Heimat 2.0

Brilonies bringen Stadtgeschichte ins Kinderzimmer

Die Brilonies und ihre Macher (von links) Bürgermeister Dr. Christof Bartsch, Christina Schmidt (Stadtarchiv), Lucia Liebeton (Stadtbibliothek), Angela Drilling (Stadtbibliothek), Anne Marie Scharfenbaum (DRK-Kita), Wolfgang Wommelsdorf (Gymnasium Petrinum) und Dominik Rebein (Fa. Hoppecke).

Die Brilonies und ihre Macher (von links) Bürgermeister Dr. Christof Bartsch, Christina Schmidt (Stadtarchiv), Lucia Liebeton (Stadtbibliothek), Angela Drilling (Stadtbibliothek), Anne Marie Scharfenbaum (DRK-Kita), Wolfgang Wommelsdorf (Gymnasium Petrinum) und Dominik Rebein (Fa. Hoppecke).

Foto: Jürgen Hendrichs

Brilon.  Eine sprechende Huberta und ein redendes Rathaus - die „Brilonies“ können jede Menge über Brilon erzählen.

Die „Brilonies“ bringen Stadtgeschichte in Kinder- und Klassenzimmer: Die „Brilonies“ - das sind die Briloner Waldfee, der Esel Huberta, das Rathaus und eine Autobatterie, allesamt Objekte aus dem 3D-Drucker des Gymnasiums Petrinum und das Ergebnis eines gemeinsamen Kreativ-Projektes von Stadtbibliothek, Gymnasium Petrinum und der Accu in Hoppecke.

Einfach die Figuren auf eine handelsübliche Abspiel-Box stellen und schon geht die Hör-Reise in die Vergangenheit los. Das Rathaus berichtet aus seiner bis 1250 zurückreichenden, wechselvollen Geschichte, die Briloner Waldfee erklärt, was es mit der Hanse auf sich hat, Huberta lässt u.a. mit der Borbergs-Nonne Pia, den Hollen von Rösenbeck und Scharfenberg, dem Till Eulenspiegel von Brilon und Schatzgräbern die Briloner Sagenwelt aufleben, und last but not least gibt die Autobatterie am Beispiel der Fa. Hoppecke einen Einblick in die heimische Wirtschaftsgeschichte.

Kooperation Wirtschaft und Schule

Geboren wurde das Projekt beim Medientag in der Stadtbibliothek im vergangenen November. Mit seinem Informatik-Kurs der Klasse 9, also 15-, 16-jährigen Schülern, hatte Fachlehrer Wolfgang Wommelsdorf zunächst das inoffizielle Briloner Wappentier, den Esel Huberta, modelliert, Prototypen produziert und beim Medientag präsentiert. Dort nahm das Projekt dann Fahrt auf. Die weiteren Figuren wurden entworfen und von den Jung-Informatikern des Gymnasiums 3D-gerecht programmiert und designt. Dabei war die Innovationsabteilung der Fa. Hoppecke und deren Mitarbeiter Dominik Rebein ein engagierter Partner; die Unterstützung ging sogar so weit, dass das Unternehmen Anfang des Jahres dem Petrinum einen 3D-Drucker überließ.

Auch der Bürgermeister liest vor

In allen vier „Brilonies“ steckt ein MP3-Chip mit den jeweiligen Geschichten. Die dauern zwischen 10 und 15 Minuten und wurden eingesprochen von Bürgermeister Dr. Christof Bartsch, Waldfee Sarah Schleich, dem Stadtbibliothek-Team mit Ute Hachmann, Charlotte Böddicker, Merle Muckermann, Christina Schmidt und Lucia Liebeton, die derzeit ihren Bundesfreiwilligendienst in der Stadtbibliothek absolviert; von ihr stammt auch die Bemalung der „Brilonies“. Die Geschichten recherchierten und verfassten Angela Drilling und Christina Schmidt von der Stadtbibliothek sowie Anna Maria Scharfenbaum, Leiterin des DRK-Kindergartens.

Für Bürgermeister Dr. Bartsch ist das Projekt „an der Schwelle zum Stadtjubiläum“ nicht nur eine originelle Art und Weise, schon die jüngsten Einwohner über ein altersgerechtes Medium mit ihrer Heimatstadt vertraut zu machen und für Bindung zu sorgen. Zudem sei es ein weiteres Beispiel für die Wahrnehmung der Stadtbibliothek als außerschulischer Lernort. Dr. Bartsch: „Dort beschäftigt man sich mit vielen Dingen, nicht nur mit Büchern.“ Und letztlich stelle die Kooperation von Petrinum und Unternehmen ein Stück Wirtschaftsförderung dar. Schließlich seien die Schüler von heute die Fachkräfte von morgen.

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