TuS Ferndorf

Torwart Marin Durica: „Ich bin kein Showman“

Der neue Ferndorf-Torwart Marin Durica. 

Der neue Ferndorf-Torwart Marin Durica. 

Foto: meinolf wagner

Der 27-Jährige wurde vom TuS Ferndorf kurzfristig für den verletzten Lucas Puhl verpflichtet. Wir stellen den Kroaten in einem Interview vor.

Ferndorf. Es war die Schocknachricht in der Saisonvorbereitung für den Handball-Zweitligisten TuS Ferndorf: Die Diagnose Kahnbeinbruch beim etatmäßigen Stammtorhüter Lucas Puhl, die eine mehrmonatige Zwangspause nach sich zieht. Nach dem Karriereende von Kai Rottschäfer bestand für die Verantwortlichen enormer Handlungsbedarf. Sportlicher Leiter Mirza Sijaric und Co. wurden in Slowenien beim Erstligisten RK Maribor fündig, von dem der 27-jährige Keeper Marin Durica an die Stählerwiese gelotst wurde. Seit gut einem Monat ist der Kroate nun in Ferndorf und hinterließ in den Testspielen und im Pokal einen guten Eindruck.
Haben Sie, bevor der erste Kontakt im Sommer zustande kam, schon mal etwas von Ferndorf gehört oder kannten Sie bereits Spieler?
Marin Durica:
Vom TuS Ferndorf habe ich vor ein paar Jahren schon mal gehört. Damals waren Marijan Basic und ich auf der Hochzeit eines gemeinsamen Freundes. Marijan hat da sehr gut über den Verein gesprochen – und jetzt spielen wir plötzlich zusammen hier.


Wie würden Sie ihre Anfangszeit in Ferndorf beschreiben?
Die erste Woche war schon ziemlich hart für mich. Ich bin zum Training gekommen und wollte natürlich möglichst direkt zeigen, was ich kann. Das war aber nicht so einfach, weil die Qualität schon sehr gut ist. Mittlerweile ist es aber wesentlich einfacher für mich geworden, und ich hoffe, dass ich den Rückstand auf das restliche Team möglichst schnell aufholen kann.
Erschwert es die Integration für Sie, weil Sie nur wenig Deutsch sprechen?
Naja, quasi alle Spieler sprechen Englisch, so dass wir uns untereinander schon verständigen und verstehen können. Aber mein Ziel ist es definitiv, Deutsch zu lernen.


Also planen Sie es schon, die Sprache zu lernen?
Ja, meine Freundin, die ja mit mir hier im Siegerland ist, wollen das auf jeden Fall machen. Momentan haber wir eine App auf unseren Handys, um ein bisschen zu lernen, aber wir wollen auch so schnell wie möglich mit einem Kurs beginnen.


Wie läuft die Kommunikation momentan?
Wir reden Englisch, Kroatisch und Deutsch. Die Abmachung ist aber, dass in der Kabine und mit dem Trainer Deutsch gesprochen wird. Das sollte mir auch helfen, die Sprache schneller zu lernen.


Welche Rolle spielen dabei auch ihre kroatischen Landsleute Branimir Koloper und Marijan Basic?
Die Jungs helfen mir natürlich, übersetzen zum Beispiel Besprechungen für mich. Ich bin sehr dankbar für ihre Hilfe.


Wir würden Sie sich selbst als Torhüter beschreiben?
Ich bin ein ziemlich ruhiger Torhüter, obwohl das während der Spiele auch nicht immer einfach ist, aber es ist immer mein Ziel. Ich bin sicherlich kein Showman.


Und welchen Eindruck haben Sie vom Umfeld und von den Zuschauern in Ferndorf gewonnen?
Ich hatte bisher noch nie die Chance, vor so vielen Fans spielen zu dürfen. Hier kommen die Leute zu jedem Spiel, bejubeln und unterstützen die Spieler. Das ist eine großartige Sache und spornt einen auch an, noch besser zu spielen.


Die Zweitliga-Saison steht vor der Tür, geht es am Samstag gegen Hamburg für den TuS Ferndorf los. Was sind Ihre Ziele, persönlich und mit der Mannschaft?
Ich bin ja zum ersten Mal in Deutschland und weiß ehrlicherweise das alles noch nicht so wirklich einzuschätzen.

Ich weiß aber, dass die Liga sehr stark sind, alle Vereine exzellent aufgestellt sind und es viele Derbys gibt. Das ist eine großartige Motivation, um noch bessere Ergebnisse und vielleicht eine bessere Platzierung zu erreichen als im Vorjahr.

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