Fußball

Velberter Schüler machen ersten Schritt zum Fußballtrainer

16 Gesamtschüler aus Velbert dürfen sich ab sofort DFB-Junior-Coaches nennen.

16 Gesamtschüler aus Velbert dürfen sich ab sofort DFB-Junior-Coaches nennen.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

In 40 Stunden haben Gesamtschüler aus Velbert die ersten Schritte zum Ehrenamt gemacht. Einige von ihnen sind mittlerweile in Vereinen tätig.

Velbert. Es hatte ein bisschen was von Nationalmannschaft. Zur Feier des Tages trugen die Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Velbert-Mitte alle weiße Trikots. Mit dem DFB-Symbol auf der Brust. Ob sie es einmal soweit schaffen werden? Ausschließen sollte man im Fußball bekanntlich nichts. Den ersten Schritt auf der Karriereleiter haben die Gesamtschüler aber getan. Seit Mittwoch sind sie offizielle DFB-Junior-Coaches.

Yannick Amrhein und Athanasios Xiros halten stolz ihre Urkunden in der Hand. Die beiden 18-Jährigen haben ihre erste Ausbildung zum Junior-Coach schon vor einigen Jahren gemacht. Bei seinem Verein, dem SC Velbert, coachte Yannick Amrhein anschließend eine E-Jugend-Mannschaft. Zur neuen Saison gehört er sogar zum Trainerteam der B-Jugend. Und das mit gerade einmal 18 Jahren. „Das passt vom Alter her trotzdem gut“, sagt er.

15.000 Schüler seit 2013 ausgebildet

Der Jungtrainer ist damit ein Musterbeispiel. Entwicklungen wie die des Velberters wünscht sich der Deutsche Fußballbund, der mit dem Programm seit 2013 über 15.000 Schülerinnen und Schüler ab 15 Jahren ausgebildet hat. Die Velberter Gesamtschule ist seit 2014 dabei und verdiente sich damit nun die Auszeichnung zur offiziellen Ausbildungsschule. Ein entsprechendes Banner wurde der Schule am Mittwoch vom Fußballverband Niederrhein überreicht und soll künftig am Eingang angebracht werden.

In 40 Stunden sollen die Nachwuchstrainer an das Ehrenamt herangeführt werden. Der Aufbau von Trainingseinheiten, rechtliche Fragen aber auch Erste Hilfe standen auf dem Stundenplan. „Etwa zwei Drittel waren Theorie“, erklärt Thomas Hoffmann, der das Projekt als Sportlehrer schon von Beginn an betreut.

Erfahrung aus dem eigenen Training

„In der Praxis mussten wir dann eine eigene Trainingsstunde vorbereiten“, erzählt Leonie Jäger. Das sei den Schülerinnen gar nicht schwer gefallen. „Wir kennen ja schon eine Menge, dadurch dass wir selber Fußball spielen“, ergänzt ihre Schulkameradin Chiara Borowski. Zudem gab es Bücher mit wertvollen Tipps. Ohnehin hat sich die Velberter Gesamtschule in diesem Jahr nur auf Vereinsspieler beschränkt. Das hat das Niveau des Jahrgangs sicherlich noch einmal gesteigert. Außerdem war erstmals der Sportkurs der zwölften Klassenstufe mit dabei.

Durch die erfolgreiche Ausbildung zum Junior-Coach dürfen die Schüler fortan selbst AGs leiten. Außerdem besteht die Möglichkeit, im Herbst den Kindertrainer-Lehrgang zu besuchen sowie in den Osterferien den Lehrgang zur C-Lizenz. Die 40 Stunden werden jeweils angerechnet. Yannick und Athanasios sind genau diesen Weg bereits gegangen. „Das kann man jedem nur empfehlen. Der Lehrgang ist sehr professionell aufgezogen mit Übernachtung und Essen. Das hat echt Spaß gemacht“, sagt Athanasios.

Vorteile zum Start des Berufslebens

Alle Junior-Coaches haben auch schon den ersten Teil des Einstellungstests bei der Commerzbank, dem deutschlandweite Sponsor der Aktion, geschafft. „Es ist kein trockenes Thema, sondern eines mit gesellschaftlicher Verantwortung. Ich kann mir vorstellen, dass die Vereine in der Region Unterstützung in der Jugendausbildung benötigen“; sagte Commerzbank-Pate Uwe Lindner.

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