Handball

Überraschende Punkte für TuS Ferndorf II und RSVE Siegen

Gleich wieder ein Garant im Offensivspiel des RSVE Siegen gegen Oberaden:  Tim Kolb.  

Gleich wieder ein Garant im Offensivspiel des RSVE Siegen gegen Oberaden: Tim Kolb.  

Foto: Reinhold Becher

Siegerland.  Die Ferndorfer „zweite Welle“ holt einen Punkt in Soest, der RSVE Siegen gewinnt sogar gegen den SuS Oberaden.

Mit Paukenschlägen begann die neue Handball-Saison. Die Reserve des TuS Ferndorf holte mit dem 28:28 beim Soester TV einen nicht unbedingt erwarteten Punkt zum Oberliga-Auftakt. Die noch größere Überraschung schaffte der „Verbandsliga-Kindergarten“ des RSVE Siegen mit dem glatten 33:27-Erfolg gegen den zum engeren Favoritenkreis zu zählenden Oberliga-Absteiger SuS Oberaden.

Oberliga

Soester TV - TuS Ferndorf II 28:28 (12:16). Ferndorfs Trainer Michael Feldmann zog den Hut vor seiner Mannschaft: „Die Jungs haben alles reingehauen, die Einstellung hat von vorne bis hinten gestimmt.“ Dem Spielverlauf nach hätte Ferndorf sogar den Sieg verdient gehabt, lagen die Gäste doch über weite Strecken in Führung. Für den ersten Vier-Tore-Vorsprung sorgte direkt vor der Pause Kai Ronge mit einem Doppelschlag. Soest kam in den zweiten 30 Minuten zunächst wieder bis auf ein Tor (19:20/40.), aber als Kai Ronge, Sören Dischereit und mit Kevin John einer der wenigen Routiniers im Kader mit ihren Treffern für das 23:19 sorgten (43.), durfte der Außenseiter sogar von einem Auftaktsieg freuen.

Starker Marc Weigelt

Zehn Minuten vor dem Ende betrug das Polster beim 25:23 nur noch zwei Tore, wurde die Luft immer dünner, schien sich in der Endphase auch der aufopferungsvolle Kampf nicht auszuzahlen. Soest egalisierte nicht nur, sondern ging 80 Sekunden vor Schluss beim 28:27 sogar erstmals (!) in Führung, bekam Ferndorf mit der nun defensiveren Soester Abwehrtaktik große Probleme. Mit Marc Weigelt schaffte einer der besten Ferndorfer an diesem Abend trotzdem das 28:28 (59.), und weil die Kreuztaler die letzte Soester Aktion erfolgreich abwehrten, wurde dieser eine Punkt mitgenommen.

Doch es gab auch eine Schattenseite: Philipp Pfeil, gerade von einem Kreuzbandriss genesen und wieder auf dem Weg zum Leistungsträger im durch den Ausfall von Spielmacher Linus Michel sowieso arg geschwächten Rückraum, hat sich diesmal am linken Knie verletzt – ohne Fremdeinwirkung. „Wir befürchten das Schlimmste“, geht Michael Feldmann von einem erneuten Kreuzbandriss des Pechvogels aus.

Verbandsliga

RSVE Siegen - SuS Oberaden 33:27 (14:15). Damit hatte wohl niemand auf der Morgenröthe gerechnet, am allerwenigsten der Gast aus Bergkamen. Die total verjüngte RSVE-Mannschaft mit den 17-jährigen, gerade der B-Jugend entwachsenen Justus Gräf (Tor) und Spielmacher Fabio Scheld, weiteren U20-Akteuren wie Nils Büttner, Johann Lobpreis oder Nico Neumann sowie dem wieder eingestiegenen Führungsspieler Tim Kolb präsentierte sich als „Dincics Rasselbande“. Der Eiserfelder Trainer war - aus der Not geboren - die Saisonvorbereitung mit dem jüngsten jemals beim RSVE vorhandenen Kader angegangen. „Das wird ein ganz schweres Jahr“, befürchtete man Abstiegskampf pur vom ersten Spieltag an. Wenn sich die junge Garde aus Eigengewächsen allerdings weiterhin so präsentiert wie am Samstag, dann kann trotz der Probleme Freude aufkommen in der Rundturnhalle.

Die 300 Zuschauer beim Auftakt trauten jedenfalls ihren Augen nicht, mit welcher Selbstverständlichkeit Fabio Scheld das Heft in die Hand nahm und acht blitzsaubere Tore aus dem Rückraum machte, wie Keeper Justus Gräf in aller Seelenruhe gleich mehrere Freistellungen vom Kreis parierte. Und als man nach der ausgeglichenen ersten Hälfte nach der Pause den Einbruch gegen robust zur Sache gehende Oberadener befürchtete, überzeugten die RSVE-Akteure die Halle und den überglücklichen Trainer vom Gegenteil. Spätestens beim 29:22 durch Nils Büttner gut zehn Minuten vor Schluss war der Heimsieg eingetütet, der Rest war Formsache.

Überbewerten allerdings wird Caslav Dincic den Sieg nicht: „Die Jungs haben gezeigt, dass sie es können, besonders stolz macht mich, dass sie auch körperlich dagegen gehalten haben.“ Damit dieser Erfolg kein Strohfeuer wird, hieße es, so Dincic, „weiter arbeiten, arbeiten, arbeiten...“ Und vielleicht ist ja ein guter Weg eingeschlagen worden in Eiserfeld.

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