2. Handball-Bundesliga

TuS Ferndorf verliert gegen Max Brustmann

Andreas Bornemann wird von Patrick Schmidt und Benedikt Brielmeier geblockt.

Andreas Bornemann wird von Patrick Schmidt und Benedikt Brielmeier geblockt.

Foto: Reinhold Becher

TuS Ferndorf bei 18:21-Heimniederlage mit schwacher Offensive. Rimpar feiert überragenden Torwart Max Brustmann.

Kreuztal. Max Brustmann ist einer der besten Torhüter der 2. Handball-Bundesliga. Mit seinen Paraden hat er der DJK Rimpar Wölfe schon zu vielen Siegen verholfen. So auch am Samstagabend beim Gastspiel in der Sporthalle Stählerwiese. Mit fast zwei Dutzend abgewehrten Würfen trieb der Keeper den Rückraum des TuS Ferndorf schier zur Verzweiflung, so dass unterm Strich ein verdienter 21:18 (10:10)-Sieg für die Oberfranken stand. Es bleibt dabei: Die DJK Rimpar Wölfe ist für den TuS Ferndorf ein Angstgegner.

„Wir hatten den etwas besseren Torwart“, konstatierte Rimpars Trainer und frühere TuS-Spieler Ceven Klatt. Damit traf er den Nagel auf den Kopf, denn sein Gegenüber, Tim Hottgenroth, stand Max Brustmann nur wenig nach. Der 21-Jährige, beim Sieg eine Woche zuvor in Emsdetten der „Matchwinner“ für sein Team, brachte es auf 16 Paraden – auch eine verdammt hohe Quote. Aber Hottgenroth konnte halten was und so viel er wollte, an diesem Abend war die Ferndorfer Offensive nicht in der Lage, diese „von hinten“ kommende Stärke ins gegnerische Tor zu transportieren. Trainer Michael Lerscht räumte ein: „Unsere Abschlussleistung war heute nicht gut genug.“ Die rühmliche Ausnahme war Andreas Bornemann, der als einziger Ferndorfer Angriffsspieler zu überzeugen wusste. Klar, seine Torquote lag „nur“ bei 50 Prozent, doch der Linkshänder traute sich wenigstens was zu – ganz im Gegensatz zu den übrigen Rückraumspielern. Die linke Seite war sozusagen nicht vorhanden, markierte Jonas Faulenbach ein Tor, blieben der in der zweiten Halbzeit eingewechselte Jonas Müller und Patrick Weber sogar gänzlich ohne Erfolgserlebnis. Weber scheiterte bei sechs Versuchen sechs Mal an Brustmann, genauer gesagt warf er den Rimparer Tausendsassa in der Mehrzahl an.

Diese totale Verunsicherung, die sich auch auf beide Flügel übertrug – Rechtsaußen Jan Wicklein musste übrigens wegen einer leichten Bänderdehnung im rechten Fuß kurzfristig passen –, war deshalb umso enttäuschender, weil Ferndorf einen guten Start in die Partie erwischt hatte. Angeführt von einem erneut überzeugenden Tim Hottgenroth legte der TuS durch die Tore von Tim Hottgenroth (Treffer ins leere Tor nach toller Parade), Andreas Bornemann und Thomas Rink ein 5:2 vor (14.), schien auf einem guten Weg zum zweiten Heimsieg in Folge, doch je länger das Spiel dauerte, desto schwerer tat sich Ferndorf mit dem Torewerfen. Michael Lerscht wechselte deshalb schon früh die gesamte Rückraumreihe, doch durchschlagenden Erfolg hatte dies nicht. Bis zum 10:9 durch Julian Schneider blieben die Nordsiegerländer im Vorteil, kassierten aber noch vor der Pause das 10:10 durch Steffen Kaufmann. Der Linkshänder im DJK-Rückraum war einmal mehr viel zu spät attackiert worden.

Gleichstand zur Pause, noch alles im Lot, doch der TuS sollte den Start in Halbzeit zwei verschlafen, brauchte fast acht Minuten für sein erstes Tor (Andreas Bornemann). Da stand es allerdings schon 13:10 für die „Wölfe“, die viel bissiger agierten, dafür auch Zeitstrafen und sogar die Rote Karte für Michael Schulz in Kauf nahmen, der bei seinem Abwehrversuch Julius Lindskog Andersson im Gesicht getroffen hatte (48.). Apropos Lindskog Andersson: Der Schwede kam an diesem Abend nie wie gewohnt zur Geltung, wurde hervorragend beschattet und musste sich mit einem Feldtor begnügen – zu wenig für einen Mann seines Formats.

Und da Ferndorf damit die „Seele“ genommen wurde, ging es auch ergebnistechnisch dahin, setzte sich Rimpar nach einem Ferndorfer Fehler-Stakkato (u.a. Stürmerfoul und Wechselfehler) erst auf 14:11 (41.), dann auf 17:13 (51.) ab. Dem TuS waren in dagegen zwischen der 31. und 52. Minute ganze herausgespielte Tore gelungen – ein Armutszeugnis. Nur für eine kurze Sequenz durften die nummermüde anfeuernden TuS-Fans noch von einer Wende träumen, als Marin Durica einen Schömig-Siebenmeter vereitelte und Andreas Bornemann zum 15:17 verkürzte. Die Hoffnung war schnell dahin, als Rimpar trotz Unterzahl den nächsten Strafwurf herausholte, den Dominik Schöming zum 18:15 verwandelte, und Lukas Siegler zum 19:15 (57.) nachlegte.

TuS Ferndorf: Hottgenroth (1), Durica - Faulenbach (1), L. Schneider, M. Michel, Neitsch, J. Schneider (1), Bornemann (5), Rüdiger, Andersson (6/5), Koloper, Müller, Weber, Rink (4).

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