Sport-Mode

TV Feudingen: Von der Keilhose bis zum Metallic-Anzug

TV Feudingen

TV Feudingen

Foto: Guido Schneider

Feudingen.  Der TV Feudingen reflektiert seine Geschichte zum 111. Vereinsgeburtstag über eine Modenschau. „Achtkampf“ ist eine Riesengaudi.

Kein echtes Jubiläum, aber auf jeden Fall ein Grund zum feiern – so bewerteten die Mitglieder des TV 08 Feudingen das 111-jährige Bestehen ihres Vereins, für das sie sich ins Zeug legten wie manch anderer Verein bei einem runden Geburtstag. Ein bunter Tag sollte es sein, mit Blick in die Historie, Spielen, und vor allem viel Spaß.

Der Höhepunkt des Tages war die Modenschau mit Sportbekleidung des Vereins aus rund sechs Jahrzehnten. Den Anfang machte ein Trainingsanzug aus dem Jahr 1959, den der langjährige Oberturnwart Erich Benfer zur Verfügung stellte. Der ließ es sich natürlich nicht nehmen, sein altes Sportdress noch einmal in Aktion zu sehen.

Präsentiert wurde das historische Beinkleid sogar mit Siegerkranz auf dem Kopf. Das Outfit weckte schnell Erinnerungen an Fotos und Plakate der Olympischen Spiele 1936 in Berlin. „Daran haben wir auch gedacht, als wir das heute so gesehen haben”, sagte Lena Schmidt. Die weißen Keilhosen waren bei den Männern jahrzehntelang modern – schon in den 20er Jahren, aber auch noch in den 50er Jahren.

Schmidt verriet auch, wie man an die alten und neuen Sportanzüge gekommen ist: „Im Mai haben wir einen Aufruf gestartet. Viele waren sich nicht sicher, ob sie noch etwas auf dem Dachboden finden konnten und in welchem Zustand die Kleidung war. In den letzten Wochen kam dann immer mehr zusammen.”

Mit dabei waren Trainingsanzüge aus den 1970er und 80er Jahren, teils mit relativ großem Halsausschnitt, um die Einteiler überhaupt von oben her anziehen zu können. Zu sehen war aber auch die ganz aktuelle Generation. Gleiches galt auch für die Anzüge der Turnerinnen, die heute aus hochglänzenden Metallic-Stoffen oder Samt bestehen, sich im Schnitt gegenüber früher aber gar nicht so sehr verändert haben. Mal trat der TV Feudingen mit, mal ohne Ärmel zum Wettkampf an. Das sah bei den Trainingsanzügen schon ganz anders aus. Da reichte die Palette von einem knackigen Rose in den 80ern, über ein sattes Lila in den 70ern, als ein unübersehbarer Schlag an den Beinen dazugehörte.

„Die Farbe Lila kommt bei uns immer wieder vor”, berichtete Lena Schmidt, die durch die Modenschau führte. Für großes Aufsehen sorgte auch ein weiß-rotes Leichtathletik-Dress mit Vereinswappen aus den 1980er Jahren, das die Vorsitzende des Turnvereins selbst vorführte.

Apropos Wappen: Das Turnerkreuz mit den horizontal und vertikal gespiegelten F-Buchstaben in Versalien (angelehnt an den Turner-Wahlspruch Frisch, fromm, fröhlich, frei) führt der Verein nur noch teilweise als Wappen. Anstelle des Kreuzes ist inzwischen eine in roter Farbe, geschwunge stilisierte Turnfigur getreten, mit der sich der TV Feudingen auf seiner Homepage und auf der Vereinskleidung präsentiert. Der Spielmannszug des Vereins führt das traditionelle Wappen weiter als Aufnäher auf dem Ärmel. In der Vergangenheit wurde dieses Wappen auch auf den Wettkampfanzügen der Turner und Leichtathleten getragen.

Den Spaß beim „Hundertelfzigsten“ betonte Sandra Strack-Saßmannshausen, als sie die Teilnehmer zum „Feudinger Achtkampf” aufrief. Der bestand aus, wie der Name schon sagt, acht nicht ganz ernst gemeinten Spielstationen, die so auch bei einer WG-Party von Studenten gespielt werden könnten. Mit dabei etwa Bier-Pong, Gummistiefelweitwurf und Bier-Marionette. Jedes Team hatte vier Mitglieder, das die acht Aufgaben gemeinsam absolvierte. Dies war auch für alle Zuschauer ein Riesenspaß, denn bei einigen Spielen durften sich die Sportler regelrecht zum Affen machen.

Nach erledigter Aufgabe gab es Punkte auf den Laufzettel und am Ende eine Gesamtwertung. Die gewann das Team mit dem schönen Namen „Die Kegelrobben”, den zweiten Platz belegten die Männer des befreundeten Schützenvereins „Edelweiß” Bermershausen

Der Tag hatte für die Sportler im Schulzentrum in Feudingen mit einem „Markt der Möglichkeiten” begonnen. Hier stellten sich alle Abteilungen vor. Wer wollte, konnte auch gleich die unterschiedlichen Sportarten ausprobieren. Aktuell vereinen die „Nullachter“ die Disziplinen Turnen, Leichtathletik, Gymnastik/Tanz, Prellball, Volleyball und natürlich den Spielmannszug unter ihrem Banner. Jede Abteilung hatte sich etwas ausgedacht, um sich würdig vorzustellen und für sich zu werben. Da wurde dann getrommelt, durch Reifen geklettert, balanciert und vieles mehr.

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