Freiwilligendienst

Aus Alme in die Anden: Malte Joeres arbeitet in Peru

Malte Joeres zusammen mit Schülerinnen und Schülern der Grundschule Jesus Trabajador auf dem Schulhof in Cajamarca in Peru. Die bunte Wand im Hintergrund wurde von den Kindern selbst gestaltet. 

Malte Joeres zusammen mit Schülerinnen und Schülern der Grundschule Jesus Trabajador auf dem Schulhof in Cajamarca in Peru. Die bunte Wand im Hintergrund wurde von den Kindern selbst gestaltet. 

Foto: Malte Joeres

Alme.  In einem sehr armen Viertel von Cajamarca hilft der 18-Jährige in einer Schule für arbeitende Kinder. So hat er die ersten zwei Wochen erlebt.

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„Was willst du denn da?“ Viele meiner Freunde konnten nicht so recht nachvollziehen, warum ich nach dem Abitur ein Jahr in Südamerika leben und arbeiten möchte. Dennoch stand für mich schon früh fest, dass ich nach meiner achtjährigen Schullaufbahn eine neue Herausforderung im Ausland suche.

Die Vorstellung, mein gewohntes Umfeld für ein Jahr zu verlassen und mich an einem anderen Ort in einem sozialen Projekt zu engagieren, fand ich sehr reizvoll. Durch einen Vortrag in meiner Schule wurde ich vor einem Jahr auf den Paderborner Verein „Mundus eine Welt“ aufmerksam.

Mundus entsendet jedes Jahr Freiwillige im Rahmen eines entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes in verschiedene Entwicklungsländer.

Schule für arbeitende Kinder

Ich war begeistert und bewarb mich daraufhin im Sommer 2018 bei dem Paderborner Verein. Im November nahm ich dann an einem Orientierungswochenende mit ehemaligen und zukünftigen Freiwilligen und den Organisatoren von Mundus teil. Dort wurden auch die verschiedenen Einsatzstellen vorgestellt.

Von Anfang an war das Projekt in Peru mein Favorit. Es handelt sich um die Grundschule Jesus Trabajador. Diese liegt in der 230.000-Einwohner-Stadt Cajamarca im Norden des Landes, auf 2700 Meter Höhe.

Die Schule richtet sich an finanziell schwache Familien und arbeitende Kinder. Sie ist oft die einzige Möglichkeit für diese Kinder, zur Schule zu gehen, da die öffentlichen Schulen für sie viel zu teuer sind. Auf die Schule gehen 120 Kinder, verteilt auf sechs Klassen.

Seit zwei Wochen arbeite ich nun schon in der Schule mit. Die Lehrerinnen und Lehrer haben mich sehr freundlich in der Schule aufgenommen. Es freut mich, dass ich mich bereits auf vielfältige Weise im Schulalltag einbringen kann.

Montags gehe ich mit dem Schulleiter auf den Markt in Cajamarca und kaufe Obst und Gemüse für die gesamte Woche ein. Das riesige Angebot an exotischen Lebensmitteln beeindruckt mich jedes Mal aufs Neue.

Jeden Mittag helfe ich in der schuleigenen Küche bei der Essensausgabe. Oft bekommen die Kinder dort ihre einzige warme Mahlzeit am Tag. Neben den Aufgaben in der Küche bin ich für die Schulbibliothek zuständig. Lehrer kommen zu mir, um sich Lernmaterial auszuleihen. Aber auch die Schulkinder halten sich in den Pausen gerne dort auf. Außerdem gebe ich in drei Klassen Englischunterricht.

Große Armut, große Probleme

In den ersten zwei Wochen habe ich viele Eindrücke sammeln können. Die Schule liegt in einem sehr armen Viertel. Die Kinder haben fast alle mit familiären Problemen zu kämpfen: Oft sind Elternteile verstorben, viele Väter sind alkoholabhängig. Es kommt vor, dass man morgens die Häuser der Familien aufsuchen muss, weil die Kinder nicht zur Schule gekommen sind.

Trotz der Armut und der gravierenden Probleme in den Familien sind die Kinder sehr fröhlich und lebendig. Die Schule ist für sie ein Ort, an dem sie lernen, aber auch spielen und toben können.

Die Schule Jesus Trabajador ist vielleicht ein Ausweg für diese Kinder aus der Armut. Ich freue mich, ein Teil dieses Projekts zu sein. Ich möchte mich an dieser Stelle auch beim Lions Club Brilon-Marsberg bedanken, der meinen Freiwilligendienst finanziell unterstützt.

Übrigens: Im Moment kann man sich bei „Mundus eine Welt“ für die Ausreise im Sommer 2020 bewerben.

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