Pass in die Gasse #241

Sportfreunde Birkelbach mit viel Aufwand und null Ertrag

Foto: Sascha Kertzscher / WP

Nach zwei Auftakt-Niederlagen heulen bei den SF Birkelbach die Sirenen. Schulterklopfer für gute Ansätze können da schnell zum Fehlstart führen.

Kennen Sie noch Alexander Zorniger? Als der gebürtige Schwabe 2015 von RB Leipzig zum VfB Stuttgart wechselte, hatte er einen satten Punktedurchschnitt von 2,04 im Gepäck. Sein Fußball: offensiv, druckvoll, hemmungslos. Und was passierte? Ich habe seitdem nie wieder Fußball in so schöner und selbstzerstörerischer Form zugleich gesehen. Die Spieler rannten und glaubten, doch liefen sie naiv Woche für Woche in offene Messer. Einmal mehr zeigte sich, dass Fußball Ergebnissport ist – und Zornigers Philosophie zwar Lob, aber vor allem Niederlagen brachte.

Zwei Spiele, ähnliches Muster

Bei den Sportfreunden Birkelbach lesen sich Spielberichte ähnlich. Viel Aufwand, null Ertrag. Der Kurzfilm zum ersten Spiel gegen SG Bödefeld/Henne-Rartal: gut angefangen, Konter kassiert, eingebrochen, aufgestanden, ausgeglichen, nicht nachgelegt, durch eigene Fehler verloren, 3:5. Zweites Spiel beim TuS Oeventrop: gut angefangen, Gegner in Bedrängnis gebracht, unnötiges Tor kassiert, aufgerappelt, ausgeglichen, Gegner eingeladen, erst Unvermögen und Pech, dann eingebrochen, 2:3.

Die nächsten Gegner heißen in Reihe TuRa Freienohl, SG Winterberg Züschen und SV Schmallenberg/Fredeburg und besetzen derzeit drei der ersten vier Tabellenplätze. Schulterklopfer für gute Ansätze können da schnell zum völligen Fehlstart führen. Denn Fakt ist, dass in beiden Spielen das Team keine 90 Minuten Konzentration auf den Platz brachte. Statt, wie Zorniger damals, mit vergebenen Torchancen zu hadern, sollten dringend acht Gegentore in zwei Partien hinterfragt werden.

In der Kolumne „Pass in die Gasse“ befasst sich der freie Journalist Heiko Rothenpieler mit aktuellen Entwicklungen in der Welt des „großen“ und „kleinen“ Fußballs.

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