Fußball-Landesliga

Dingden versagt gegen die Holzheimer SG auf der ganzen Linie

Philipp Rensing unterlag mit Dingden 1:6.

Philipp Rensing unterlag mit Dingden 1:6.

Foto: Gerd Hermann / FUNKE Foto Services

Hamminkeln.  Der Aufsteiger zeigt eine ganz schwache Leistung und lässt sich phasenweise vorführen. Der BWD-Trainer nimmt die Pleite mit auf seine Kappe.

Dirk Juch verharrte in den letzten Minuten konsterniert an der Seitenlinie. Nach dem Abpfiff sammelte er sich einen Moment, legte den kurzen Weg zum gegnerischen Trainer zurück und gratulierte. Dem Trainer des Fußball-Landesligisten BW Dingden wird dies nicht sonderlich schwer gefallen sein, zu groß war an diesem Sonntagnachmittag der Leistungsunterschied. Die desolat auftretenden Blau-Weißen blieben nicht nur im sechsten Spiel in Folge ohne Sieg, sondern kassierten gleich ein 1:6 (0:2)-Debakel gegen die Holzheimer SG. Damit rutschte der Neuling auf den vorletzten Rang ab, den vor den 90 Minuten der Gast belegt hatte.

Dingden hatte nach dem Remis unter der Woche beim SV Sonsbeck (2:2) den Kunstrasenplatz anstelle der natürlich gewachsenen Version als Spielstätte gewählt. „Weil wir da gewinnen wollen und auch mehr Stimmung ist“, meinte der Coach vor dem Anpfiff. Dieser Punkterfolg in der Fremde hatte zu einer Stimmungslage geführt, die Dirk Juch als „euphorisch" beschrieb. Doch davon und von Selbstvertrauen war nichts zu sehen. Ganz im Gegenteil.

Dreierkette geht in die Hose

Dirk Juch hatte seinen Sohn Kevin nach vorne beordert und vertraute hinten einer Dreierkette. „Das ging total in die Hose und dies nehme ich mit auf meine Kappe“, sollte der 53-Jährige nach dem Abpfiff einräumen. Dass seine Kicker aber immer mindestens einen Schritt zu spät waren, den Gästen jede Menge Freiraum überließen und seine Elf einfach „grottenschlecht“ (Juch) agierte, hatte der Übungsleiter sicherlich nicht im Vorfeld angeordnet.

Gegen die überragenden Gästekicker Maurice Girke und Shunya Ando, wendige und technisch versierte Stürmer, wirkte jeder Dingdener eher hölzern. Wenn das Duo ungestört den Ball verarbeiten dufte, was meist der Fall war, brannte es bei BWD lichterloh. Das 0:1 resultierte noch aus einem schönen Freistoß von Girke (4.), beim 0:2 wirbelten die beiden Angreifer die Hausherren durcheinander (12.).

Eine Möglichkeit durch Timo Ameling

Und von BWD? – Kam so gut wie nichts. Kevin Juch verhungerte vorne, eine Möglichkeit durch Timo Ameling (39.), das war es aber auch. Die Neusser hielten Dingden aber im Spiel, da sie in Sachen Chancenverwertung sehr leichtfertig agierten. Zur Pause stellte Dirk Juch um, Robin Volmering gelang praktisch aus dem Nichts auch der Anschluss (63.). Doch nun wurden die Gäste effektiver. Pascale Schneider (66.), Girke (78./86.) und Damian Kaluze (85.) trafen zu dem auch in der Höhe verdienten Sieg.

„Das war das schlechteste Spiel in den letzten drei Jahren, und ein komplettes Mannschaftsversagen“, sagte Dirk Juch. Er habe nicht damit gerechnet, dass seinem Team so etwas passieren könne. „Der Gegner hat uns die Grenzen aufgezeigt und war zwei Klassen besser“, so Juch.

BW Dingden: Stefan Buers; Michael Leyking (53. Volmering), Lange, Cavusman, Rensing (67. Meyering), Weirather, Schluse (71. Holtkamp), Steffen Buers, Tulgay, Juch, Ameling (46. Felix Leyking).

Tore: 0:1 Girke (4.), 0:2 Ando (12.), 1:2 Volmering (63.), 1:3 Schneider (66.), 1:4 Girke (78.), 1:5 Kaluza (85.), 1:6 Girke (86.).

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