projektbüro ist erst seit einem guten halben Jahr lediglich mit einer zusätzlichen halben Fachstelle besetzt. „Mit dieser schwachen Personaldecke kann ein Gebiet in dieser Größenordnung auf Dauer nicht vernünftig betreut werden.“

Ideen bleiben auf der Strecke

Viele gute Ideen landen in der Schublade, weil die Kapazitäten fehlen. „Ich vermisse eine Wertschätzung unserer Arbeit und in der Personalfrage eine nachhaltige Unterstützung seitens des Landkreises Waldeck-Frankenberg als Träger des Geoparks“, kritisiert Panek.

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