Fußball-Kreisliga A

Beim SV Ringenberg schlägt Teamgeist die Torschusspanik

Dennis Reddmann ist erst in seiner zweiten Saison beim SV Ringenberg. Im ersten Jahr führte der 37-Jährige das Team direkt in die Kreisliga A. Vor zwei Wochen nahm der Aufsteiger in der höheren Klasse sogar die Tabellenführung ein.

Dennis Reddmann ist erst in seiner zweiten Saison beim SV Ringenberg. Im ersten Jahr führte der 37-Jährige das Team direkt in die Kreisliga A. Vor zwei Wochen nahm der Aufsteiger in der höheren Klasse sogar die Tabellenführung ein.

Foto: Gerd Hermann/FFS

Hamminkeln.  SV Ringenberg spielt als Aufsteiger in die A-Liga eine starke Rolle. Trainer Dennis Reddmann spricht im NRZ-Interview auch über die Bezirksliga.

Der SV Ringenberg hat die Fußball-Kreisliga A als Aufsteiger bis zum 13. Spieltag mal so richtig aufgemischt, lag dabei sogar zwischenzeitlich an der Tabellenspitze. Sicherlich auch ein Verdienst von Trainer Dennis Reddmann, der zuvor nur einmal Kreisliga-A-Erfahrung mit der Reserve des Hamminkelner SV sammelte. Die NRZ sprach mit dem 37-Jährigen über den Saisonverlauf, Bezirksliga-Träume und den Abstiegskampf.

Sie sind im zweiten Jahr Trainer des SV Ringenberg und damit erstmals für eine erste Mannschaft alleinverantwortlich. Für Sie ein großer Unterschied im Vergleich zur Arbeit mit einer Reserve oder einer dritten Mannschaft?

Arbeit ist komplexer mit mehr Freiräumen

Dennis Reddmann: Auf jeden Fall ein sehr großer Unterschied. Die Arbeit ist wesentlich komplexer und man hat auch mehr Freiräume. Sonst musste ich mich oft nach der ersten Mannschaft richten, beispielsweise wer runterkommt. Als Coach eines ersten Teams ist das alles schon ein bisschen professioneller.

Als Aufsteiger führten Sie mit dem SV Ringenberg nach immerhin schon 13 Spieltagen die A-Liga-Tabelle an. Was für ein Gefühl war das?

Für den Moment war das ganz schön. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie wir das Spiel gegen Fortuna Millingen noch gedreht haben und direkt mit dem Abpfiff wussten, dass wir ganz oben stehen. Das war für uns überraschend, aber wir wissen dies auch richtig einzuschätzen. Für die Stimmung war das natürlich sehr, sehr gut.

Schon ein Klassenunterschied zwischen der A- und B-Liga

Ist der Sprung von der B-Liga in die Kreisliga A doch nicht so groß, wie Sie es angenommen haben?

Ich bin eigentlich überrascht, wie gut wir die neue Klasse von Anfang an angenommen haben. Vielleicht haben die Gegner uns auch unterschätzt. Jetzt treffen wir auf fußballerisch richtig gute Mannschaften, das ist schon ein Klassenunterschied. Die Liga ist aber nicht so stark wie damals, als ich in der Saison 2015/16 mit dem Hamminkelner SV II aufgestiegen bin.

Direkt im Anschluss an die Spitzenposition gab es zwei Niederlagen in Folge. War Ihr Team zu euphorisch oder kam so ein wenig die Einstellung auf, jetzt läuft es von allein?

Eigentlich gar nicht, Kampf und Einstellung haben immer gestimmt. Gegen Bislich hatten wir einfach kein Glück beim Torabschluss, den Sieg oder zumindest einen Punkt hätten wir mehr verdient gehabt als Bislich. Olympia Bocholt war die erste Mannschaft, die besser war. Da haben wir verdient verloren.

Keine große Sicherheit bei der Drei-Punkte-Regel

Befürchten Sie, dass die zwei Niederlagen der Beginn einer Negativserie werden?

Nein, absolut nicht. Natürlich wollen wir etwas gegen den Negativtrend unternehmen. Wir haben derzeit drei Punkte Rückstand auf den Tabellenführer. Vor der Saison hätten wir eher damit gerechnet, dass wir nach 15 Spieltagen drei Zähler vor dem ersten Abstiegsplatz liegen.

Mit 27 Punkten nimmt der SV Ringenberg Platz sechs ein, zwölf Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz, sogar 17 auf den ersten Abstiegsplatz. Hat sich der Abstiegskampf für den SVR schon erledigt?

Man könnte schon sagen, dass wir nicht mehr viel damit zu tun haben. Bei der Drei-Punkte-Regelung sollte man sich aber nie zu sicher fühlen. Abgeschrieben haben wir den Abstiegskampf noch nicht, auch wenn wir uns derzeit natürlich sehr wohl und sicher fühlen. Wenn wir so weiterspielen, sollten wir auch nichts damit zu tun haben.

Gegen einen Aufstieg würden wir uns nicht wehren

Was sind die Stärken Ihres Teams, welche Schwächen gilt es noch abzustellen?

Die Stärken sind die mannschaftliche Geschlossenheit – die Spieler unternehmen auch privat viel zusammen – und die Defensive. Das ist ganz eindeutig unser Prunkstück. Denn alle haben gelernt, defensiv mitzuarbeiten – von ganz vorne bis hinten. Vorne sind wir nicht so gut bestückt, da herrscht manchmal Torschusspanik. Wir werden niemanden haben, der es in dieser Saison auf 20 Treffer bringt. Außerdem hat Yannik Terweiden noch kein Spiel bestritten. Ich hoffe, dass er nach Leistenzerrung und Rückenbeschwerden zur Rückrunde wieder dabei ist.

Wohin führt der Weg des SV Ringenberg noch, können Sie sich auch die Bezirksliga vorstellen?

Vorstellen können wir uns das sicherlich. Dagegen wehren würden wir uns bestimmt nicht, sondern es mitnehmen, wenn die anderen nicht wollen. Dieses Jahr wäre ein Sprung definitiv zu viel. Generell wollen wir uns in der A-Liga etablieren und fußballerisch weiterentwickeln.

Mehr Artikel zum Sport aus Wesel, Hamminkeln und SchermbeckUnd wohin führt Ihr persönlicher Weg als Trainer, noch ein weiteres Jahr nach Ringenberg oder woanders hin?

Ich fühle mich Stand jetzt sehr wohl in Ringenberg und habe vom Vorstand von Anfang an die volle Rückendeckung bekommen. Es sind noch keine Gespräche für die nächste Saison geführt worden. Ich wüsste aber nicht, warum ich von meiner Seite aus etwas ändern sollte.

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