Formel 1

Formel 1: Vettel wird in Barcelona nur Vierter - Hamilton gewinnt

Sebastian Vettel.

Foto: Getty Images

Sebastian Vettel.

Barcelona.  Sebastian Vettel ist beim Großen Preis von Barcelona nur auf den vierten Platz gefahren. Ein Rückschlag im Kampf um den WM-Titel.

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Hasta la pista! Zum Europastart präsentierte sich die Formel 1 in Barcelona wieder so, als ob sich an der drückenden Mercedes-Überlegenheit in den letzten beiden Monaten nichts geändert hätte: Lewis Hamilton (33) gewann seinen zweiten Grand Prix in Folge, mit 20 Sekunden Vorsprung auf seinen Teamkollegen Valtteri Bottas. Der erste Doppelerfolg in dieser Saison. Sebastian Vettel wurde im Ferrari nach einem ominösen zusätzlichen Boxenstopp nur Vierter hinter Max Verstappen im lädierten Red-Bull-Renault.

„Ich war eins mit dem Auto“, freute sich der Sieger von Spanien, der in der WM-Wertung jetzt 17 Zähler Vorsprung auf Sebastian Vettel hat. Wäre das Wetter besser gewesen, hätte Hamilton mit dem Brillant in seiner Nase um die Wette strahlen können. Damit hat auch das Championteam wieder zur alten Selbstsicherheit zurückgefunden. Hamilton war auf der obersten Stufe des Podiums so unruhig wie ein Boxer vor der entscheidenden Runde, tänzelte wie sein mentales Vorbild Muhammad Ali – der Brite hat seine alte Energie wieder zurück: „Von jetzt an werden wir Druck ausüben.“

Zumindest haben die Titelverteidiger die Tagesform genutzt. Verlierer Vettel machte sich Mut: „Das Ergebnis ist nicht alarmierend, es ist ja nur ein Rennen. Und es war auch eher überraschend, dass Mercedes sich so schwer getan hat.“

Sebastian Vettel startet zunächst clever

Die Startreihen waren schön nach Farben sortiert, Silber vor Rot und Blau. Doch so ordentlich blieb es in einem bislang durch und durch kuriosen Formel-1-Jahr nicht mal 500 Meter. Dann saugte sich Sebastian Vettel im Windschatten von Spitzenreiter Lewis Hamilton an dessen Silberpfeil-Adjutanten Valtteri Bottas vorbei – was für ein gelungener Auftakt. Max Verstappen verhielt sich im Duell mit seinem Teamkollegen Daniel Ricciardo mehr als Talent denn als Tölpel, es ging alles gut. Aber auch das nicht sehr lange. Denn dann drehte sich der Franzose Romain Grosjean quer zum Feld, blieb auf dem Gas, knallte in Nico Hülkenbergs Renault und räumte auch noch den Landsmann Pierre Gasly mit ab.

Große Staubwolke, Trümmerregen – und Opfer Hülkenberg blieb dem „Fliegenfänger“ gegenüber nur der Sarkasmus, den Dreherkönig am liebsten auf den Verkehrsübungsplatz schicken zu wollen: „Das ist extrem bitter und enttäuschend, in der dritten Kurve des Rennens unverschuldet auszuscheiden.“

Eine virtuelle Safety-Car-Phase vor dem letzten Rennviertel nutzte Sebastian Vettel überraschend schon zum Reifenwechsel, der Heppenheimer verlor dabei allerdings zwei Positionen und lag 35 Sekunden hinter Hamilton, als das Rennen wieder frei war. War die Scuderia auf einen Bluff von Mercedes reingefallen? War mit den alten Reifen etwas nicht in Ordnung? Ein Abwägen zwischen Risiko und Sicherheit. „Aus unserer Sicht war es die bessere Strategie, denn wir haben uns schwer getan mit den Reifen und hätten nicht durchfahren können“, sagte Vettel hinterher mit Leichenbittermiene. Doch der Stopp war schlecht terminiert, dauerte ungewohnt lange. Vettel kam nicht richtig an den Vordermann Verstappen ran.

Was jetzt noch den zweiten Hamilton-Sieg in Folge hätte verhindern können, waren nur die rabenschwarzen Wolken, die aufzogen. Angst machte Hamilton das nicht, so sehr wie er im Rennen und in der Weltmeisterschaft das Kommando hat. Eleganter kann man kaum aus der Krise fahren. Mercedes-Sportchef Toto Wolff zeigt sich erleichtert: „Platz eins und zwei hatten wir lange nicht mehr. Jetzt gehen wir nach Monaco und hoffen, dass wir eine gute Dynamik mitnehmen.“

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