Steuerhinterziehung

Briloner Bauer betankt Fahrzeuge mit Heizöl – Zoll ermittelt

Der Bauer aus Brilon wollte wohl Geld sparen. Im Gegensatz zum Dieselkraftstoff ist rot gefärbtes Heizöl nur mit einer sehr niedrigen Steuer

Der Bauer aus Brilon wollte wohl Geld sparen. Im Gegensatz zum Dieselkraftstoff ist rot gefärbtes Heizöl nur mit einer sehr niedrigen Steuer

Foto: Patrick Pleul

Brilon/Bielefeld.   Der Zoll ermittelt gegen einen Landwirt aus Brilon. Der Bauer soll mehrere tausend Liter Heizöl in Agrarfahrzeugen verwendet haben.

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Damit wollte der Bauer Geld sparen: Denn der Steuersatz für Heizöl beträgt laut Angaben des Zoll 61,35 Euro je 1000 Liter, der übliche Steuersatz für Dieselkraftstoff liegt bei 470,40 Euro je 1000 Liter.

„Im Gegensatz zum Dieselkraftstoff ist rot gefärbtes Heizöl nur mit einer sehr niedrigen Steuer belastet, darf aber ausschließlich zum Heizen verwendet werden“, erklärt Kirsten Schüler, Sprecherin des Hauptzollamts Bielefeld.

Rotfärbung eindeutig Nachweis für eingesetztes Heizöl

Zöllner der Kontrolleinheit Anröchte des Hauptzollamts Bielefeld hatten – wie am Donnerstag bekannt wurde – am 7. August einen landwirtschaftlichen Betrieb in Brilon aufgesucht, um die in den Fahrzeugen verwendeten Kraftstoffe zu kontrollieren. Der Sohn des Betriebsinhabers habe bereitwillig den Zugang zu den einzelnen Fahrzeugen gewährt, heiß es in einer Behördenmitteilung.

Bereits bei der Probennahme aus dem Tank des Ackerschleppers hätten die Beamten deutlich eine Rotfärbung des enthaltenen Kraftstoffes erkennen können. Diese Rotfärbung sei eindeutig der Nachweis für eingesetztes Heizöl. Um eine missbräuchliche Verwendung von steuerbegünstigtem Heizöl als Kraftstoff auszuschließen, wird dem Heizöl der Markierstoff „Solvent Yellow 124“ zugesetzt, um Heizöl von Diesel unterscheiden zu können.

Verdacht der Steuerhinterziehung

Nachdem ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung durch so genannte Heizölverdieselung eingeleitet worden war, habe der Sohn des Betriebsinhabers zugegeben, dass auch alle übrigen Fahrzeuge auf dem Hof mit Heizöl betankt worden seien. Insgesamt stellten die Zollbeamten 3260 Liter zweckwidrig verwendetes beziehungsweise zur zweckwidrigen Verwendung bereitgehaltenes Heizöl fest. Die weiteren Ermittlungen führt das Zollfahndungsamt Essen.

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