Jubiläum in Rösenbeck

Das Erfolgsrezept für 25 Jahre Eggeabtrieb in Rösenbeck

Freude bei Groß und Klein beim Eggeabtrieb im vergangenen Jahr in Rösenbeck. Das soll auch in diesem Jahr so sein.

Freude bei Groß und Klein beim Eggeabtrieb im vergangenen Jahr in Rösenbeck. Das soll auch in diesem Jahr so sein.

Foto: Joachim Aue

Rösenbeck.  Seit 25 Jahren wird in Rösenbeck eine ganz besondere Veranstaltung durchgeführt. Das Konzept überstand dabei Hürden und ist weiterhin erfolgreich

Prächtig geschmückte Tiere, Trecker und Fußgruppen in Trachten: Der Eggeabtrieb in Rösenbeck ist ein ganz besonderes Ereignis mit Alleinstellungsmerkmal in der Region. In diesem Jahr wird Jubiläum gefeiert. Wir haben über die Veranstaltung, die inzwischen zum Besuchermagneten geworden ist, mit Holger Borkamp, dem Vorsitzenden des Dorfgemeinschaftsvereins Rösenbeck gesprochen.

Seit 25 Jahren wird in Rösenbeck der Eggeabtrieb gefeiert. Wie kam es zu dieser Veranstaltung, die für das Sauerland ja eher untypisch ist?

Holger Borkamp: Entstanden ist die Idee damals bei einer Fahrt einiger Rösenbecker ins Allgäu, wo sie einen Almabtrieb miterlebt haben. Sie waren total begeistert und kamen zu dem Schluss: Das wäre doch auch in Rösenbeck eine tolle Sache: Berge und Tiere haben wir ja schließlich hier auch. Mit dabei war auch der damalige Vorsitzende des Gemischten Chores, Theo Mühlenbein, und so hat der kleinste Verein, den wir hier bei uns im Ort haben, die Sache in die Hand genommen und erstmals zum Eggeabtrieb eingeladen.

Und wie war die Resonanz?

Am Anfang ist die Veranstaltung etwas belächelt worden, aber im Laufe der Jahre sind die Resonanz und die Begeisterung immer größer geworden. Vor 25 Jahren waren nur einige wenige Gruppen mit dabei. Inzwischen aber findet der Eggeabtrieb ein Riesen-Echo. Im vergangenen Jahr waren 50 Gruppen mit von der Partie. Die Teilnehmer und Zuschauer kommen aus einem Umkreis von 50 bis 60 Kilometern und sind total begeistert. Viele kommen auch selbst in Trachten-Kleidung. Das freut uns, denn es zeigt, dass sie sich mit unserer Veranstaltung identifizieren und Spaß daran haben.

Mit zunehmender Größe hat sich auch einiges an der Organisation bzw. am Ablauf geändert oder?

Genau wie heute ist der Umzug auch schon vor 25 Jahren an der Hütte des Heimat- und Verkehrsvereins gestartet. Früher führte der Weg auch dorthin wieder zurück, wo dann zunächst in der Hütte, später in einem Zelt, welches aufwändig aufgebaut werden musste, weiter gefeiert wurde. Das war immer sehr aufwändig. Deshalb ist die Feier vor ca. fünfzehn Jahren in die Schützenhalle verlegt worden. Zwanzig Jahre lang hat der Gemischte Chor erfolgreich und mit riesigem Engagement die Veranstaltung ausgerichtet. Aber dann haben die Sänger gesagt, dass sie das aus Kapazitätsgründen nicht mehr allein stemmen können. Die Vorstellung, dass es die Veranstaltung nicht mehr geben könnte, hat alle sehr traurig gemacht. Deshalb hat die Dorfgemeinschaft die Ausrichtung des Eggeabtriebs vor fünf Jahren übernommen.

Aber auch für die Dorfgemeinschaft ist es doch sicher eine große Herausforderung, eine solche Veranstaltung zu stemmen?

Ja, natürlich. Das ist eine riesige Aufgabe für die Dorfgemeinschaft. Wir machen das hier ja alle ehrenamtlich. Das Dorf macht das als gemeinsame Aktion und viele Hände packen mit an, damit alles gut klappt. Da gibt es zum Beispiel ein Deko-Team, das mit unglaublichem Enthusiasmus und Kreativität die Schützenhalle in einen wunderschön geschmückten Stadl verwandelt. Und freitags trifft sich traditionell die Wickelgruppe, die Kränze wickeln, mit denen die Tiere zum Umzug geschmückt werden. Dabei entsteht immer eine ganz tolle Blumenpracht. Wir haben auch ein großes Kuchenbuffet, für das Kuchen und Torten gespendet werden. Und natürlich packen viele weitere Helfer mit an und tragen so zum Gelingen der Veranstaltung bei. Für die musikalische Unterhaltung sorgen die Musikvereine aus Rösenbeck und Bontkirchen.

Was ist das Besondere am Umzug selbst?

Beim Eggeabtrieb präsentieren sich alle Tiere bunt geschmückt. Mit dabei sind Esel, Gänse, Kühe, Pferde, Bullen, Ziegen und Schafe. Außerdem ziehen verschiedene Fußgruppen in Trachten und liebevoll ausgestattete Trecker und Wagen durch den Ort. Moderiert wird das Ganze von Theo Mühlenbein und Franz-Heinz Kemper. Beide sind von Anfang an dabei. Wichtig ist es aber auch nochmal zu betonen, dass wir hier natürlich keinen Almabtrieb kopieren wollen, auch wenn wir den Grundgedanken aus Bayern aufgegriffen haben. Wir machen hier unsere ganz eigene Veranstaltung. Rösenbeck ist nach wie vor landwirtschaftlich geprägt. Wir haben hier fünf Höfe, die aktiv Landwirtschaft betreiben. Dazu kommen einige Nebenerwerbs-Landwirte. Rösenbecker quer durch alle Generationen bringen sich bei dieser Veranstaltung ein und es finden sich – auch unter den Jugendlichen – immer neue Gruppen zusammen, die beim Umzug mitmachen.

Und nach dem Umzug wird dann in der Halle zünftig gefeiert. Was erwartet die Besucher dort?

Anlässlich des Jubiläums tritt neben den Musikvereinen aus Bontkirchen und Rösenbeck erstmals die Band „Livehaftig“ aus Geseke mit Liesel & Franz und den original Geisecker Lausbauam auf. Außerdem gibt es ein Kuchenbuffet, eine Cocktailbar, und Kinderunterhaltung.

Was ist für Sie persönlich das ganz Besondere am Rösenbecker Eggeabtrieb?

Für mich ist das Besondere, dass das ganze Dorf hinter diesem Fest steht. Es ist eine Aktion der Dorfgemeinschaft. Alle wären sehr traurig, wenn es das nicht mehr geben würde. Das Geld, was bei dieser Veranstaltung übrig bleibt, kommt übrigens zu 100 Prozent wieder der Dorfgemeinschaft zugute – in diesem Jahr soll es für die Renovierung der Turnhalle eingesetzt werden. Immer wieder begeistert mich persönlich auch der Ideenreichtum beim Umzug, zu dem wir auch in diesem Jahr wieder rund 50 Gruppen erwarten. Und wenn dann auch noch viele Zuschauer in Trachten kommen, freuen wir uns natürlich ganz besonders.

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