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NFL verbannt Politik in die Kabine: Strafe für kniende Spieler

Colin Kaepernick (Mitte) initiierte den Protest.

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Colin Kaepernick (Mitte) initiierte den Protest. Foto: dpa

Essen.  Umstrittene Entscheidung der amerikanischen Football-Liga NFL: Spieler, die während der Nationalhymne knien, werden künftig bestraft.

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Seit dreieinhalb Monaten ist die Saison in der nordamerikanischen Football-Liga NFL vorbei - längst stellen die 32 Teams ihre Aufgebote zusammen und bereiten sich auf die kommende Saison vor, die im September beginnt. Eine Diskussion aus der vergangenen Spielzeit verfolgt die NFL immer noch - und ist seit Mittwoch um eine Episode reicher. Es geht um den Protest einiger NFL-Spieler gegen Polizeigewalt und soziale Diskriminierung. Während des Abspielens der US-Nationalhymne knieten diese Football-Profis, initiiert wurde der Protest vom derzeit arbeitslosen Quarterback Colin Kaepernick.

US-Präsident Trump schaltete sich in die Hymnen-Diskussion ein

In die Diskussion hatte sich US-Präsident Donald Trump eingeschaltet, der die Empfehlung ausgesprochen hatte, Spieler zu feuern, die die US-Flagge nicht respektieren würden. Zudem nannte er sie "Hurensöhne". Der Protest der Teams war laut, die Bosse der NFL und der Teams hielten sich mit Urteilen weitgehend zurück, einige Spieler knieten weiter.

Das soll nun aufhören - Bilder dieser Art soll es nicht mehr geben. Am Mittwoch veröffentlichte NFL-Boss Roger Goodell eine Entscheidung, die er gemeinsam mit den Besitzern der 32 Teams getroffen hat. Künftig gibt es eine Strafe, wenn Spieler während der Nationalhymne nicht stehen. Abgeschafft wird hingegen die Regel, dass alle Spieler während der Hymne auf dem Platz anwesend sein müssen. Der Protest wird in die Kabine verbannt. "In dieser Saison sollen alle Liga- und Teammitglieder stehen und Respekt für die Flagge und Hymne zeigen. Wir glauben, dass die Entscheidung den Fokus wieder auf das Spiel und die Spieler legt", sagte Goodell.

Kritik an dieser Entscheidung gab es nur kurz nach der Veröffentlichung von der Spielergewerkschaft. "Die NFL hat uns nicht an dieser Entscheidung beteiligt", heißt es in einer veröffentlichten Erklärung. Die Gewerkschaft will die Entscheidung noch einmal überprüfen und hinterfragen.

Colin Kaepernick muss weiter außerhalb der Stadien protestieren. Er wartet seit seinem Aus bei den San Francisco 49ers im Februar 2017 auf einen neuen Job. Von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International wurde er als "Botschafter des Gewissens" geehrt. Er klagt gerade gegen die NFL und will beweisen, dass er nur wegen seiner politischen Aktivitäten nicht unter Vertrag genommen wird und dies keine sportlichen Gründe hat.

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