Serie "24 Stunden"

Als Nachtportier im Center Parcs gehört Diskretion zum Job

Stefan Gessner arbeitet als Nachtportier im Center Parcs in Medebach.

Stefan Gessner arbeitet als Nachtportier im Center Parcs in Medebach.

Foto: Nicole Reuter

Medebach.  2 Uhr: Wenn andere Menschen schlafen, geht Stefan Gessner arbeiten. Er ist Nachtportier im Center Parcs Hochsauerland in Medebach.

Es ist 3 Uhr morgens, als draußen bereits die ersten Vögel zu zwitschern beginnen. „Das ist das Schöne daran, wenn man in der Nacht arbeitet und es dann wieder früher hell wird.“ Stefan Gessner ist Nachtportier im Ferienpark Center Parcs in Medebach. Zwischen 2 und 3 Uhr nachts begleitet ihn die Westfalenpost bei der Arbeit.

Was für viele doch eine ungewöhnliche Zeit ist, um zu arbeiten, ist für ihn Alltag. Daher ist es keine Überraschung, dass er munter, aufgeweckt und mit guter Laune an der Rezeption steht. Ständig ist er in der Nähe, falls das Telefon klingelt und ein Gast eine Frage hat. „Oder falls es zu einem Notfall kommt, was aber zum Glück nur sehr selten vorkommt“, beschreibt Stefan Gessner. Im Fall der Fälle könne er so aber reagieren.

Regelmäßige Kontrollen wichtig

Um 2 Uhr steht der 47-Jährige vor dem Computer und kümmert sich um Listen mit aktuellen Informationen, die er für seine Kollegen der Frühschicht ausdruckt und in Fächer einsortiert. „Es gibt eine große Anreise am Morgen“, erzählt er. Die Kollegen, die sich beispielsweise um das Restaurant, Frühstück und den Fahrradverleih kümmern, müssen über Buchungen unterrichtet werden.

Das sei die Routine. Aber die Arbeit als Nachtportier sei keinesfalls ohne Abwechslung. „Zu bestimmten Zeiten kontrolliere ich, ob zum Beispiel die Temperaturen im Schwimmbad in Ordnung sind“, so Gessner. Drei bis vier Mal pro Nacht überprüfe er dazu Angaben auf einem Bildschirm und trage die Daten ein. Sollte es mal zu einem Temperatursturz kommen, könne das große Becken mitsamt Wassermassen sonst nicht schnell genug wieder erwärmt werden. Daher seien regelmäßige Kontrollen wichtig.

Damit im Center Parcs alles seine Ordnung hat

Auch Rundgänge zählen zu seinen Aufgaben, erzählt der gelernte Hotelkaufmann, während er weitere Listen abheftet. Dabei entferne er sich allerdings nie allzu weit von der Rezeption, da das Telefon in Hörweite sein müsse. „Dabei füllen wir dann den Shop etwas auf und sorgen dafür, dass alles seine Ordnung hat“, beschreibt er.

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Reportage zum Tag der Arbeit.
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Inzwischen ist es 2.36 Uhr. „Heute ist es etwas ruhiger, weil es eine Sonntagnacht ist. Der Kundenverkehr war im normalen Rahmen. Die Kollegen hat man natürlich abends noch gesehen und um 5 Uhr kommen dann auch wieder die ersten Kollegen. Die sind dann natürlich auch auf unsere Informationen angewiesen“, so Gessner. Schließlich möchte der Gast beim Frühstück frische Backwaren.

Ferienpark fasst 3500 Gäste

Da der Ferienpark in Medebach fast 3500 Gäste fasse, sei auch immer ein Kollege des Sicherheitsdienstes dabei. Gessner erklärt: „Bei dem großen Areal wäre es sonst nicht möglich.“ Trotzdem könne der Beruf auch manchmal etwas einsam werden. „Es hat natürlich Vor- und Nachteile. Aber es macht mir Spaß“, so der aus Bad Wildungen stammende Nachtportier. „Wir sind nachts ein kleines Team. Da kennt man sich und es passt alles sehr gut. Es ist auch besonders schön, wenn Leute ein Problem haben und man ihnen wirklich helfen kann.“ Seit 23 Jahren sei er in diesem Beruf tätig. In dieser Zeit habe er einiges erlebt, das ihm in Erinnerung geblieben ist. „Vieles ist nicht druckreif“, zeigt sich Gessner diskret. Er überprüft die technischen Daten auf dem Monitor und wendet sich den Schlüsseln zu. Er notiert, welche Gäste bereits abgereist sind.

Es geht auf 3 Uhr zu. „Manchmal kommen vier oder fünf Anrufe; keiner oder auch mal 20, 30 in der Nacht“, erzählt Stefan Gessner. „Es ist nicht planbar und sehr unterschiedlich. Das ist auch das Schöne daran.“

Individuell auf Anfragen reagieren

Selbst wenn viele Gäste die gleichen Fragen stellen würden, sei es doch immer anders und er müsse individuell auf Anfragen reagieren. „Man muss besonders flexibel sein“, sagt er. Auch aufgrund der Arbeitszeiten: „Private Termine lege ich meistens auf den Vormittag“, beschreibt er. Je nachdem schlafe er dann ab morgens oder mittags.

Der Alltag des Nachtportiers unterscheidet sich von dem der meisten Menschen. Dennoch fühlt sich Stefan Gessner sichtlich wohl an der Rezeption. Zu seinem Beruf sagt er zusammenfassend: „Ich bin der Meinung, ich hab meine Arbeit immer am besten gemacht, wenn die Leute gar nicht merken, dass ich hier bin.“

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