Handball

TuS Ferndorf will gutes Gefühl weiter stärken

Über solche Freiheiten beim Torwurf freut sich jeder Handballer. Mattis Michel erzielt in dieser Szene aus dem Spiel gegen Hamm eines seiner drei Tore.   

Über solche Freiheiten beim Torwurf freut sich jeder Handballer. Mattis Michel erzielt in dieser Szene aus dem Spiel gegen Hamm eines seiner drei Tore.   

Foto: Heiko Burbach

Ferndorf/Konstanz.  Handball-Zweitligist TuS Ferndorf muss nach dem überzeugenden Sieg gegen Hamm die weite Reise nach Konstanz an den Bodensee antreten.

„Natürlich werden wir dieses Spiel spüren, wir haben Körner gelassen.“ Robert Andersson, der Trainer des Handball-Zweitligisten TuS Ferndorf, spricht über die Belastung nach dem tollen Mittwoch-Auftritt seiner Mannschaft gegen Hamm und richtet den Blick in Richtung der anstehenden weiten Reise an den Bodensee. Die treten die Ferndorfer am Samstag an, um die lange Busfahrt einigermaßen verdaut zu haben, wenn es am Sonntagnachmittag (17 Uhr) bei der HSG Konstanz um die nächsten Punkte geht.

„Und natürlich“, so der Schwede, „haben wir auch da gute Chancen, etwas zu holen.“ Worte, aus denen nicht Euphorie sprudelt, sondern der Blick fürs Reale. „Wir müssen weiterhin auf hohem Level arbeiten“, spricht er die Tage an, die zwischen dem 27:21-Erfolg gegen den erklärten Titelfavoriten unter seinem Vorgänger Michael Lerscht liegen, und dem, was den Nordsiegerländern am Schwäbischen Meer bevorsteht. Training mit individuellen Vorgaben für jeden einzelnen Akteur, dosiert und – wie es so schön heißt - „belastungsorientiert“. Das war der Donnerstag. Der Freitag bot dann eher das „normale Bild“ einer hart arbeitenden Handball-Mannschaft. Und am Samstag, bevor es in den Bus geht, wird man ebenfalls nochmal ans Werk gehen.

„Alle haben richtig Bock“

Dem Zufall überlassen will Robert Andersson nichts. „Nur wer auf hohem Level mit allen zur Verfügung stehenden Spielern arbeitet, kann im Spiel auch viel und effektiv wechseln.“ Beste Beispiele dafür waren am Mittwoch Torhüter Tim Hottgenroth und der achtmalige Torschütze Andreas Bornemann. Sie kamen, sahen und siegten. Julian Schneider, der Geschäftsstellen-Bedienstete beim TuS, in seiner kämpferischen Rolle auf der Mittelposition gegen Hamm einer der Erfolgsgaranten, war zugeschaltet, als die Ferndorfer zur virtuellen Pressekonferenz riefen: „Das ist ein richtig gutes Gefühl, alle haben so richtig Bock auf Handball“, beschreibt der die Stimmung an Bord.

Die Tage in zweimaliger Quarantäne: vergessen. „Die einzige Frage war eigentlich, wie wir diese positiven Gefühle auf die Platte bekommen.“ Die Antwort haben die Hammer schmerzlich mit nach Hause benommen. Er sei nun froh, dass es jetzt so schnell an die nächsten Aufgaben gehe. „Es gilt“, so Schneider, „die Energie und die Euphorie vom Mittwoch mitzunehmen.“ Allerdings: „Ich persönlich habe das Hamm-Spiel längst zu den Akten gelegt.“

Vorbereitung hilft

Am Mittwochabend spät die Partie noch einmal in kompletter Länge per Video Revue passieren lassen und dann guten Gewissens schlafen gelegt. Die Kräfte, die die knallharte Vorbereitung den Ferndorfern verliehen hat, hilft den Akteuren jetzt über die Runden. Ob es möglich sei, dass die Mannschaft in absehbarer Zeit in ein körperliches Tief gerate, wird Trainer Andersson abschließend gefragt. „Das muss nicht sein. Wir arbeiten daran, dass wird das hinbekommen.“ Er strahlt bei diesen Worten Überzeugung aus, den Willen auch am Sonntagabend den Bus zu besteigen mit zwei weiteren Punkten im Gepäck.

Die HSG Konstanz unterlag am Mittwochabend gegen Bayer Dormagen mit 25:31. Auch die Mannschaft vom Bodensee hatte zwischenzeitlich eine dreiwöchige Spielpause und findet seitdem noch nicht in den Rhythmus. Mit 2:10-Punkten rangiert der Aufsteiger zwar auf einem Abstiegsplatz, dass man die HSG aber nicht unterschätzen darf, zeigt der bislang einzige Sieg. Mit 31:26 schlug man nämlich den aktuellen Spitzenreiter, den Dessau-Rosslauer HV. Es ist die bislang einzige Niederlage des Tabellenführers. Der TuS Ferndorf sollte also gewarnt sein.

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