Schach

WM: Deutscher Schach-Präsident setzt auf Magnus Carlsen

Ab Freitag muss Magnus Carlsen seinen WM-Titel verteidigen.

Ab Freitag muss Magnus Carlsen seinen WM-Titel verteidigen.

Foto: dpa

London/Essen.  Ab Freitag muss Magnus Carlsen seinen WM-Titel verteidigen. Ex-Weltmeister Kramnik erwartet ein enges Match, DSB-Präsident Krause legt sich fest.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Magnus Carlsen gibt sich dieser Tage betont gelassen. In den sozialen Netzwerken postete der Norweger jüngst ein Video, dass ihn beim Langlauf zeigt: „Letzte Vorbereitungen für London“, schrieb der 27-Jährige dazu.

Doch so einfach wie mit Skiern auf Schnee zu gleiten, dürfte der am Freitag beginnende WM-Kampf gegen Fabiano Caruana in der altehrwürdigen Halle „The College“ nicht werden. Der US-Amerikaner mit italienischen Wurzeln liegt in der Weltrangliste knapp hinter dem amtierenden Weltmeister. Caruanas Motivation ist riesig: 46 Jahre nach Bobby Fischer hat wieder ein US-Amerikaner die Chance, Weltmeister zu werden.

Kramnik: "Die Chancen sind ziemlich gleich"

„Ich erwarte ein sehr interessantes und enges Match“, sagt Wladimir Kramnik, Weltmeister von 2000 bis 2007, dieser Redaktion. „Die Chancen sind meiner Meinung ziemlich gleich.“

Der 43-jährige Russe spielte selbst einige Male gegen den Norweger. Zum ersten Mal begegneten sich beide, als Carlsen gerade 15 Jahre jung war. „Ich habe nicht erwartet, dass Magnus die Nummer eins der Welt werden würde, ich war mir sicher“, erinnert sich Kramnik. Der frühere Weltmeister bewundert an Carlsen „sein einzigartiges Talent, seine mentalen Fähigkeiten und seinen Ehrgeizig“. All dies sei ihm „von Natur aus“ gegeben.

Mit 13 Jahren wurde Carlsen Schach-Großmeister, mit 19 erreichte er die Spitze der Weltrangliste, mit 22 wurde er mit einem Sieg über Viswanathan Anand zweitjüngster Weltmeister der Geschichte. 2014 erreichte er eine Elo-Zahl von 2882, der bis heute höchste Spielstärke-Wert.

Den WM-Titel konnte Carlsen, der mittlerweile ein Weltstar ist, 2014 und 2016 verteidigen. Aber reicht es auch diesmal? Die Bilanz spricht für Carlsen: In 33 Begegnungen spielten sich die zwei Großmeister 18-mal remis. Zehnmal gewann Carlsen, fünfmal der ein Jahr jüngere Caruana.

Ullrich Krause, Präsident des Deutschen Schachbundes, erwartet einen „sehr spannenden“ Wettkampf: „Beide Kontrahenten trennen nur drei Elo-Punkte, das heißt, es spielen nach längerer Zeit mal wieder die unbestritten besten Spieler der Welt gegeneinander“. Der Favorit des 50-Jährigen ist der Norwegen: „Ich hoffe, das Magnus Carlsen gewinnt, weil er aufgrund seines sehr lockeren und gewinnenden Auftretens meiner Meinung nach ein echtes Geschenk des Himmels für uns Schachspieler ist.“ Selbstverständlich wäre auch Caruana ein würdiger Weltmeister, aber: „Wenn ich 100 Euro setzen müsste, würde ich 51 davon auf Carlsen setzen.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben