Leichtathletik

Die schweißtreibende Arbeit mit dem Feuer beim Moonlightlauf

Vom Zieleinlauf durch die Fackelgasse sind die Athleten beim Moonlightlauf immer wieder hellauf begeistert.

Vom Zieleinlauf durch die Fackelgasse sind die Athleten beim Moonlightlauf immer wieder hellauf begeistert.

Foto: Markus Joosten

Wesel.   Der Moonlightlauf von HADI Wesel fand wieder großen Anklang bei den Teilnehmern. Besonders die von vielen unbemerkte Arbeit begeistert alle.

Nach den sieben absolvierten Kilometern sind sie bei den Läufern in aller Munde: die 80 Fackeln entlang der Zielgeraden des Weseler Moonlightlaufs. Während bei normalen Laufveranstaltungen die letzten Meter oftmals zur Qual werden, zaubern die rechts und links aufgereihten Fackeln den Athleten am Weseler Auestadion den Schmerz aus den Knochen. Zweifelsohne: Die Fackeln sind das Markenzeichen der Veranstaltung. Am Freitag trugen sie die Teilnehmer bereits zum zwölften Mal über die Ziellinie.

Auch, wenn der Großteil der Sportler längst im Zielbereich beim Kaltgetränk zusammensteht, so flammen die überdimensionalen Kerzen noch vor sich hin. Für Besucher und Sportler ist es ein schöner Anblick. Mit vollem Einsatz hat auch Manfred Schwarz vom Veranstalter Lauffreunde HADI Wesel seine Arbeit an diesem Abend wieder erledigt. Er hat jedoch nicht die sieben Kilometer lange Laufstrecke absolviert. Der fleißige Helfer bringt – wie in jedem Jahr – seinen eigenen Parcours hinter sich.

Widerspenstige Exemplare verlöschen auch schon mal

Denn kaum jemand sieht, mit welchem Geschick die HADI-Männer die Fackeln überhaupt erst zum Brennen bringen. Damit das flammende Licht später nicht früher ausgeht als es soll, fangen die Helfer erst kurz nach dem Startschuss an, die Fackeln anzustecken. Manfred Schwarz läuft mit dem Brenner vorneweg, hinter ihm trägt ein Kollege die Gasflasche. In beachtlichem Tempo geht es von rechts nach links und manchmal auch wieder zurück.

Schließlich verlöschen widerspenstige Exemplare nach dem ersten Versuch auch mal wieder. Was abenteuerlich aussieht, ist in Wahrheit jahrelange Routine. Am Ende brennen alle Lichter. Eine schweißtreibende Arbeit, von der die Läufer nie etwas mitbekommen. Sie sind zu der Zeit längst auf der Strecke. Dennoch wissen sie den besonderen Zieleinlauf zu schätzen. Und die Worte der Athleten nach den letzten Metern dürften für Manfred Schwarz und seine HADI-Kollegen wohl auch Bestätigung genug sein.

Teilnehmer von besonderer Atmosphäre begeistert

„Das ist einmalig“, bringt es Werner Hoven aus Bocholt auf den Punkt. Schnaufend lehnt er an einer Laterne im Zielbereich. Nicht zum ersten Mal ist er zusammen mit seinem Kollegen Carsten Cziesla in Wesel am Start. Wie oft das Duo beim Moonlightlauf auf die Strecke gegangen ist, weiß es gar nicht mehr so genau. Gewiss ist aber: „Wir sind auch im nächsten Jahr wieder dabei. Diese Veranstaltung ist ganz besonders“, sagt Carsten Cziesla.

Die beiden Bocholter gehören zum großen Teil des Teilnehmerfelds mit viel Moonlightlauf-Erfahrung. Martin Brandenburg zählt dagegen zu den Neulingen. Er ist froh, dass er dem Lockruf seiner Lowicker Laufkollegen gefolgt ist. „Diese Atmosphäre erlebt man nicht bei anderen Läufen. Ich bin begeistert“, sagt er. Dass es diesmal mit 607 Startern ausnahmsweise keinen neuen Teilnehmerrekord gibt, stört den Vorsitzenden Dieter Kloß wenig. „Das ist immer noch eine tolle Zahl“, sagt er. Die Stimmung leidet keinesfalls. Schon gar nicht, so lange die Fackeln brennen.

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