Motorsport

Wie die Hersteller von der Formel E profitieren

Leise und effizient: Die Rennwagen der Formel E.

Leise und effizient: Die Rennwagen der Formel E.

Foto: dpa pa

Essen.  Am Samstag starten die Europarennen der vollelektrischen Rennserie Formel E. Manche Technologie kann in Serie gehen.

Abt Sportsline war von Anfang an dabei. Vom ersten Rennen der Formel E am 13. September in Peking an. Dass sich der Tuningbetrieb aus Kempten an das Abenteuer erste vollelektrische Rennserie gewagt hat, lag an einem Projekt, das das Familienunternehmen bereits seit fünf Jahren betrieb. „Wir haben für die Deutsche Post Autos elektrifiziert“, sagt Abt-Motorsport-Direktor Thomas Biermaier. Zum Einstieg in die Rennserie suchte das Allgäuer Team trotzdem einen starken Partner. Und fand ihn im Zulieferer Schaeffler. „Wir arbeiten intensiv mit der Serienentwicklung zusammen“, sagt Ingenieur Simon Opel, Leiter Sonderprojekte Motorsport.

Am Samstag geht für Abt die Europa-Tour in der Formel E los. Nach einem Halt in Rom am Samstag zieht der Tross weiter nach Paris (27. April), Monaco (11. Mai), Berlin (25. Mai) und Bern (22. Juni). In der Vergangenheit hat sich der Motorsport immer wieder mit dem Argument legitimiert, dass er Vorreiter für Entwicklungen sei, die später für die Straßenautos übernommen wurden. Der Scheibenwischer ist so ein Beispiel, die elektrische Einspritzung, auch die Scheibenbremse und das Anti-Blockier-System. Doch gilt dies auch bei der Elektromobilität?

Dank der Vorarbeit des Abt-Teams und deren Zusammenarbeit mit Schaeffler hat Audi die meiste Rennsporterfahrung in Sachen Elektromobilität. Trotzdem sagt Formel-E-Projektleiter Tristan Summerscale: „Es ist noch zu früh, dass wir die Technologie, die wir entwickeln, in die Serie einfließen lassen können.“ Eine Komponente jedoch ist das Rückspeisen von Energie beim Bremsen, Brake-by-wire genannt. Der kürzlich vorgestellte vollelektrische Geländewagen E-Tron verfügt als erstes Serienfahrzeug über dieses System. Den Umgang gelernt haben die Audi-Ingenieure im R18 bei den Rennen zur Langstrecken-WM.

BMW verfolgt einen anderen Ansatz

BMW, das aktuell mit Antonio Felix da Costa den Gesamtführenden stellt, verfolgt einen anderen Ansatz. Die gleichen Ingenieure, die den E-Antrieb für die Serienfahrzeuge i3 und i8 entwickelten, sagt BMW-Motorsportchef Jens Marquardt, haben auch die E-Maschine für die Rennserie entwickelt. Ein effizienter Kreislauf.

Noch nicht dabei, aber schon voll mit dem Einstieg zur sechsten Saison im Dezember beschäftigt sind Mercedes und Porsche. Die Firma mit dem Stern setzt dabei voll auf die Kompetenzen, die sich das Formel-1-Team mit dem komplexen Hybridsystem erworben hat. Konsequenterweise wird der Antriebsstrang für den Formel-E-Silberpfeil im Rennsport-Zentrum in Brixworth entwickelt. Vor allem die Daten-Vernetzung wird auch bei künftigen Generationen an Straßenfahrzeugen immer wichtiger werden. Speziell beim autonomen Fahren.

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