Bundesliga

Rheinderby Gladbach gegen Köln findet ohne Zuschauer statt

So will der neue Krisenstab das Coronavirus bekämpfen

Die Bundesregierung hat einen Krisenstab eingerichtet. Das Ziel: Infektionsketten unterbinden und das Coronavirus in Deutschland eindämmen.

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Mönchengladbach/Essen.  Das Bundesligaspiel am Mittwoch soll vor leeren Rängen ausgetragen werden. Gladbach-Geschäftsführer Schippers warnt vor finanziellen Folgen.

Das verschobene Rheinderby zwischen Bundesligist Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln soll am Mittwochabend (18.30 Uhr) ohne Zuschauer stattfinden. Das bestätigte die Stadt Mönchengladbach in einer Mitteilung. Nordrhein-Westfalen ist besonders von dem Coronavirus betroffen. Das ursprünglich für den 9. Februar angesetzte Spiel war aufgrund eines Sturmtiefs verschoben worden. „Es ist der Tag eingetreten, den wir uns lange nicht gewünscht haben. Das trifft in erster Linie die Zuschauer, aber auch den Verein Borussia Mönchengladbach ins Mark“, sagte Gladbachs Geschäftsführer Stephan Schippers.

"Wir bedauern es sehr, dass es zu dieser Entwicklung gekommen ist, folgen aber selbstverständlich den Vorgaben des Landes, das sich diese Entscheidung sicher nicht leicht gemacht hat", so Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners. "Ich bin froh, dass es jetzt wenigstens eine NRW-weit einheitliche Regelung gibt, kann aber auch die Enttäuschung der Fans verstehen, dass das traditionelle Derby ohne Zuschauer stattfinden wird", ergänzt er.

Spahn: Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmer absagen

Zuvor hatten die Westdeutsche Zeitung und "n-tv" übereinstimmend darüber berichtet. Bei der Stadt Mönchengladbach wurde das 'Geisterspiel' kurz darauf auf Nachfrage bestätigt: "Ich kann das nicht dementieren", sagte Stadtsprecher Dirk Rütten.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte zuvor gefordert, dass Großveranstaltungen mit über 1000 Teilnehmern abgesagt werden. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet kündigte daraufhin an, der Empfehlung zu folgen. „Großveranstaltungen haben natürlich die Neigung, dass da viel übertragen wird“, sagte Laschet in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“: „Deshalb werden wir diesen Rat jetzt auch (...) bei uns in Nordrhein-Westfalen umsetzen.“

Der Gladbacher Bundesligist warnt indessen vor weitreichenden finanziellen Folgen für die Vereine. Laut Geschäftsführer Stephan Schippers sind die Vereine und die Deutsche Fußball Liga (DFL) nicht gegen die fehlende Einnahmen aufgrund von angeordneten Geisterspielen versichert. „Bei uns wird ein Spiel ungefähr zwei Millionen Euro ausmachen. Ob das jetzt ein, zwei oder drei Spiele betrifft, das kann man nicht kalkulieren. Das Geld ist nicht da“, sagte Schippers am Dienstag.

Auch das Revierderby könnte ohne Zuschauer stattfinden

Der Westschlager zwischen Gladbach und Borussia Dortmund (1:2) am vergangenen Samstag war noch ohne größere Einschränkung ausgetragen worden. Lediglich Fans aus der Coronavirus-Risikoregion Heinsberg waren gebeten worden, von einem Besuch im Borussia-Park Abstand zu nehmen.

Diese Entscheidung verteidigte die Stadt in der Mitteilung vom Dienstag. Oberbürgermeister Reiners sagte: "Vor diesem Spiel gab es weder eine klare Empfehlung von Bundesseite noch klare Vorgaben durch das Land. Die Mediziner, mit denen wir uns intensiv beraten haben, hielten es für verantwortbar, das Spiel nicht zu untersagen."

Auch das Revierderby zwischen Borussia Dortmund Schalke 04 am Samstag (15.30 Uhr/Sky) könnte ohne Zuschauer stattfinden. (lo/dae)

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