Frauenfußball

SV Schameder holt den Wittgenstein-Cup mit 24:0 Toren

Drittes Austragung, dritter Titel: Die Frauen des SV Schameder haben weiter ein Abo auf den Wittgenstein-Cup.

Drittes Austragung, dritter Titel: Die Frauen des SV Schameder haben weiter ein Abo auf den Wittgenstein-Cup.

Foto: Florian Runte

Dotzlar.  Beim Blitzturnier um den Wittgenstein-Cup der Frauen könnten die Verhältnisse nicht klarer sein. Der TuS Dotzlar sichert sich den zweiten Platz.

Die Siegerehrung hielt dann doch noch einen überraschenden Moment bereit. „Ihr habt zum dritten Mal gewonnen, ihr dürft den Pokal behalten“, gab Andreas Nipko, Vorsitzender des Stadtsportverbands Bad Berleburg, bei der Übergabe des Wittgenstein-Cups an die Fußballerinnen des SV Schameder bekannt: „Aber graviert bitte noch mal euren Namen rein.“

Ansonsten hielt das Turnier, das am Sonntagmittag auf der Sportanlage des TuS Dotzlar ausgetragen wurde, keine Überraschungen parat – außer vielleicht der Deutlichkeit der Ergebnisse. Die drei Partien über je 45 Minuten Spieldauer endeten 14:0, 9:0 und 15:0. Damit war alles über Kräfteverhältnisse im Wittgensteiner Frauenfußball gesagt, wenngleich der FC Ebenau und der SV Oberes Banfetal zum Bedauern der anderen Teams erst gar nicht gemeldet hatten.

Der SV Schameder, durch den freiwilligen Rückzug des FC Ebenau einziger heimischer Bezirksligist, ist weiter führend. Der TuS Dotzlar, Vizemeister des Vorjahres, ist die zweite Kraft. Das neuformierte Team des SV Feudingen muss noch Lehrgeld zahlen und offenbarte noch viele Defizite. „Wir müssen an den Grundlagen arbeiten, an allen Stellschrauben drehen. Wir wussten von vornherein, dass nichts zu holen ist. Die Spielpraxis hat den Mädels gut getan, wir haben weitere Erfahrung gesammelt“, sagte Feudingens Trainer Andreas Letzel, dessen Mannschaft am kommenden Sonntag beim SV Oberes Banfetal in der Kreisliga A ihr erstes Pflichtspiel absolvieren wird.

Hohe Niederlagen gab es auch in den bisherigen Testspielen, nun folgten ein 0:14 gegen Dotzlar und ein 0:15 gegen die B-Elf des SV Schameder, der zwischen dem ersten und zweiten Spiel (fast) komplett durchwechselte. „Die Stimmung ist aber nicht so schlecht. Die Mannschaft zehrt eher von den kleinen Erfolgen wie dem gehaltenen Elfmeter als dass sie an den beiden Klatschen zerbricht“, sagt Letzel, dessen Torhüterin Anna Schäfer einen Strafstoß gegen ihre Torwart-Kollegin Eileen Schönherr parierte.

Im ersten Spiel stand Amelie Saßmannshausen zwischen den Pfosten, die vom TuS Dotzlar 14 Stück eingeschenkt bekam. Die Tore verteilten sich auf Annika Müller, Celine Wirth, Katja Herling, Isabel Kroh und Kim Hippenstiel, die Dotzlar als Kapitänin aufs Feld führte. Die etatmäßigen Spielführerinnen Tanja Weller und Nicole Stremmel fehlten wie einige weitere Spielerinnen.

Diese personellen Engpässe traten während der bisher sechswöchigen Vorbereitung (zwei bis drei Einheiten wöchentlich) immer wieder auf, weshalb der TuS Dotzlar zuvor kein Testspiel absolviert hatte. Trainer Sascha Imhof bilanzierte: „Deshalb war das hier für uns wichtig, um Spielpraxis zu sammeln. In dieser Konstellation war es ja eher eine Spaßveranstaltung.“

Dass Spielpraxis viel ausmacht, zeigte der SV Schameder, der nicht nur schneller und technisch besser spielte, sondern auch durchdacht – auch die Laufwege stimmten. Emelie Schwarz und Pia Hofius (je vier Tore) und Nadine Zimmermann schossen so gegen Dotzlar ein 9:0 heraus, dem die Teamkolleginnen gegen Feudingen ein 15:0 folgen ließen. Anika Werner (6), Ronja Schuppener (2), Marie Schwarz (2), Romina Naudsch (2), Eileen Roeser, Jouline Moss und Joana Kämpf teilten die „Kirschen“ unter sich auf.

Spitzenspiel gleich zum Auftakt

„Das hat schon Spaß gemacht. Jetzt kann die Saison kommen“, stellte der neue SVS-Trainer Dirk Hüster fest: „Es macht Spaß mit den Mädels zu arbeiten. Die brennen und sind heiß auf den Saisonstart.“ Wichtig werden diese Eigenschaften am kommenden Sonntag im Auswärtsspiel bei Fortuna Freudenberg II, dem Bezirksliga-Vizemeister, der in der Vorbereitung hohe Siege eingefahren hat. Die Reserve der Fleckerinnen sieht Hüster eine Woche vor dem Start als klaren Titelkandidat: „Das wird kein Kindergeburtstag, da bin ich richtig gespannt drauf.“

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