Bier

Das „Hopfen aus Hallenberg“-Projekt feiert wichtigen Erfolg

Viele Hände, schnelles Ende: Kleine und große Helfer packten am Sonntag auf dem Hof Hallenberg tatkräftig mit an, um den von Sandra und Michael Wismer (Mitte) angebauten Hopfen zu ernten.

Viele Hände, schnelles Ende: Kleine und große Helfer packten am Sonntag auf dem Hof Hallenberg tatkräftig mit an, um den von Sandra und Michael Wismer (Mitte) angebauten Hopfen zu ernten.

Foto: Rita Maurer

Hallenberg.  Die Anbaubedingungen in Hallenberg sind für Hopfen nicht gut, aber das Bier aus der Region soll regionale Zutaten haben. So gelang der Coup.

Greta weiß genau, was zu tun ist: „Man muss das grüne Ding vorsichtig abzupfen, dass noch ein bisschen Stiel dranbleibt und es nicht kaputt geht.“ Die Vierjährige ist eine von vielen kleinen und großen Helfern, die am Sonntag auf dem Hof Hallenberg unzählige „grüne Dinger“ -oder genauer Hopfendolden - gepflückt und damit das Projekt „Hopfen aus Hallenberg für das Bier aus Hallenberg“ erfolgreich abgeschlossen haben.

Die Ernte reicht voraussichtlich für rund 1000 Liter „Hallenberger Landbier spezial“, das ab Mittwoch gebraut wird und nach der Reifezeit ab November zur Verfügung stehen soll, wenn alles klappt wie geplant. Diese Sonderedition wird komplett aus Hallenberger Zutaten hergestellt: Wasser aus der Struth, Braugerste, die einheimische Landwirte angebaut haben und der besagte Hopfen. Damit kommen die drei Zutaten, die 1516 im bis heute gültigen deutschen Reinheitsgebot festgehalten wurden, alle aus einem Umkreis von einem Kilometer rund um den Brauhof Hallenberg. Die Hefe wurde erst später aufgenommen.

Keine idealen Bedingungen

Hopfen – den kennt man eher aus der Hallertau, aber aus Hallenberg? Es war ein ambitionierter Versuch des im letzten Jahr eröffneten Brauhofs, im Sauerländer Klima Hopfen anzubauen (wir berichteten). Michael und Sandra Wismer, die mit dem Brauhof eng zusammenarbeiten, haben sich im Vorfeld ausführlich informiert, Spezialisten in der Hallertau besucht, ein passendes Grundstück gefunden und im März dann 30 Pflanzen gesetzt.

Genau ein halbes Jahr hat es vom Pflanzen bis zur Ernte gedauert – eine Zeit, die mit viel Arbeit der beiden und noch mehr Fragezeichen verbunden war, denn es hätte gut sein können, dass der Hopfen gar nicht angeht oder im ersten Jahr noch nicht blüht.

Läuse und die Trockenheit waren während des Prozesses eine echte Herausforderung, doch mit Hilfe von vielen Marienkäfern als natürlichen Fressfeinden und unzähligen allabendlichen Gießgängen ist der Hopfen gut gediehen – besser als vorher erwartet.

Wiederverwendung um kommenden Jahr

Die Hopfenranken hängen an fünf Meter hohen Rankhilfen, die vorsichtig abgezogen und im nächsten Jahr wieder verwendet werden. Wie in alten Zeiten werden die federleichten Dolden manuell abgepflückt, jede muss dafür einzeln angefasst werden. Immer wieder kommen Passanten am Hof vorbei und packen spontan mit an, bis alle Dolden nach einem langen Erntetag zum Lufttrocknen aufgestellt worden sind. Und nicht nur die Hopfen-Helfer (außer natürlich die kleine Greta) sind jetzt gespannt, wie in einigen Wochen das Bier schmeckt, in dem so viel Herzblut und Heimat steckt!

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