1. Kunstturn-Bundesliga

SKV: Großer Showdown um kleines Finale

Auf den breiten Schultern des Briten Courtney Tulloch ruhen am Samstag viele Hoffnungen der SKV.  

Auf den breiten Schultern des Briten Courtney Tulloch ruhen am Samstag viele Hoffnungen der SKV.  

Foto: Reinhold Becher

Am Samstag steigt das direkte Duell um den letzten freien Platz für das DTL-Finale. Die SKV muss gegen Cottbus gewinnen. Mehr Spannung geht nicht.

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Dreis-Tiefenbach/Kreuztal. Es ist der letzte Wettkampftag in der 1. Kunstturn-Bundesliga – und der hat es wahrlich in sich, weil er in Sachen Qualifikation für das DTL-Finale am 30. November in Ludwigsburg und in der Abstiegsfrage Entscheidungen bereit hält. Involviert ist auch der dienstälteste Verein in der Deutschen Turn-Liga, die Siegerländer Kunstturn-Vereinigung. Im Heimwettkampf am Samstag um 18 Uhr in der Sporthalle Stählerwiese in Kreuztal kommt es nämlich zum „Showdown“ gegen den SC Cottbus. In diesem direkten Duell entscheidet sich, wer am letzten November-Tag ins kleine Finale einziehen und um „Bronze“ kämpfen wird.

Die Ausgangslage

Der SC Cottbus hält zurzeit mit 8:4 Zählern den begehrten vierten Platz. Theoretisch ist für die Brandenburger sogar noch der Sprung ins große Finale möglich, nämlich wenn sie gegen die SKV klar gewinnen, die TG Saar im „Duell der Giganten“ gegen den punktgleichen Tabellenführer KTV Straubenhardt verliert und auch der TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau im Heimwettkampf gegen Aufsteiger StTV Singen überraschend patzen sollte. Verliert die SKV, ist die Saison gelaufen, Rang sechs in der Abschlusstabelle sicher.

Entscheiden die Siegerländer den Wettkampf aber nach Score- und Gerätpunkten für sich, hätten sie es nach Ludwigsburg wie zuletzt vor drei Jahren geschafft. Verliert die SKV am Samstag aber drei Geräte, ist die Sache gegen sie gelaufen – auch wenn sie nach Scorepunkten vorne sein sollte. Dann würden die besseren Gerätpunkte über die gesamte Saison gesehen den Ausschlag für Cottbus geben. Mehr Spannung geht also nicht.

Der Gegner

Mit dem SC Cottbus kommt eine Mannschaft nach Kreuztal, die an einem guten Tag gegen jeden Gegner gewinnen kann. Die deutschen Turner rekrutieren sich alle aus dem regionalen Bundesleistungszentrum, haben also wie Leonard Prügel oder Christopher Jursch eine exzellente Ausbildung genossen. Von diesem Vorteil zehrt der SC Cottbus seit vielen Jahren, hat sich aber auch deshalb so lange wie keine andere Mannschaft in der 1. Liga gehalten, weil es immer wieder gelang, die Ausländerpositionen mit starken Turnern zu besetzen.

In dieser Saison ragt der Ukrainer Igor Radivilov heraus, der am Boden, an den Ringen und am Sprung zu den weltbesten seiner Zunft gehört. Mit dem erst 16-jährigen Ilja Kovtun steht ein zweiter Ukrainer im Cottbuser Aufgebot. Beim Überraschungssieg gegen die KTV Straubenhardt fehlte er allerdings wegen einer Verletzung. Offen ist auch, ob der Zypriote Marios Georgiou, Mehrkampf-Dritter bei der Europameisterschaft 2019, die Cottbuser in Kreuztal verstärkt.

Die SKV

Weil er die Erwartungen in Pfuhl nicht erfüllte, verzichten die SKV-Verantwortlichen gegen Cottbus auf den britischen Top-Turner und Barren-Weltmeister Joe Fraser, setzen stattdessen in voller Gänze und mit vollstem Vertrauen auf die Mannschaft, die im letzten Heimwettkampf gegen Singen überzeugte. Das Ausländerpaket bilden also der Türke Ahmet Önder, der Brite Courtney Tulloch und der slowenische Seitpferdspezialist Saso Bertoncelj. Dazu sind natürlich Publikumsliebling Philipp Herder, Sebastian Bock, Dario Sissakis, Daniel Uhlig, Nico Ermert, Jonas Rohleder, Eric Lloyd Hinrichs und der in Pfuhl ganz starke Fabian Lotz aufgeboten.

Die Bilanz

Den letzten Vergleich vor gut einem Jahr in Cottbus gewann die Siegerländer KV mit 38:33 Score- und 7:5-Gerätpunkten. Auch 2017 holte die SKV mit 7:5 den Sieg, verlor aber die Scorewertung mit 39:42.

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