Schwimm-WM

Nach Eklat bei Schwimm-WM: Auch Heidtmann findet klare Worte

SChwimm-WM: Silber-Gewinner Mack Horton (l.) weigert sich, mit dem umstrittenen Sieger Sun Yang (Mitte) auf dem Podium zu feiern.

SChwimm-WM: Silber-Gewinner Mack Horton (l.) weigert sich, mit dem umstrittenen Sieger Sun Yang (Mitte) auf dem Podium zu feiern.

Foto: Getty

Gwangju  Schwimmer Sun Yang steht unter Dopingverdacht. Er startete trotzdem und gewann. Für Athletensprecher Heidtmann ist das "ein Schlag ins Gesicht".

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Mit deutlichen Worten hat Freistilschwimmer Jacob Heidtmann seinen Unmut über die WM-Starts des unter Doping-Verdacht stehenden Chinesen Sun Yang zum Ausdruck gebracht. „Dass der hier schwimmt, ist eine Frechheit für alle sauberen Athleten, für jeden, der für den sauberen Sport einsteht“, sagte Heidtmann am Montag im südkoreanischen Gwangju. Er ist einer von zwei Athletensprechern der deutschen Schwimmer. „Das ist ein Schlag ins Gesicht und ich hoffe, dass jetzt das Zeichen ausreicht, damit der Weltverband allgemein einsieht, dass der nie wieder auf so einer Bühne stehen darf eigentlich“, sagte Heidtmann.

Sun Yang hatte am Vortag den Titel über 400 Meter Freistil gewonnen. Über 200 Meter trat er ebenfalls an und qualifizierte sich - anders als Heidtmann und der zweite deutsche Starter Poul Zellmann - locker für das Halbfinale am Nachmittag.

Australier Horton verweigert Handschlag

Nach Sun Yangs Titel hatte der zweitplatzierte Australier Mack Horton demonstrativ sein Missfallen zum Ausdruck gebracht. Der 23-Jährige verweigerte dem umstrittenen Schwimmer den Handschlag, boykottierte bei der Nationalhymne seinen Platz auf dem Podium und hielt beim Foto der Medaillengewinner reichlich Abstand.

„Ich bin froh, dass endlich mal jemand ein Zeichen gesetzt hat“, sagte Heidtmann. Sun Yangs Sieg wühlte auch Heidtmann auf: „Mich hat's sau geärgert. Ich darf mich damit eigentlich gar nicht beschäftigen, weil das macht einen so fertig. Aber natürlich: Es frisst alle im Team an und alle waren froh, dass endlich mal ein Zeichen gesetzt wurde.“

Dopingprobe mit dem Hammer zerschlagen

Bei einer unangekündigten Doping-Kontrolle im September 2018 in China war laut Medienberichten eine Probe mit Sun Yangs Blut mit einem Hammer zertrümmert worden. Der 27 Jahre alte Schwimmer soll daran direkt beteiligt gewesen sein, lautet der Vorwurf. Die FINA hatte ihn allerdings vom Betrugsverdacht freigesprochen. Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA legte Berufung gegen die FINA-Entscheidung ein. Der Fall soll im September vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS verhandelt werden. Sun Yang war bereits 2014 wegen Dopings für drei Monate gesperrt gewesen.

Köhler mit deutscher Rekordzeit im Finale

Sportlich setzte Heidtmanns Athletensprecher-Kollegin Sarah Köhler ein Ausrufezeichen. Die Langstreckenexpertin qualifizierte sich am Montag in der deutschen Rekordzeit von 15:54,08 Minuten über 1500 Meter Freistil als Dritte hinter US-Schwimmstar Katie Ledecky und der italienischen Europameisterin Simona Quadarella für das Finale am Dienstag. „Da bin ich natürlich megahappy mit“, sagte die 25-Jährige.

Die Freundin des größten deutschen Hoffnungsträgers Florian Wellbrock und Weltmeisterin mit der 4 x 1,25 Freiwasser-Staffel liebäugelt im Finale (ab 13 Uhr) mit einer Medaille. „Jetzt kommt's drauf an: Wer regeneriert am besten, wer hat die meisten Körner gelassen“, sagte Köhler.

Für Rückenschwimmer Christian Diener lief der Vorlauf über 100 Meter alles andere als rund. Der 26-Jährige verpasste das Halbfinale klar. „Das ist echt traurig, dass es so schlecht war jetzt am Anfang“, sagte er nach seiner Zeit von 54,68 Sekunden. (sid/dpa)

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