TuS Ferndorf

Tim Hottgenroth: Den Horizont erweitern

 Tim Hottgenroth (Zweiter von rechts) mit den Spielern Thomas Rink und Jonas Faulenbach.

 Tim Hottgenroth (Zweiter von rechts) mit den Spielern Thomas Rink und Jonas Faulenbach.

Foto: meinolf wagner

Ferndorf.  Er ist mit seinen 21 Jahren der jüngste der drei Torhüter beim TuS Ferndorf. In der 2. Liga will er sich gegen die Routiniers durchsetzen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Marius Müller-Westernhagen hat es gesungen: „Ich bin wieder hier, in meinem Revier...“ Auf den Ferndorfer Handball-Torhüter Tim Hottgenroth passt dieser Text haargenau. Der in der 2. Bundesliga in dieser Saison mit guten Leistungen aufwartende 21-jährige Keeper ist zwar ein Ferndorfer „Eigengewächs“, erlernte er das Handball-ABC doch beim TuS, doch verdiente er sich seine Meriten im letzten Jugendjahr und zu Beginn seiner Laufbahn im Seniorenbereich anderswo.

„Der Wechsel zu Bayer Dormagen war wichtig. Die Zeit hat mich sportlich und menschlich weiter gebracht, denn es gab hier gute Möglichkeiten, sich zu entwickeln“, erinnert sich Tim Hottgenroth an die schöne Zeit am Niederrhein, die im Zeichen von „Erfahrungen sammeln, Horizont erweitern“ stand.

Und sportlich ging es durchaus steil bergauf. Es folgten Einladungen in die Jugend-Nationalmannschaft mit dem Gewinn der Bronzemedaille bei der EM 2016 in Kroatien.

Beim TuS Dansenberg in der 3. Liga Süd verdiente sich Hottgenroth dann erste Sporen im Männerbereich. Zu Beginn der Spielzeit 2018/19 kehrte er aber dann ins nördliche Siegerland, die Heimat, zurück. Über die Oberliga-Mannschaft von Michael Feldmann schnupperte er bereits in der vergangenen Saison am Kader des Zweitliga-Teams. Und zu Beginn dieser Saison - nach dem Rücktritt von Kai Rottschäfer stand er gemeinsam mit Lucas Puhl auf den Spielberichts-Bögen der zweiten Bundesliga.

Gewaltiger Sprung

Die schwere Verletzung der unumstrittenen Nummer eins rückte Tim Hottgenroth dann noch weiter in den Fokus. Er profilierte sich eindeutig, wurde in einigen Spielen zum großen Rückhalt des Teams. „Für einen Torhüter ist es immer gut, wenn er Spielanteile erhält“, freut sich Tim Hottgenroth über die Chance, in der zweithöchsten deutschen Liga das Tor hüten zu können. Chancen, die er dann im Wechsel mit Neuzugang Marian Durica genutzt hat. „Es ist schon ein gewaltiger Sprung von der Oberliga in die 2. Bundesliga. Alles läuft schneller ab und die Würfe haben mehr Präzision und Härte“.

Die ersten Spiele dieser Saison, als es noch nicht wunschgemäß lief, möchte er mal ausklammern. „Als die Mannschaft dann stabiler wurde, wird es auch für einen Torhüter leichter, einen guten Job zu machen

Zuletzt in Gummersbach kam er nach der Rückkehr von Lucas Puhl, der seinen Kahnbeinbruch ausgeheilt hat, nicht zum Einsatz. In der Woche zuvor, bei der knappen Niederlage gegen Hüttenberg, bildeten Hottgenroth/Puhl das Keeper-Duo. „Ich denke es ist auch eine Bestätigung meiner Trainingsarbeit und des Fleißes“, erklärt Tim Hottgenroth. „Aber auch ein Zeichen für das Vertrauen des Trainers.“

Ausbildung zum Bürokaufmann

In der Zeit bei Bayer Dormagen, wo er von 2012 bis 2017 spielte - und damit noch mal ein Blick zurück -, absolvierte er neben dem Handball spielen beim TSV seinen Bundesfreiwilligendienst. „Gerade zur beruflichen Orientierung kann ich diese Zeit nur empfehlen.“ Eine bewusste Entscheidung, die der Nachwuchsspieler mit Blick über den Tellerrand und für seine Zukunft nach dem Ende seiner sportlichen Laufbahn machte. „Das Jahr hat mich auf jeden Fall einen großen Schritt weiter gebracht.“

Zur Zeit absolviert Tim Hottgenroth in Siegen eine dreijährige Ausbildung zum Bürokaufmann. „Denn es gibt ein Leben nach dem Sport und der Beruf ist die wichtigste Absicherung für die Zukunft.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben