Eishockey

Roosters nutzen Nürnberger Geschenke beim 2:3 nicht aus

Nürnbergs Leo Pföderl dreht nach seinem Tor jubelnd ab.

Nürnbergs Leo Pföderl dreht nach seinem Tor jubelnd ab.

Nürnberg/Hagen.   Die Iserlohn Roosters verlieren in Nürnberg mit 2:3. Das knappe Ergebnis spiegelt den Spielverlauf nicht wider. Wie die Roosters-Tore fielen.

Andreas Jenike hämmerte einmal wütend mit seinem Schläger gegen den Torpfosten. Der Goalie der Nürnberg Ice Tigers ärgerte sich über seinen Mitspieler Philippe Dupuis. Er ärgerte sich sogar sehr über Dupuis, denn dieser hatte sich unter dem Druck des nachsetzenden Jason Jaspers vor dem eigenen Tor in eine derart missliche Lage gebracht, dass er den Puck verlor – und Louie Caporusso ohne große Mühe ein Tor für die Iserlohn Roosters erzielen konnte. Aus kurzer Distanz war Jenike machtlos.

Die Roosters meldeten sich in dieser 18. Minute zurück im Auswärtsspiel der Deutschen Eishockey Liga bei den Ice Tigers. Auf 1:2 verkürzte Caporusso mit seinem sechsten Saisontreffer. Die Sauerländer untermauerten damit ihren Ruf als Comeback-Könige, den sie sich in den vergangenen Spielen erworben hatten, weil sie etliche Rückstände aufgeholt und die Spiele sogar noch gewonnen hatten. Zuletzt war ihnen dies beim 4:5 nach Verlängerung in Krefeld gelungen. Jenikes Wut war zu diesem Zeitpunkt verständlich.

Die Sensation beim Tabellenführer in Nürnberg blieb allerdings aus – bei einer Bilanz von nun 32 Niederlagen und nur sieben Siegen in Nürnberg wäre ein Iserlohner Erfolg eine solche gewesen – und die Sauerländer traten mit einer knappen 2:3-Pleite die Heimreise an.

Jason Jaspers hadert

Dass in der Schlussphase erneut Spannung aufkam, lag allerdings weniger an den Comeback-Qualitäten der Roosters, sondern mehr an dem Pech der Gastgeber, besonders an dem von Verteidiger Milan Jurcina. Dieser boxte den Puck nach einer Hereingabe von Roosters-Spieler Christopher Fischer in der 51. Minute unglücklich mit der Faust zum 2:3-Anschlusstreffer ins eigene Netz.

„Aber wir haben auch dann nicht gut genug gespielt, um die Chance zu nutzen, vielleicht doch noch den Ausgleich zu erzielen“, sagte selbst Roosters-Kapitän Jason Jaspers nach der Schlusssirene in Nürnberg. „So darfst du auch nicht spielen, wenn du in Nürnberg gewinnen willst“, haderte er zudem mit der vorangegangenen Vorstellung seines Teams in Franken.

Denn von der ersten Minute an bestimmten die Gastgeber das Geschehen auf dem Eis, machten die Räume eng und ließen kaum Offensivaktionen der Sauerländer zu. Brandon Segal (6. Minute) und Leo Pföderl (17.) sorgten für die verdiente Führung.

Die Nachlässigkeit von Dupuis brachte die Roosters wieder zurück ins Spiel. Doch bereits in der 29. Minute stellte Patrick Reimer mit seinem Treffer in Überzahl den alten Abstand wieder her. Es war nach dem von Pföderl das zweite Powerplay-Tor der Nürnberger an diesem Abend.

Partie dank Dahm offen

„Wir hätten das hier souverän runterspielen können, aber wir waren wohl etwas zu lätschert“, sagte Pföderl nach der Partie grinsend bei Telekomsport. Mit „gemütlich“ übersetzte er seinen Dialekt. Dass die Gastgeber nicht vorentscheidend davon eilten, lag jedoch nicht nur an deren Kraftlosigkeit, sondern auch an Roosters-Torwart Sebastian Dahm, der erneut einige starke Paraden zeigte. Auf der Gegenseite blieben solche Szenen Mangelware. „Nürnberg verfügt aber auch über eine superstarke Mannschaft“, sagte Roosters-Spieler Marko Friedrich.

Diese überstand auch die einsekündige Nachspielzeit, welche die Schiedsrichter nach der eigentlichen Schlusssirene und nach einer kurzen Videoanalyse ansetzten, schadlos. Obwohl Roosters-Trainer Rob Daum vor dem allerletzten Bully der Partie sogar noch eine Auszeit nahm, um einen vielleicht entscheidenden Tipp zu geben. Aber so ausgeprägt sind selbst die Comeback-Qualitäten der Iserlohn Roosters nicht.

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