Fußball-Landesliga

TSV Weißtal offen wie ein Scheunentor

Weißtals Yannick Logo überspringt den Langenholthausener Torschützen Gian-Marco de Luca und gewinnt das Kopfballduell. Ein seltenes Bild in der ersten Halbzeit am Henneberg.   

Weißtals Yannick Logo überspringt den Langenholthausener Torschützen Gian-Marco de Luca und gewinnt das Kopfballduell. Ein seltenes Bild in der ersten Halbzeit am Henneberg.  

Foto: thorsten wroben

Mit einer 3:4 (1:4)-Niederlage gegen den TuS Langenholthausen verabschiedet sich der TSV Landesliga vom dritten Tabellenplatz der Landesliga.

Gernsdorf. Wer sich in der Abwehr offen wie ein Scheunentor präsentiert, der darf sich nicht wundern, wenn er sich beim Gang in die Pause schon vier „Dinger“ eingehandelt hat und bei drei weiteren Gelegenheiten das Glück auf seiner Seite hatte. So ist es dem Landesliga-Neuling TSV Weißtal auf dem Henneberg gegen den Vorjahresaufsteiger TuS Langenholthausen ergangen. Der Gast aus dem Hochsauerland führte nach 45 Minuten 4:1 führte. Am Ende konnten die allerdings froh sein, mit einem 4:3-Erfolg und drei Punkten die Heimreise antreten zu dürfen.

Denn die Weißtaler hatten die Gardinenpredigt ihres Trainergespanns Konstantin Volz/Falko Wahl befolgt, das zudem die brüchige, viel zu hoch stehende und auf Abseits spekulierende Fünferkette des ersten Durchgangs mit Wiederbeginn in die kompaktere Vierer-Variante umwandelte. Unsicherheitsfaktor Tim Hofius rückte ins Mittelfeld vor und wurde in der 56. Minute durch Maximilian Kraft ersetzt.

Weißtaler Moral

Und der weckte mit seinen beiden Toren die Hoffnung, womöglich doch noch einen Punkt in Gernsdorf behalten zu können. Nach dem 2:4 in der 79. Minute dauerte es allerdings bis in die Nachspielzeit, ehe Kraft seinen zweiten Treffer setzte. Zu spät für die drückenden Weißtaler, noch mit einem blauen Auge davon zu kommen.

Dafür hat man in Halbzeit eins einfach zu fahrlässig agiert, im Spiel nach vorne zu viele Ungenauigkeit an den Tag gelegt und gegen den Ball allzu große Sorglosigkeit an den Tag gelegt. Bestes Beispiel: Dem Gäste-Treffer zur 2:1-Führung ging ein Weißtaler Eckball voraus, wo praktisch neun TSV-Kicker um den gegnerischen Strafraum versammelt ausharrten und zusehen mussten, wie Robin Hoffmann mit seinem Heber nach langem Schlag aus dem eigenen Strafraum Keeper Marcel Schneider überwand (26.).

Eben jener Hoffmann hatte den Platzherren sechs Minuten zuvor praktisch den Ausgleich auf dem Silbertablett serviert. Den völlig verunglückten Rückpass erlief Jan-Michael Moses, der zum 1:1 abschloss. Das 0:1 durch Lukas Kessler war dem in der 11. Minute voraus gegangen. Auch hier taten sich riesige Lücken im Defensivverbund auf.

Die Langenholthausener Angreifer liefen in der Folge zwar ein gutes halbes Dutzend mal ins Abseits - doch eben nicht immer. Sie bestraften das risikobeladene Spiel der ganz in Schwarz gekleideten „Schneeweißen“ mit weiteren ganz einfachen Toren in der 30. und 39. Minute durch Falk Fischer und Gian-Marco de Luca.

Eigentlich also schon alles gelaufen nach 45 Minuten. Doch diese Rechnung hatten die Gäste ohne die unerschütterte Moral der Weißtaler gemacht. Nach den Einwechslungen von Kraft und Kürsat Tosun kam frischer Wind in die Aktionen und neuer Mut ins Spiel. „Klar, ist es schwierig, ein 1:4 in 45 Minuten wettzumachen, aber die Mannschaft ist intakt. Die zweite Halbzeit hat für Vieles aus Durchgang eins, wo auch ich mich habe vom Fehlerteufel anstecken lassen, vergessen gemacht.“ Lob also von Spielertrainer Volz, dem für die Zustände in Durchgang eins allerdings die Worte fehlten.

TSV: Schneider - Wadolowski, Logo, Volz, Hofius (56. Kraft), Jung (74. Wacker) - Singhateh (88. Mpessa), Müller-Lechtenfeld - Kaiser (55. Tosun), D’Aloia, Moses.

Tore: 0:1 Kessler (11.), 1:1 Moses (20.), 1:2 Hoffmann (26.), 1:3 Fischer (30.), 1:4 de Luca (39.), 2:4, 3:4 Kraft (79., 90.+1).

Schiri: Schulze (Heuchelheim)

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