Fußball-Landesliga

Warum der VfL Bad Berleburg verhaltene Ziele formuliert

VfL-Trainer Martin Uvira (r.) will mit Hannes Schneider, Alex Koch und Vadim Hafner (v.r.) drei A-Jugendliche heranführen.

VfL-Trainer Martin Uvira (r.) will mit Hannes Schneider, Alex Koch und Vadim Hafner (v.r.) drei A-Jugendliche heranführen.

Foto: Florian Runte

Bad Berleburg.  Endlich Konkurrenzkampf: Der VfL Bad Berleburg geht mit einer starken Achse etablierter Spieler und neun Neuzugängen in die neue Saison.

Auf der Laufbahn könnten Kinder ihre Papierboote fahren lassen. Und jedes Mal, wenn der Ball im Netz zappelt, gibt es hinter dem Tor eine regelrechte Spritzwasserfontäne. Trotz des absolut miserablen Wetters tummelt sich fast die komplette Fußballmannschaft des VfL Bad Berleburg auf dem Sportplatz am Stöppel. Weil nur vier Spieler fehlen, sind es am Donnerstag 18 junge Spieler, die sich bei Pendelsprints, Dribbelübungen und im Trainingsspiel für einen Stammplatz in der anstehenden Landesliga-Saison anbieten. „Es macht schon Spaß, wenn du ihnen allen zuguckst und siehst, dass sie alle was raushauen wollen“, freut sich Trainer Martin Uvira über großes Engagement: „Es ist viel Motivation zu sehen.“

Das, was sich bereits mehrere Vorgänger gewünscht haben, hat Uvira nun in seinem dritten Jahr am Stöppel: echten Konkurrenzkampf. Diesen schüren gleich neun externe Neuzugänge, die allesamt der Kategorie „U23“ angehören. Sechs kommen aus der A-Jugend, in der sie teilweise sogar noch ein Jahr spielen könnten. Umgekehrt müssen mit Außenverteidiger Steven Lichy (SV Schameder) sowie Mahmood Omar (Auszeit), zuletzt erster Ersatzmann im Mittelfeld, „nur“ zwei häufig eingesetzte Spieler ersetzt werden.

Die Achse der Mannschaft, die im Vorjahr Platz 5 erzielte, ist also weiter vorhanden. Dazu kommen etliche neue, talentierte Spieler – da liegt der Gedanke nahe, dass der VfL in der kommenden Saison erneut ein Kandidat für das erste Drittel oder sogar für die Spitzengruppe der Landesliga sein könnte. „So einfach ist es nicht. Es geht bei Null los und die anderen Vereine wissen jetzt, dass wir Qualität haben. Für mich ist das Ziel, schnell 40 Punkte zu holen und in der Liga zu bleiben“, bremst Uvira die Erwartungen.

Er begründet sie damit, dass es im laufenden Betrieb eine große Zahl von Neulingen aus der Jugend und aus unteren Spielklassen einzubinden und an das Landesliga-Level heranzuführen gelte: „Unser System hat vergangene Saison gut funktioniert, weil es jeder draufhatte. Aber jetzt müssen es wir den neuen Jungs erst vermitteln.“ Dies habe auch das 1:8 im ersten Test gegen Hessen-Verbandsligist Breidenbach gezeigt.

Richtig stehen, richtig laufen, richtig anlaufen – und so weiter und so fort. „Da muss ich im Training häufig unterbrechen und viel erklären“, sagt Uvira, der feststellt: „Für die vier Jungs, die aus Erndtebrück gekommen sind, ist es etwas einfacher. Da merkt man schon, dass sich dort viel mit der Taktik befasst wurde.“

Kein Ersatz für Marcus Goßler

„Die jungen Spieler heranzuführen ist eine große Aufgabe für Martin. Und es wird auch mal unzufriedene Spieler geben. So wird es für uns kniffliger als bisher, die Mannschaft zu moderieren“, ergänzt der Sportliche Leiter Holger Lerch.

Nach viel Frust im vergangenen Transfer-Sommer hatte der Erndtebrücker diesmal ein gutes Händchen bei der Gewinnung neuer Spieler. Einzig einen Ersatz für den ausgeschiedenen Co-Trainer Marcus Goßler fand er nicht: „Das gestaltet sich ziemlich schwierig. Wir müssen die Sache erst einmal intern lösen.“ Kai Dengler und Benedikt Schneider sind deshalb aktuell die Fitness-Beauftragten, stellen pro Einheit ein 20-Minuten-Programm zur Stärkung von Kraft und Beweglichkeit zusammen. „Alles ohne Geräte. Da sind gute Sachen dabei, die ich auch noch nicht kannte“, schmunzelt Uvira, der dankbar für die Unterstützung ist: „So habe ich mehr Zeit, die einzelnen Spieler zu beobachten.“

Wenn sich das Training auf mehrere kleine Übungsgruppen verteilt, setzt der Feudinger auf die Unterstützung seiner Führungsspieler, die dann die Kommandos geben sollen – so wie aktuell Tim Neusesser, der bis Ende des Monats mittrainiert, ehe er in die USA zurückkehrt.

Drei Mannschaften hoch gehandelt

Als Meister-Kandidaten werden am Stöppel der umgruppierte SC Obersprockhövel, der BSV Menden und Rot-Weiß Erlinghausen gehandelt. Der VfL startet mit einem spielfreien Wochenende, hat also eine um eine Woche längere Vorbereitung als zunächst geplant, ehe es am 18. und 25. August mit Heimspielen gegen die Liga-Neulinge Langenholthausen und Obersprockhövel losgeht.

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