Tatorte

Ermittlungen in dem Fall ruhen derzeit

Foto: Andreas Bartel

Willingen/Kassel.  „Ich mache den Polizisten von damals keinen Vorwurf“, sagt Jasmin B. über die Beamten, die unmittelbar nach der Tat den Fall aufnahmen.

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„Ich mache den Polizisten von damals keinen Vorwurf“, sagt Jasmin B. über die Beamten, die unmittelbar nach der Tat den Fall aufnahmen. „Ich denke aber, dass sie mit der Situation überfordert waren.“ Die 31-jährige ist eine reflektierende junge Frau. Polizei und Staatsanwaltschaft hätten ihren Job gemacht. Kritik übt sie an den Ermittlungsbehörden im Kontakt mit ihr und dem Fall in den Monaten und Jahren nach dem Verbrechen. „Ich wurde noch nicht einmal über einen Sachbearbeiterwechsel informiert.“ Es habe an der Sensibilität im Umgang gemangelt. „Wenn man dort anruft und sich erkundigt, kommt man sich vor wie ein Bittsteller.“

DNA-Analyse-Datei des BKA

Das Ermittlungsverfahren wurde zwischenzeitlich eingestellt. „Bis dahin waren umfangreiche Ermittlungen durch Staatsanwaltschaft und Polizei geführt worden, um die Identität des Täters zu ermitteln; unter anderem wurden tatzeitnah Befragungen bei Taxi- und Busunternehmen durchgeführt und Telekommunikationsdaten erhoben“, so Oberstaatsanwalt Dr. Götz Wied, Sprecher der Staatsanwaltschaft Kassel gegenüber der WP. Es habe auch DNA-Untersuchungen gegeben. Zuletzt im vorletzten Jahr. Ein Phantombild wurde gefertigt, das im Januar 2005 veröffentlicht wurde. Die Fahndung selbst sei bundesweit über das polizeiliche Informationssystem gelaufen. Zudem sei ein Abgleich des DNA-Identifizierungsmusters mit den Beständen der DNA-Analyse-Datei des BKA vorgenommen worden. „Da sämtliche Ermittlungsmaßnahmen ohne Erfolg blieben, wurde das Ermittlungsverfahren eingestellt. Hierbei handelte es sich jedoch um keine endgültige Einstellung, sondern um eine solche, die eine jederzeitige Wiederaufnahme der Ermittlungen aufgrund neuer Erkenntnisse zulässt“, so Wied. In Vergewaltigungsfällen könne das der Fall sein, wenn sich aufgrund neuer Eingaben in die DNA-Analyse-Datei ein Treffer ergäbe, der einen Rückschluss auf den Täter zulasse. „Die Verfolgungsverjährung beträgt hier 20 Jahre“, so Wied weiter. Sollte sich nach Ablauf dieser Frist ein Täter stellen, sperre die Verjährung eine weitere Verfolgung der Tat.

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