Fußball-B-Liga

SV Feudingen: Pokémon-Fänger, Kalkeimer und Ailton

Nach acht Jahren zurück im Kreisliga-Oberhaus: Der SV Feudingen dominiert weite Teile der Saison und krönt sich deshalb zum Aufsteiger

Nach acht Jahren zurück im Kreisliga-Oberhaus: Der SV Feudingen dominiert weite Teile der Saison und krönt sich deshalb zum Aufsteiger

Foto: Hans Peter Kehrle

Feudingen.  Der SV Feudingen feiert den Aufstieg in die A-Liga: Kabinengeschichten einer echten Sieger-Mannschaft.

Die Meistermannschaft des SV Feudingen steigt als Tabellenerster der abgebrochenen Fußball-Saison aus der Kreisliga B2 in die A-Liga auf. Unsere Zeitung stellt die einzelnen Spieler und die Trainer in Kurzporträts vor:


Yannick Schneider:
Wenn er nicht gerade Übersteiger am eigenen Sechszehner macht und damit den ganzen Tannenwald samt Trainerteam an den Rand eines Herzinfarktes bringt, fängt der Meistertorwart gerne während des Spiels Pokémon und hält zwischendurch mal eben noch „die Null fest“. Außerdem brachte „Nacho“ den Apfelwein nach Feudingen und kultivierte diesen beim SV:- „Das war aber wieder einfach.“


Julian Göbel:
Mr. Chaos innerhalb der Mannschaft, der gerne mit genialen oder auch fatalen Momenten auftrumpft und auf Feiern nicht zu stoppen ist. Spielertyp zwischen Sergio Ramos und gescheiterten Boxer, der auch gerne mal die groben Instrumente auspackt. Leider wegen Verletzungen nicht immer dabei, aber stimmungstechnisch und menschlich eine echte Bereicherung.


Marvin Homrighausen:
Ist der mannschaftseigene Abwehrhüne und wird gerne aufgrund seiner Körpergröße auch von Oberliga- Spielern in enge Manndeckung genommen. Seine gefährlichsten Momente hat er allerdings weniger vor dem gegnerischen Tor, als in der mannschaftsinternen Schockrunde. Kann zudem keine indirekten Freistöße schießen, dafür aber in der gegnerischen Hälfte mit Dribbling-Momenten á la Lucio für Staunen oder Entsetzen sorgen. Für ihn „geht es nicht mehr lange.“


Kevin Heinrich:
„Henner“ ist der wahrscheinlich jüngste Platt-Muttersprachler Wittgensteins, setzt häufig kopfschüttelnd zur Grätsche an und steckte mit zwei verschuldeten Elfmetern im Derby offenbar mit der SG Laasphe unter einer Decke. Beweist beim Fünf-Gegen-Zwei regelmäßig seine Wohltätigkeit, wenn er die Beine so weit offen hat, dass selbst ein Traktor noch freie Bahn hat.


Julian „Juma“ Jasch:
„Wos ers dos da für en Nome?“, lautete der Kommentar eines geschätzten Kollegen beim Trainingsauftakt. Trotz des Studiums in Saarbrücken war er immer auf Abruf und stellte seine Intelligenz unter Beweis, indem er sich mit minimalistischen 90 Einsatzminuten in den Meisterkader spielte.


Marc Müller:
Kapitän und der Mann mit dem Laserblick. Wenn „Kalkeimer“ nicht gerade mit seiner starken Zweikampfführung glänzt, flüchtet er nach Spielen abends gerne aus den Fenstern etablierter Feudinger Schankwirtschaften. „Seppel“ schaffte es aufgrund ominöser nächtlicher Vorkommnisse, im Derby einen steifen Nacken zu haben, hat einen Jagdschein und setzt diesen auch vor Turnieren zum Ärgernis des Trainerteams ein.

Daniel Göbel
: „Danger“ überzeugt vor allem durch seine exzellente Technik und ein super Passspiel, legt zeitgleich aber auch läuferische Passivität an den Tag. Ist eigentlich viel lustiger, als er selbst zugeben möchte und will grundsätzlich immer dann feiern, wenn alle anderen Pause wollen. Könnte mit seinem Gefühl im Fuß den Ball wohl auch vom Weizenglas ins Tor streicheln, hebt sich das aber lieber für den Abend auf.


Patrik Uvira:
Man munkelt, dass „Patty“ nur mit seiner BlackRoll einschlafen kann. Darüber hinaus geht er als Verteidiger öfter auf Tunnel, als Ronaldinho beim Futsal. Blieb dafür aber ohne Treffer. Der erfolgreichste Uvira des Jahres hat mit seiner fußballerischen Rückkehr aus dem Siegerland nach Wittgenstein alles richtig gemacht.


Janneck Althaus:
Der jüngste innerhalb der Mannschaft und damit auch das erste Ziel allerlei Forderungen während und nach dem Training. Gerüchten zufolge wird ihm bis heute unterstellt, noch immer A-Jugend-Spieler zu sein. Litt zudem unter dem anhalten Saisontief seiner Schalker Mannschaft. Zog ein torloses Revierderby vor dem heimischen TV der Mannschaftsfahrt nach Leverkusen vor. Hat in der freien Zeit wohl vor allem an seinen Qualitäten im Latten-Schießen gearbeitet.


Nils Althaus:
Beglückt die Mannschaft am Montagmorgen meist mit musikalischen Einlagen von Bruno Mars und einer Lebensfreude, bei der sogar Patrice Evra genervt den Raum verlassen würde. Vor dem Tor ebenso gefährlich, wie am Glas. Fußballerische Eleganz, gepaart mit Sunnyboy-Status und mit unzähligen Abbildungen in der Zeitung – hat dafür im Hessen noch nie höherklassig gespielt.


Florian Hofius:
Der Mann mit dem schönsten Doppel-D-Dekolletee Wittgensteins wandelt zwischen genialem Tigerschuss-Traumtor und kopflosem Querschläger. Verlor trotz Auswanderung nach Laasphe nicht das Meister-Gen und darf sich nun auf ausgedehnte Radtouren zu den Siegerländer Sportstätten freuen.


Sam Müller:
Verzweifelte schon früh in der Saison („Von der Meisterschaft will ich nichts mehr hören“, O-Ton nach 0:0 gegen Hilchenbach), dafür aber emotionaler und kämpferischer Leader sowohl im Spiel, als auch in den Stunden danach. Seine läuferische Leistung kann nur so erklärt werden, dass er sonst wohl zuhause im Keller angebunden ist. Meister darin, sich auch in den frühen Morgenstunden noch die nächste Festivität zu organisieren.


Sascha Schwarz:
Dreh- und Angelpunkt der Feudinger Erfolgsstory mit glücklichem Transferhändchen. Verliert im Kontrast dazu alle Abschlussspiele und verschätzte sich bei Wetten mit Spielern maßlos. Konnte die Transformation von Doktor Jekyll zu Mr. Hyde im Mallorca-Urlaub wegen Corona umgehen, wird diese aber wohl früher oder später nachholen müssen. Sollte mal wieder große Apfelweine trinken.


Marian Stuchlik jun.:
Die menschgewordene Verkörperung des Spruches „stille Wasser sind tief“. Während er auf dem Platz mit seiner absoluten Ruhe auf der Sechs ähnlich sicher wie ein tschechisches Uhrwerk agiert, sind in den wilden Partynächten Siegen-Wittgensteins nicht einmal deutsche Rap-Stars vor ihm sicher. Das einzige, was er in Sachen Fußball mit seinem Vater teilt, ist der FuPa-Account. Gerüchten zu Folge spielte er einen der „Weißen Wanderer“ aus Game of Thrones.


Benjamin Pfeiffer:
Der „Benniii“ wird künftig mit einem LKW die A-Liga unsicher machen und ist dann wohl auch bei „Truckerbabes“ auf Kabel 1 zu sehen sein. Hielt sich in der Corona-Pause mit regelmäßigem Trampolinspringen fit. „Maschock“ spielt auf der Außenbahn den meisten Gegnern, und gelegentlich auch sich selbst, Knoten in die Beine und verliert sein Lachen nicht, wenn er auch mal einstecken muss.


Ole Schmidt:
Bekommt in der fußballerischen B-Note deutliche Abzüge, dafür aber stets mit Lauffreudigkeit. Findet auf Abschlussfahrten immer die große Liebe, weil er der schönster Jungunternehmer Deutschlands ist.

Tim Eckhardt: Der Torschützenkönig der Liga mit 19 Hütten kennt weder schwachen Fuß, noch Kater am Morgen, dafür aber den Weg von Six nach Hause auswendig. Besitzt eine eingebaute Tor-und Schock-Aus-Garantie, die er zum Leidwesen seiner Gegenspieler häufig auch einsetzt. Freut sich nun darauf, künftig auch in der A-Liga regelmäßig Budenzauber zu betreiben.

Jonas Wetter (24): Bezirksliga-Spieler, gefangen im Körper eines Kreisliga-Ailtons. Neben seiner Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor und einem satten Abschluss überzeugt „Jonny“ auch in den frühen Morgenstunden mit seinem eleganten Hüftschwung. Feierte bei seiner ersten Beach-Party als SV-ler den Einstand nach Maß.


Philipp Schneider:
Ruhiger Typ mit ausgeprägten Trapattoni-Momenten und feurigen Ansprachen. Meisterhafte Abstimmung mit Trainer Kollege Schwarz – sowohl auf dem Platz, als auch bei der Familienplanung. Im Abschlussspiel auch schon mal im Tor anzutreffen – mir Bravour.


Samuel Wetter:
„Sammy“ prophezeite häufig schon am Morgen des Spieltages den abendlichen Zustand. Wenn er da ist, dann bis zum Schluss und darüber hinaus. Versorgte die Mannschaft hingebungsvoll mit allem, was das Herz begehrt und erlangte nun, beflügelt durch den Aufstieg, einen zweiten fußballerische Frühling und kickt künftig in Weidenhausen. Wir wünschen ihm viel Erfolg dabei und bedanken uns für alles!


Björn Reh (31): Spielte sich in die Mannschafts-Schock-Runde, überzeugte dort allerdings eher durch seine Betreuer-Fähigkeiten als seine Würfelkünsten – dafür ist der Deckel bei Six immer voll. Bankettrede mit Meister-Gin-Tonic steht noch aus.

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