Radsport

Ex-Sprintstar Petacchi unter Blutdoping-Verdacht

Aus bei der Tour de France: Alessandro Petacchi

Aus bei der Tour de France: Alessandro Petacchi

Rom.  Medien zufolge stand der ehemalige italienische Radprofi Petacchi auf der Kundenkartei eines der Doping-Beihilfe verdächtigen Erfurter Arztes.

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Der frühere italienische Rad-Sprintstar Alessandro Petacchi steht im Zusammenhang mit dem Skandal um den Mediziner Mark S. unter Blutdoping-Verdacht. Wie die Tageszeitungen Corriere della Sera (Italien) und Le Monde (Frankreich) unter Berufungen auf Ermittlerkreise berichten, findet sich der Name des einstigen Milram-Profi in einer Kundendatei des Erfurter Arztes. Demnach soll Petacchi in den Jahren 2012 und 2013 Transfusionen erhalten haben.

Petacchi bestreitet die Vorwürfe

Der 45 Jahre alte Petacchi, der 22 Giro-Etappen gewonnen hat und mittlerweile TV-Experte in seiner Heimat ist, bestritt die Vorwürfe. "Ich habe erfahren, dass dieser Mark S. ein Arzt bei Milram war, als ich dort gefahren bin", sagte Petacchi dem Corriere della Sera: "Vielleicht hat er sich um die deutschen Fahrer gekümmert. Ich bin aber nie in seine Praxis in Deutschland oder anderswo gegangen, hatte noch nie eine Bluttransfusion. Ich habe keine Ahnung, warum mein Name in der Datei auftaucht."

Petacchi war zum Zeitpunkt der angeblichen Infusionen bei Lampre (2012) und Quick-Step tätig. Bei Milram stand er von 2006 bis 2008 unter Vertrag, die Zusammenarbeit endete, nachdem Petacchi aufgrund eines positiven Dopingtests wegen eines überhöhten Wertes des Asthmamittels Salbutamol im Blut gesperrt wurde.

Teamkollege gestand zuvor Doping ein

Am Sonntag hatte der frühere Profi Danilo Hondo, 2012 Petacchis Teamkollege bei Lampre, in einem Interview mit der ARD-Dopingredaktion Blutdoping bei Mark S. eingeräumt. "Es ging um 2011. Ich muss sagen, und das ist mir auch die ganze Nacht durch den Kopf gegangen, da hatte ich diesen schwachen Moment. Ich habe den größten Fehler meines Lebens getan und dieser Geschichte zugestimmt", sagte er. Hondo (45) wurde am Sonntagabend von seinen Aufgaben als Nationaltrainer der Schweiz fristlos entbunden.

Einschließlich des Kronzeugen Johannes Dürr sind inzwischen elf Sportler aus Deutschland, Österreich, Estland und Kasachstan belastet worden. Ende Februar wurde der Skandal um Mark S. mit einer Doping-Razzia, der sogenannten "Operation Aderlass", während der Nordischen WM in Seefeld ausgelöst. (sid)

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