Kunstturn-Bundesliga

SKV ohne Barren-Weltmeister Joe Fraser an die Saar

Sebastian Bock unterstrich in den Trainingseinheiten seine derzeit gute Form. Wie er sind alle Turner der SKV fokussiert auf die Fortsetzung der Bundesliga-Saison. Samstag geht es zur TG Saar.

Sebastian Bock unterstrich in den Trainingseinheiten seine derzeit gute Form. Wie er sind alle Turner der SKV fokussiert auf die Fortsetzung der Bundesliga-Saison. Samstag geht es zur TG Saar.

Foto: Carsten Loos

Dreis-Tiefenbach.  Neben der SKV bei der TG Saar turnen am 4. Wettkampftag Singen gegen Cottbus, Pfuhl gegen Schwäbisch Gmünd-Wetzgau, Straubenhardt gegen Vinnhorst

Nach sechsmonatiger Pause beginnt an diesem Samstag für das Bundesliga-Team der Siegerländer Kunstturn-Verinigung (SKV) mit dem Auswärtswettkampf beim Meisterschaftsfavoriten TG Saar die zweite Saisonhälfte. Ziel der Siegerländer ist nach wie vor die Teilnahme am Meisterschaftsfinale in Ludwigsburg – ein gutes Ergebnis im Saarland wäre dabei hilfreich.

Auf dem Papier sind die Rollen klar verteilt. Vor allem mit den Zugängen von Lukas Dauser (bisher KTV Obere Lahn), Sebastian Krimmer (MTV Stuttgart) und Florian Lindner (TSV Monheim) wollte die TG Saar die Rolle des „ewigen Zweiten“ der Deutschen Turnliga endgültig ablegen, zumal sie auf der Ausländerposition mit Olympiasieger Oleg Verniaiev (Ukraine) und dem Russischen Shooting-Star Nikita Nagornyy zwei der weltbesten Turner in ihren Reihen haben.

Optimismus herrscht vor

Beide prägten auch die Wettbewerbe der Weltmeisterschaft in Stuttgart: Nagornyy mit drei Titelgewinnen (Mannschaft, Mehrkampf und Sprung) und Verniaiev, der nach mehreren schweren Verletzungen in in Stuttgart ein kometenhaftes Comeback in der Weltspitze feierte und die Bronzemedaille im Mehrkampf hinter den beiden Russen Nagornyy und Dalaloyan gewann.

Eine entscheidende Frage für den Wettkampfausgang am Samstag wird sein, wie die WM-Teilnehmer in beiden Mannschaften die Belastungen verkraftet haben, und vor allem bei den herausragenden ausländischen Turnern beider Mannschaften, ob sie überhaupt antreten werden.

Das trifft natürlich nicht nur für die Saarländer, sondern auch für die SKV zu, nahmen doch gleich fünf Turner des Kaders an der WM teil. Sicher ist, dass Seitpferdspezialist Saso Bertoncelj (Slowenien) und Courtney Tulloch (Großbritannien) Samstag zur Verfügung stehen werden, wobei der 24-jährige Brite nicht nur an den Ringen „ran“ muss und zeigen kann, dass er nicht nur ein Gerätespezialist ist. Grund hierfür: Die beiden Mehrkämpfer auf der Ausländerposition, Barren-Weltmeister Joe Fraser (Großbritannien) und Ahmet Önder (Türkei), Gewinner der Silbermedaille am Barren, stehen nicht zur Verfügung, weil sie in ihren Heimatländern von einer Welle medialer Verpflichtungen überrollt werden, die eine sinnvolle Vorbereitung auf einen BundesligaWettkampf unmöglich macht.

Optimistisch und mit dem Selbstbewusstsein einer guten Leistung in Stuttgart geht dagegen Philipp Herder an die Geräte. Der Berliner, seit 10 Jahren im Siegerländer Bundesliga-Team, hatte seine Verletzung aus dem Frühjahr gut überwunden und über Top-Platzierungen bei den Deutschen Meisterschaften und den anschließenden Qualifikationswettbewerben den Sprung in die WM-Mannschaft geschafft.

In Stuttgart gelang im zwar kein fehlerfreier Wettkampf, trug aber an fünf Geräten dazu bei, dass sich die Deutschen für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio qualifizierten.

Bis auf den an der Schulter operierten Andreas Jurzo zeigten die anderen SKV-Turner, Sebastian Bock, Daniel Uhlig, Nico Ermert und Fabian Lotz gute Form im Training.

Vielleicht hilft auch ein Blick in die letztjährige Saison. Da gelang es , die auch da schon hoch favorisierten Saarländer zu schlagen - und das nach deutlichem Rückstand nach den ersten Geräten.

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